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Heidelberg Zentrum
Kulturelles Erbe

Geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Christian Witschel
Marstallhof 4
69117 Heidelberg
06221/54 2231
christian.witschel@zaw.uni-heidelberg.de

Geschäftsführerin
Michaela Böttner, M.A.
Marstallstr. 6
69117 Heidelberg
06221/54 3615
boettner@uni-heidelberg.de

 

Lehrveranstaltungen vergangener Semester

HCCH-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017

Mittelseminar (zu den Hilfswissenschaften/Historische Geographie)/Übung (auch zu Übergreifenden Kompetenzen): „Kaiser Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike – vom Exposé zur Ausstellung“

HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär) in Kooperation mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte, der GDKE Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie Außenstelle Speyer sowie dem Historischen Museum der Pfalz Speyer

Dozenten: Prof. Dr. Christian Witschel, Melanie Herget (M.A.), Dr. Ulrich Himmelmann, Dr. Roland Prien

Veranstaltungstermine: Das Seminar findet als Blockveranstaltung an folgenden Terminen statt:

Do. 20.04.2017, 13.00 – 14.00 Uhr: Vorbesprechung (im Inschriftenzimmer des SAGE)
Fr. 28.04.2017, 14.00 – 18.00 Uhr: 1. Blocksitzung in Heidelberg (Marstallhof 4, HS 512]
Sa. 13.05.2017, 09.00 – 17.00 Uhr: 1. Exkursion nach Speyer
Sa. 24.06.2017, 09.00 – 17.00 Uhr: 2. Exkursion nach Speyer
Fr. 21.07.2017, 14.00 – 18.00 Uhr: 2. Blocksitzung in Heidelberg (Marstallhof 4, HS 512)

Beginn: 20.04.2017

Kommentar:

Die Regierungszeit des römischen Kaisers Valentinian I. (reg. 364–375 n. Chr.) war für die Region am nördlichen Oberrhein und insbesondere für die Pfalz (als Teil der spätantiken Provinz Germania I) von großer Bedeutung, denn in dieser Periode wurde – nach schweren Alamanneneinfällen in den Jahren zuvor – ein umfangreiches Befestigungsprogramm an der Rheingrenze und in deren Hinterland realisiert. Valentinian I. hielt sich in diesem Kontext über einen längeren Zeitraum selbst in dem Gebiet auf und soll sogar einige der Festungsbaumaßnahmen in eigener Person überwacht haben. Entsprechend dicht ist die Überlieferung an Quellen – sowohl schriftlichen wie archäologischen – zu diesen Vorgängen. Das soll in dem Seminar zum Ausgangspunkt genommen werden, um sich intensiv mit der Entwicklung der Pfalz als einer zentralen spätantiken Siedlungslandschaft zwischen dem mittleren 3. und dem 5. Jh. n. Chr. zu beschäftigen.

Die Lehrveranstaltung dient zugleich als Vorbereitung für eine Ausstellung zu diesem Thema im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Sie folgt auf ein erstes Seminar dieser Art im SoSe 2016, in der ein Exposé für das Ausstellungsprojekt erstellt wurde. Dieses Exposé soll nun im Laufe der Lehrveranstaltung – nach einer allgemeinen Einführung in das Thema – zu einem detaillierten Ausstellungskonzept ausgearbeitet werden. Hierzu werden in dem Seminar auch Grundlagen der Ausstellungsorganisation und -planung vermittelt. Auf zwei Exkursionen nach Speyer werden zudem wichtige Original-Objekte (und mögliche Exponate für die Ausstellung) sowie der Museumskontext direkt in Augenschein genommen (der Erwerb eines Exkursionsscheines ist im Rahmen der Veranstaltung möglich).

Die Lehrveranstaltung steht grundsätzlich interessierten Studierenden aller Fächer offen. Zum Verständnis der schriftlichen Quellen sind grundlegende Lateinkenntnisse nützlich, aber nicht zwingend (für den Erwerb eines Mittelseminarscheines in Alter Geschichte sind allerdings Lateinkenntnisse erforderlich).

Literatur:

H. Bernhard, Die spätrömischen burgi von Bad Dürkheim-Ungestein und Eisenberg. Eine Untersuchung zum spätantiken Siedlungswesen in ausgewählten Teilgebieten der Pfalz, SJ 37, 1981, 23-85; ders., Die Merowingerzeit in der Pfalz. Bemerkungen zum Übergang von der Spätantike zum frühen Mittelalter und zum Stand der Forschung, MHVP 95, 1997, 7-106; ders., Das Oberrheingebiet zwischen Straßburg und Bingen im 5. Jh., in: Attila und die Hunnen; Ausstellungskatalog HMP Speyer (Stuttgart 2007) 117-124; H. Cüppers (Hrsg.), Die Römer in Rheinland-Pfalz (Stuttgart 1990); Imperium Romanum. Römer, Christen, Alamannen – Die Spätantike am Oberrhein; Ausstellungskatalog BLM Karlsruhe, Stuttgart 2005.


