Landsäugetiere
Elefant (engl. Elephant, lat. Loxodonta africana)
Der Elefant ist mit einer Schulterhöhe von 3-4 m und einem Gewicht von bis zu 7,5t (Bulle) das größte Landsäugetier der Welt. Die besonderen Merkmale sind sein Rüssel und die Stoßzähne. Die Stoßzähne sind die verlängerten zweiten Schneidezähne des Oberkiefers. Sie dienen sowohl als Waffe als auch als Werkzeug zum Ausgraben von Wurzeln und zum Brechen von Gebüsch. Der Rüssel wird von der Oberlippe und der Nase gebildet, die stark verlängert sind. Dieses fein entwickelte Riechorgan, Tast- und Greifwerkzeug dient u.a. als 6 l fassender Wasserspicher und der Nahrungsaufnahme. Ein Elefant nimmt täglich etwa 170 kg pflanzliche Nahrung auf. Des Weiteren nutz er seinen Rüssel auch um sich mit Staub zu bewerfen um lästige Hautparasiten zu vertreiben. Erstaunlich ist ihre Kommunikation über viele Kilometer mittels tiefer Töne aus dem Bauch heraus, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. Seit 1920 hat sich die Population in Südafrika wieder erholt. Von insgesamt 120 Tieren damals in den Reservaten Kruger, Addo, Tembe, Knysna gibt es heute knapp 10 000 Exemplare in 40 verschiedenen Schutzgebieten.
Spitzmaulnashorn (engl. Black Rhinoceros, lat. Diceros bicornis) und
Breitmaulnashorn (engl. White Rhinoceros, lat. Ceratotherium smum)
In Afrika findet man zwei Arten von Nashörnern: das sehr seltene Spitzmaulnashorn (Black Rhinoceros Diceros bicornis) und das Breitmaulnashorn (White Rhinoceros Ceratotherium simum), auch weißes Nashorn genannt. Im Gegensatz zum Breitmaulnashorn frisst das Spitzmaulnashorn keine Gräser sondern Büsche und äste von Bäumen. Angsteinflößend ist das gewaltige Schnarchgeräusch, welches diese Tiere bei einem Angriff hervorbringen. Mit einem Gewicht der Weibchen von 800 kg und der Männchen von 1200 kg sind sie leichter als ihre breitmäuligen Kollegen. Ein Breitmaulnashornmännchen kann ein Gewicht von bis zu 2000 kg haben. Nicht zu übersehen sind die auffälligen Reviermakierungen der dominanten Männchen, welche aus riesigen, breitgetretenen Dung-Haufen bestehen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen Breit- und Spitzmaulnashorn ist die Reihenfolge, in der das Kalb und die Mutter hintereinander herlaufen. Bei den Breitmaulnashörnern rennt das Kalb vor der Mutter und bei den Spitzmaunashörern hinter der Mutter. Die urtümlichen Dickhäuter sind in ihrer Existenz ernsthaft bedroht. In einigen asiatischen Ländern werden dem pulverisierten Horn große Heilkräfte zu geschrieben. Dies führt zur Wilderung der Tiere in Afrika und Asien. Durch den Einsatz von Anti-Wilderer-Einheiten versucht man diesem sinnlosen Abschlachten Einhalt zu gebieten.
Flusspferd (engl. Hippopotamus, lat. Hippopotamus amphibius)
Das Flusspferd verbringt seine meiste Zeit im Wasser, da es eine sehr empfindliche Haut besitzt. Die Ohren und Nasenlöcher sind verschließbar so dass beim Tauchen kein Wasser eindringen kann. Die Augen und die Nase ragen hügelig über die Wasseroberfläche wenn die Schwergewichte (1500-2000 kg) im Wasser liegen. Des Weitern sind die vier Zehen durch Schimmhäute miteinander verbunden. Erstaunlich ist es, dass Hippos nicht schwimmen können. Sie laufen auf dem Grund des Gewässers. Die Tiere verlassen meist nur zum Grasen in den Abendstunden das Wasser. An Land sind die plump anmutenden Tiere sehr flott. Befindet sich ein Mensch zwischen einem Flusspferd und dem Wasser so wird der Eindringling durch ein Gähnen verwarnt. Wird der Warnung nicht Folge geleistet, greift das Hippo meist sofort an. Kein Mensch kann einem attackierenden Hippo entkommen. Aus diesem Grund gelten die sanftmütig anschauenden Flusspferde als die für den Menschen gefährlichste Tierart in Afrika. Sie sind verantwortlich für die höchste Todesrate bei Unfällen zwischen Mensch und Tier. Gefährlich sind auch ihre gewaltigen unteren Eckzähne, die sie als Waffe im Verteidigungs- und Angriffsfall einsetzen. Mit diesen führen sie sich oftmals schwere, wenn nicht sogar tödliche Verletzungen zu.