HCCH-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17

Hauptseminar/Übung (Übergreifende Kompetenzen): „Frühes Christentum und monastisches Leben am Oberrhein: Das Kloster Schuttern im Früh- und Hochmittelalter“

HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär), organisiert von: Historisches Seminar (mit Mittellatein) / Institut für Europäische Kunstgeschichte / Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik

Dozenten: Prof. Dr. Nikolas Jaspert, PD Dr. Tino Licht, Prof. Dr. Matthias Untermann, Prof. Dr. Christian Witschel

Veranstaltungstermine:

Dienstag, 11.00 (s.t.) – 12.30 Uhr s. t. eine zweitägige Exkursion als Teil des Seminars findet am 4. und 5. November 2016 statt (die Kosten für die Exkursion werden übernommen).

Ort: Institut für Europäische Kunstgeschichte (Seminarstr. 4), Raum 002

Beginn: 25.10.2016

Kommentar:

Das Seminar hat eine zweifache Zielsetzung: Im ersten Teil sollen die Grundlagen der Christianisierung im Gebiet des Hoch- und Oberrheines zwischen der römischen Epoche und dem Hochmittelalter erarbeitet werden. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei den Anfängen und der Entfaltung des monastischen Lebens während der Spätantike sowie des Früh- und Hochmittelalter in dieser Region, und zwar sowohl aus historischer, philologischer wie auch aus archäologisch-kunsthistorischer Perspektive. Im zweiten Teil der Veranstaltung soll dann eine Fokussierung auf ein spezifisches Fallbeispiel erfolgen, nämlich das bedeutende Kloster Schuttern in der Ortenau. Aus der Frühzeit dieses Klosters haben sich recht umfangreiche bauliche Reste sowie ein eindrucksvolles Mosaik erhalten; hinzu kommen die Erzeugnisse des Schuttener Skriptoriums. Diese Zeugnisse werden im Rahmen des Seminars auf einer zweitägigen Exkursion erschlossen, bei der auch weitere bedeutende mittelalterliche Klosteranlagen der Region (einschließlich derjenigen auf der Insel Reichenau) besucht werden. Das Seminar dient in diesem zweiten Teil ferner dazu, inhaltliche Vorschläge für die Neugestaltung der Präsentation des Klosters Schuttern für eine breitere Öffentlichkeit, insbesondere mit Blick auf die Einrichtung eines kleinen Museumszentrums vor Ort, zu erarbeiten. Am Ende soll ein realisierbares Konzept stehen, das dann in Kooperation mit der Gemeinde Friesenheim-Schuttern rasch umgesetzt werden kann.

Webinar: Greek Documentary Practice in Egypt from Byzantium to Islam (6th-8th c.)

Lajos Berkes (Institute for Papryology, University of Heidelberg) is offering in Winter Semester 2016/17, in cooperation with the Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH) , an online seminar on Greek Documentary Practice in Egypt from Byzantium to Islam (6th-8th c.).

The course is free of charge and will take place Thursdays, 16:15 - 17:45, Central European Time. The first meeting will be October 20, 2016 and the course will run until February 9, 2017. The language of instruction is English, and good knowledge of Greek is required. Certificates will be issued upon successful completion of the class.

Those wishing to take part should send a statement of interest and CV to lajos.berkes@zaw.uni-heidelberg.de by September 30. Questions about the course can also be directed to him. Please be advised that the number of people who will be permitted to participate is limited to ten.

Course Description

Papyri from Egypt are extraordinary sources of information about documentary practice of the early Byzantine empire. Tens of thousands of letters, contracts, receipts and other documents shed light on aspects of everyday life that can barely be seen elsewhere around the Mediterranean. After the Islamic conquest in 642, Greek continued to be employed both in the private sphere and administration, where it was used probably up to the early 9th century. In this webinar we will decipher, translate and interpret documents both on papyrus and other writing materials (ostraca, parchment, etc.) written in Greek from a variety of genres and contexts from Byzantine and early Islamic Egypt. Discussion of the documents will include paleographic, historical and linguistic aspects. Through comparison with parallel material from other provinces we will look at the problem of the uniqueness of the Egyptian papyri: to what extent do they represent realities of the Byzantine empire? Special emphasis will also be placed on the status of the Greek language and Hellenic culture under Islamic rule.

HCCH-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016

Mittelseminar/Übung (Übergreifende Kompetenzen): Kaiser Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike – zur Vorbereitung eines Ausstellungsprojekts

(HCCH-Lehrveranstaltung; in Kooperation mit dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer (HMP) und der GDKE Rheinland-Pfalz, Landesdirektion Archäologie, Außenstelle Speyer)

Dozenten: Prof. Dr. Christian Witschel, Dr. Roland Prien,  Prof. Dr. Reinhard Stupperich, Dr. Ulrich Himmelmann (GDKE), Melanie Herget M.A. (HMP)

Veranstaltungstermine: Blockveranstaltung: Vorbesprechung und verbindliche Anmeldung: Donnerstag, den 21. April, 13.15 bis 14.00 Uhr im Inschriftenzimmer des Seminars für Alte Geschichte und Epigraphik, Marstallhof 4

Kommentar:

Die Regierungszeit des römischen Kaisers Valentinian I. (reg. 364–375 n. Chr.) war für die Region am nördlichen Oberrhein und insbesondere für die Pfalz (als Teil der spätantiken Provinz Germania I) von großer Bedeutung, denn in dieser Periode wurde – nach schweren Alamanneneinfällen in den Jahren zuvor – ein umfangreiches Befestigungsprogramm an der Rheingrenze und in deren Hinterland realisiert. Valentinian I. hielt sich in diesem Kontext über einen längeren Zeitraum selbst in dem Gebiet auf und soll sogar einige der Festungsbaumaßnahmen in eigener Person überwacht haben. Entsprechend dicht ist die Überlieferung an Quellen – sowohl schriftlichen wie archäologischen – zu diesen Vorgängen. Dies soll in dem Seminar zum Ausgangspunkt genommen werden, um sich intensiv mit der Entwicklung der Pfalz als einer zentralen spätantiken Siedlungslandschaft zwischen dem mittleren 3. und dem späten 5. Jh. n. Chr. zu beschäftigen. Dabei werden neben den Militäranlagen auch die administrativen Strukturen, die städtischen Zentren Worms und Speyer, die ländlichen Siedlungsstellen sowie die Gräber, die religiöse Entwicklung (insbesondere mit Blick auf die Christianisierung) sowie das Verhältnis von Römern und Germanen und der Zusammenbruch der römischen Herrschaft im 5. Jh. und dessen Folgen zur Sprache kommen. Einbezogen werden können neueste Ausgrabungsergebnisse und Funde wie etwa der spektakuläre ‚Schatzfund‘ von Rülzheim.

Die Lehrveranstaltung dient als Vorbereitung für ein mögliches Ausstellungsprojekt zu dem Thema im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Hierzu werden im Rahmen der Veranstaltung auch Grundlagen der Ausstellungsorganisation und -planung vermittelt. Auf einer Exkursion durch die Pfalz werden zudem wichtige Fundorte in Augenschein genommen.

Die Lehrveranstaltung steht interessierten Studierenden aller Fächer offen. Zum Verständnis der schriftlichen Quellen sind grundlegende Lateinkenntnisse nützlich, aber nicht unbedingt erforderlich [für den Erwerb eines Mittelseminarscheines in Alter Geschichte sind allerdings Lateinkenntnisse erforderlich].

Verstörende Orte ‚hautnah‘ erleben: (Un-)bequemes Kulturelles Erbe erfahren und vermitteln

Dozenten: Dr. Nausikaä El-Mecky, Dr. Stefanie Samida

Anmeldung: per E-mail bis 25.04.2016 an samida@heiedu.uni-heidelberg.de

Veranstaltungstermine: Vorbesprechung am 29. April (10–13 Uhr), Block I: 20. Mai (9–16 Uhr), Exkursion: 11. Juni (ganztägig), Block II: 24. Juni (9–16 Uhr). Die Vorbesprechung, Block I und II finden auf dem Campus Bergheim statt, und zwar im Seminarraum des Gebäudes Voßstraße 2 (Gebäude 4330 = Nr. 33) der Heidelberg School of Education (HSE).

Kommentar:

Häufig befindet man sich an einem historisch bedeutenden Ort, aber man erkennt ihn nicht. Es stehen ein paar alte Mauern herum, von denen man nicht weiß, was sie früher einmal für ein Gebäude bildeten; manchmal weist auch nur ein Hinweisschild auf eine historische Stätte hin. Wie kann man so einen Schauplatz lebhaft machen? Und wie geht man mit einem Ort um, der eine umstrittene oder sogar ‚dunkle‘ Geschichte hat?