Löwe (engl. Lion, lat. Panthera leo)
Der Löwe ist mit einer Schulterhöhe von 1-1,25 m die größte Raubkatze Afrikas. Im Gegensatz zu den andern Raubkatzen lebt der Löwe in einem Rudel, dass bis zu 30 Tiere umfassen kann. Die Tiere jagen meist am frühen Morgen oder in der Nacht. Die meiste Zeit des Tages, bis zu 20 h, ruhen die Tiere. Ihre Jagdmethode läuft nach folgender Strategie ab: Einige Löwen schleichen sich an die potentiellen Beutetiere an und verstecken sich im hohen Gras. Die restlichen Löwen schleichen sich um die Beute herum auf die gegenüberliegende Seite, greifen die Tiere an und treiben diese auf die verstecktliegenden Löwen zu. Der Tötungsvorgang ist für das Opfer kurz und schmerzlos. Entweder tötet der Löwe das Beutetier durch Genickbruch, indem er den Hals ruckartig nach hinten dreht oder durch einen Biss in den Nacken oder in die Kehle. Meist jagen nur die weiblichen Tiere, wobei jedoch die Männchen den Löwenanteil der Beute verlangen. Die Jungtiere sind mehr als 2 Jahre von ihrer Mutter abhängig, und beginnen mit der Jagd etwa nach dem 11 Lebensmonat. Unbewachte Jungtiere werden oft von Hyänen, Leoparden, Pythons und Wildhunden getötet.
Zebramanguste (engl. Banded Mongoose, lat. Mungos mungoyellow)
Die Zebramangusten erhielten ihren Namen auf Grund ihres graubraunen Fells, welches eine gestreifte Rückenpartie aufweist. Die bis zu 45 cm langen Tiere sind äußerst gesellig und leben in Kolonien von 25-35 Tieren. Ihre Höhlen sind meist verlassene Termitenhügel oder Kaninchenbauten, nur selten graben sie sich selbst eine Höhle. Sie gehören zu den tagaktiven Tieren und erbeuten in ihren 40-400 ha großen Revieren kleine Nagetiere, Reptilien, Vögel, Insekten, Spinnentiere, Frösche und andere kleine Wirbeltiere. Dabei besitzen sie folgende Strategien: hartschalige Beute, wie z.B. Eier, werden mit den Vorderpfoten gegriffen und unter dem Körper durch die Hinterbeine auf einen harten Gegenstand geschleudert, Tiere die sich durch schleimige, ätzende Drüsensekrete schützen werden solange auf dem Boden gewälzt bis der Schutzmantel entfernt worden ist. Während sie auf ihrer Jagd umherstreifen richten sie sich immerwieder auf um die Gegend nach Räubern abzusuchen. Wird ein Feind entdeckt, so teilen sich dies die Tiere durch einen hochfrequenten Trillerlaut mit und suchen so schnell wie möglich Schutz in ihren Höhlen. Zu ihren Feinden gehören Schlangen, Vögel, Schakale, Hyänen und Leoparden.
Fuchsmanguste (engl. Yellow Mongoose, lat. Mongoose cynictis penicillata)
Die Fellfarbe der Fuchsmanguste ist abhängig vom Verbreitungsgebiet. In südlichen Gebieten besitzen sie ein gelbliches, in nördlichen Gebieten ein graues Fell. Die Unterseite und die Schwanzspitze ist jeweils weiß. Durch die kurzen, runden Ohren und der buschige etwa 30 cm lange Schwanz wird das fuchsähnliche Aussehen verstärkt. Wie auch die Zebramangusten sind sie tagaktive Tiere, die häufig den Bau von anderen Tieren übernehmen und teilweise in Gesellschaft mit Erdmännchen leben. Ihre Hauptnahrung besteht aus Insekten und zu geringen Anteilen aus Nagetieren, Vögeln und Eiern.