In diesem Kurs werden die verschiedenen Ebenen von Kulturellem Erbe erforscht: Wir besuchen sowohl Stätten mit einer ‚positiven‘ Geschichte als auch kontroverse Denkmäler und setzen uns mit verschiedene Arten auseinander, wie man Geschichte ‚zum Leben‘ erwecken kann. Neben der Exkursion werden Diskussionen und Gespräche mit verschiedenen beteiligten Akteuren (HCCH-Experten, Museumspädagogen) Teil des Kurses sein. Die Kursteilnehmer sollen am Ende der Veranstaltung, die mit dem HCCH zusammen konzipiert wurde, über verschiedene didaktische und wissenschaftliche Tools verfügen, mit denen sie Kulturelles Erbe für Andere erschließen können.

Online Seminar "Online Approaches to Editing Greek Literature. The Philosophical Papyri"

Dozenten: Dr. Rodney Ast, Dr. Holger Essler

Veranstaltungstermin: Thursdays, 04.15 - 05.45 p.m.

Rodney Ast (University of Heidelberg) and Holger Essler (University of Würzburg), in cooperation with the Heidelberg Center for Cultural Heritage, are offering in Summer Semester 2016 an online seminar on Greek literary papyri. Special emphasis will be placed on philosophical texts. Out of a total of 550 texts published so far, 45% were found at a single site, the Villa dei Papiri in Herculaneum, the remainder coming from various places in Egypt. Comparision of the two groups suggests itself and it will be greatly facilitated by the Digital Corpus of Literary Papyri (DCLP) (a bilateral project led by the University of Heidelberg and NYU, with the involvement of KU Leuven, Duke University, the Parma Medical Project, the Centro Internazionale per lo Studio dei Papiri Ercolanesi, and the University of Würzburg); it already contains 95% of the philosophical texts from Herculaneum. The seminar will focus on philosophical texts from Egypt preserved on papyrus only (for an example click here). Participants will use the DCLP for instruction and to create digital editions, but other databases and approaches will be discussed as well. In particular, we will explore questions of editorial decision-making and technique, transmission, paleography, and the socio-cultural context in which the texts were copied.
 
The course is free of charge and will take place Thursdays, 16:15 - 17:45, Central European Time. The first meeting will be the 14th of April and the last the 7th of July. The language of instruction is English, and good knowledge of Greek is required. Participants should already have a Skype account set up by the first session. Certificates will be issued upon successful completion of the class.

HCCH-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2015/16

Museumspädagogische Übung in der Uruk-Warka-Sammlung (Blockveranstaltung)

Kristina Sauer, M. A. (SSKVO), Heba Abd El Salam , M. A. (HCCH)
Übung der Assyirologie und des HCCH

Anmeldung: Per E-Mail an kristinasauer@gmail.com

Veranstaltungstermine: Blockveranstaltung: Vorbesprechung, verbindliche Anmeldung und Terminbekanntgabe: 14. Oktober, 15.00 Uhr im Keller der Assyriologie, Haupstr. 126.

Museen und Sammlungen dienen der Erinnerungskultur, der kulturellen Bildung und dem Schärfen des historischen Bewusstseins. Als solche kommunizieren sie mit dem Besucher. Eine zentrale Frage musealer Arbeit ist daher die nach der Vermittlung von Wissen. Die Universität Heidelberg beherbergt mit der Uruk-Warka-Sammlung eine bedeutende Sammlung altorientalischer Altertümer aus dem südmesopotamischen Uruk, dem modernen Warka, ca. ca. 300 km südlich von Baghdad gelegen.

Im Zuge der Neukonzeption der Dauerstellung sollen auch die begleitenden Ausstellungstexte und Objekttexte überarbeitet werden. Texte im Museum haben eine besondere Vermittlerrolle inne: Sie geben dem Besucher Orientierung, navigieren ihn durch die Ausstellung und stellen Informationen bereit. Ausstellungstexte müssen präzise und kurz formuliert sein, gleichzeitig sollten sie die Objekte zum Sprechen bringen und dabei dem Besucher und seinem Erwartungshorizont entgegenkommen. Ziel der Übung, die sich an alle fortgeschrittenen Studierenden historischer Disziplinen richtet, ist es, das Thema „Museale Vermittlung durch Texte“ näherzubringen. Dabei sollen in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und dem Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH) Textkonzepte im Rahmen der Möglichkeiten und Grenzen musealer Konzeption erarbeitet werden. Neben der regelmäßigen und aktiven Mitwirkung wird von den Teilnehmern daher das eigenständige Anfertigen von Ausstellungstexten und Objektbeschreibungen erwartet, welche in das neue Konzept der Uruk-Warka-Sammlung eingebunden werden, deren Wiedereröffnung für das Frühjahr 2016 geplant ist. Vorkenntnisse in der Geschichte Mesopotamiens werden vorausgesetzt.