Erdmännchen (engl. Suricate, lat. Suricata suricatta)
Die bis zu 45 cm langen Tiere gehören zu den Schleichkatzen. Sie werden als die sozialsten Säugetiere der Welt bezeichnet und leben in Gruppen mit 10-30 Mitgliedern in einer Art Bau, der aus einem etwa 1,5 m langen Gang besteht, der in einem mit Gras gepolsterten Kessel endet. Mit ihren Siedlungen ziehen sie mehrmals im Jahr um und geben damit den Pflanzen und Tieren die Möglichkeit sich zu regenerieren. Ihr Name bezieht sich auf die aufrechte Haltung, die sie annehmen wenn sie nach Räubern Ausschau halten, während die anderen Gruppenmitgliedern auf Nahrungsssuche sind. Selbst sind sie fleichfressende Jäger. zu ihren Beutetieren gehören Käfer und Reptilien. Bei der Jagd weisen sie folgendes Verhalten auf: hat ein Erdmännchen einen Skorpion entdeckt, so trommelt es diesen mit den Vorderpfoten bewußtlos, so dass dieser gefahrlos gefressen werden kann. Giftschlangen werden attackiert und durch einen Nackenbiß getötet.
Schabrakenschakal (engl. Black-backed Jackal, lat. Canis mesomelas)
Schabrakenschakale besitzen ein auffallend rot-gelblich gefärbtes Fell mit einem charakteristischen silberschwarzen Sattel. Die Tiere erreichen eine Schulterhöhe von etwa 40 cm und weisen ein Gewicht von etwa 6-10 kg auf. Die Tiere leben in Päarchen, ziehen ihre Kinder jedoch in Gruppen auf und gehen gemeinsam auf die Jagd. Sowohl am Tag als auch in der Nacht jagen die Tiere. Sie erbeuten u.a. kleinere Säugetiere, Vögel, Reptilien, Aas und junge Antilopen.
Kap-Fingerotter (engl. Cape Clawless Otter, lat. Aonyx capensis)
Die verspielten und intelligenten Tiere findet man hauptsächlich in Flüssen und Flussdeltas, wo sie ab und zu ins Meer schwimmen. Die Otter können bis zu 1,30 m lang werden und ein Gewicht von bis zu 13 kg erreichen. Die meiste Zeit verbringen sie im Wasser, jedoch an Land sind sie sehr flott. Ihre Beute transportieren sie dabei mit einer Pfote. Sehr charakteritisch sind die "Otter-Rutschen". Diese entstehen an Flussufern wenn die Tiere sich in das Wasser gleiten lassen. Zu ihrer Nahrung gehören Fische, Krustentiere, Muscheln, Vögel und Insekten.
Stachelschwein (engl. Porcupine, lat. Hystrix africaeaustralis)
Die Stachelschweine gehören zu den Nagetieren. Die Tiere besitzen neben ihren bis zu 60 cm langen Stacheln lange schwarze Borsten und einen schwarz-weißen Borstenkamm auf der Stirn. Mit ihren Stacheln verteidigen sie sich gegen Angreifer. Dazu gehen sie mit gespreizten Stacheln auf den Angreifer rückwärts oder seitwärts zu und erzeugen mit den Schwanzstacheln ein rasselndes Geräusch. Schüttelt sich das Tier, so können die Stacheln bis zu 2 m weit geschleudert werden und damit dem Angreifer schwere Verletzungen zufügen. Stachelschweine sind Allesfresser, sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, kleinen Säugetieren und Nagetieren. Um ihren Kalziumgehalt zu sichern, knabbern sie an Knochenresten von Aas.
Warzenschwein (engl. Warthog, lat. Hacochoerus aethiopicus)
Die Warzenschweine erhielten ihren Namen auf Grund der Warzen, die sich unterhalb der Augen und auf der Schnauze befinden. Weitere Merkmale der bis zu 1,50 m langen Tiere sind ihre schwarz-bräunliche Hals- und Rückenmähne, die langen Eckzähne und der bis zu 50 m lange dünne Schwanz. Befinden sich die Tiere auf der Flucht so stellen sie den Schwanz wie eine Antenne auf. Dieser dient somit als Orientierungshilfe im hohen Gras für nachkommende flüchtende Tiere. Ihre Hauptfeinde sind Löwen und Leoparden. Jedoch können sie sich mit ihren teilweise gewaltigen Eckzähnen gegen die Angreifer behaupten. Ein Eber kann bis zu 60 cm lange obere Eckzähne besitzen, wobei jedoch die Unteren auf Grund ihrer Schärfe viel heimtückischer sind. Durch die Kaubewgung werden die unteren Eckzähne ständig durch die Oberen abgeschliffen. Die Tiere gehen nur tagsüber auf Nahrungssuche. Auf ihrem Speiseplan stehen Gräser, Samen und Wurzeln, aber auch Früchte und Kleintiere. Sie leben in kleinen Familienverbänden in unterirdischen Bauen.
Klippschliefer (engl. Rock Dassie, lat. Procavia capensis)
Die murmeltiergroßen 3-4,5 kg schweren Schliefer leben in Kolonien mit bis zu 50 Tieren, die wiederum in Familien unterteilt werden. ähnlich wie die Erdmännchnen stellen sie bei der Nahrungssuche nach Kräutern, Beeren und Früchten Aufpasser auf. Die Klippschliefer sind mutige Kämpfer, selbst nach einem meteherhohen Sturz in die Klippen kämpfen sie unerschrocken weiter. Auch der Mensch sollte aufpassen und ihm, auch wenn sie noch so niedlich aussehen, nicht zu nahe kommen. Denn sie schnappen schnell zu und solch eine Biss kann sehr schmerzhaft sein. Interessant sind ihre Verwandtschaftsverhältnisse. Auch wenn sie eher den Nagetieren ähneln, so ist ihr nächster direkter Verwandter der Elefant.
Bärenpaviane (engl. Chacma Baboon, lat. Papio cynocephalus)
Die bis zu 1,5 m großen Bärenpaviane sind die größste und stärkste Pavianart. Ein Merkmal aller Paviane sind die stark ausgebildeten Gesäßschwielen, die bei brunstigen Weibchen anschwellen und sich rot färben. Die Primaten leben in Clans aus 30-40 Tieren. Sie besitzen scharfe Reiszähne vor denen sogar Raubtiere wie der Leopard Respekt zeigen. Auf Grund des kargen Fynbos auf der Kap-Halbinsel müssen die Tiere bis zu 10 km weite Strecken am Tag zurücklegen um genügend Nahrung wie Früchte, Insekten und Wurzelknollen zu finden. Jedoch nutzen sie auch die durch Ebbe und Flut an das Land gespülte Meeresfrüchte als Nahrungsquelle. Eine weitere Nahrungsquelle für den Pavian ist der Mensch. Am Kap der guten Hoffnung leben vier berüchtigte Clans. Aus Erfahrung assoziieren sie Touristen und Autos mit Nahrung. Aus diesem Grund sollte man Autofenster geschlossen halten um von ihnen nicht attakiert zu werden und ihnen auf gar keinen Fall Nahrung geben. Die ausliegenden Inforamtionsblätter klären den Besucher über die Sicherheitvorschriften auf und sollten beachtet werden.
Grünmeerkatze (engl. Vervet Monkey, lat. Cercopithecus aethiops)
Man unterscheidet 21 Arten an Meerkatzen, die alle in Afrika verbreitet sind und von denen die Grünmeerkatze am häufigsten vorkommt. Die Tiere können ein Gewicht von 4-6 kg erreichen. Erstaunlich ist der Besitz einer primitiven Vorform der Sprache. Diese besteht aus unterschiedlichen Warngeräuschen für verschiedene Raubtiere. Wie ihre Verwandten die Diademmeerkatzen leben sie an Flüssen und Wasserflächen. Sie ernähren sich meist vegetarisch von Früchten, Knospen, Trieben, Rinde und Grassamen, aber auch von Kleintieren wie Eidechsen und Jungvögeln.