Veranstaltungsprachen: Deutsch und Englisch.

HCCH-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015

Archaeology, Cultural Heritage and Politics

Dr. Maja Gori
HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär), organisiert von: Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie

Veranstaltungstermin: Freitag, 11.00 bis 13.00 Uhr (Seminarraum 513, 4. OG, Marstallhof 4) Beginn: Freitag, 24. April 2015

Zuordnung:

HCCH: Übergreifende Kompetenzen
SAGE: Übergreifende Kompetenzen
UFG: Mittelseminar (5LP)

Seit dem 19. Jahrhundert war die Suche nach greifbaren Überresten aus der Vergangenheit in fast allen westeuropäischen Ländern ein patriotisches Unternehmen. Bemerkenswerterweise wurde die wissenschaftliche Archäologie an europäischen Universitäten zu Anfang des 19. Jahrhunderts begründet, also zeitgleich mit dem Aufstieg des Nationalismus, der Nationalstaaten und der positivistischen Wissenschaften. Selbst heutzutage werden archäologische Funde zu offiziellen Symbolen erklärt und Ruinen zu nationalen Heiligenschreinen und touristischen Attraktionen umgestaltet. Die Erhaltung und die Förderung der nationalen Geschichte und ihr Einfluss auf das öffentliche Bewusstsein gründen sich auf der erfolgreichen Übermittlung an zukünftige Generationen. Dies wird hauptsächlich durch die Medien erreicht, welche in erheblichem Maße die öffentliche Meinung über die Vergangenheit formen.

Der Inhalt der Lehrveranstaltung liegt in der Idee begründet, dass Archäologie ein ‚Werkzeug‘ der Moderne ist. Das Seminar wird die Beziehungen zwischen Archäologie und der Innen- und Außenpolitik von Staaten und internationalen Organisationen ergründen. Insbesondere werden die Beziehungen zwischen der wissenschaftlichen Disziplin Archäologie und der Erschaffung nationaler Identitäten analysiert. Anhand von ausgesuchten Beispielen aus Osteuropa und den Mittelmeerländern werden die unterschiedlichen Verflechtungen zwischen Archäologie, Politik, Medien und Gesellschaft untersucht und den Studierenden ein kritisch-analytisches Herangehen an die Thematik ermöglicht. Besonders die fortschreitende Europäisierung und damit einhergehend die Idee einer europäischen Identität soll am Beispiel der Balkanländer untersucht werden. Wenn davon auszugehen ist, dass kulturelles Erbe Identität begründen kann, wie verläuft dann dieser Prozess in der Phase der Europäisierung? Wird kulturelles Erbe instrumentalisiert, um Nationalität zu begründen? Was passiert, wenn in multiethnischen und -identitären Staaten verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Deutungsweisen der Vergangenheit und damit auch des kulturellen Erbe vornehmen?

Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

 

World Heritage Education – Weltkulturerbe-Stätten als Lehr- und Lernorte

Prof. Dr. Cord Arendes, Dr. Herman Schefers, Prof. Dr. Christian Witschel, Carolin Schreiber, M.A.

HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär), organisiert von: Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik / Weltkulturerbestätte Kloster Lorsch / Historisches Seminar, Professur für Public History / Lehrstuhl für Vergleichende Landesgeschichte in europäischer Perspektive - Schwerpunkt Spätmittelalter

Anmeldung: Voranmeldung bitte per E-Mail an Boettner@uni-heidelberg.de bis zum 10.04.2015, verbindliche Anmeldung in der Vorbesprechung.

Veranstaltungstermine:
Freitag, 17.04.2015, 14.15 – 15.00 Uhr: Vorbesprechung (Seminarraum R 413 , 4. OG, Marstallstr. 6)
Blockseminar:
Freitag, 24.04.2015, 10.00 – 15.00 Uhr (Seminarraum R 413, 4. OG, Marstallstr.6)
Samstag, 09.05.2015, 10.00 – 17.00 Uhr (Exkursion zum Limes)
Samstag, 20.06.2015, 10.00 – 17.00 Uhr (Exkursion zum Kloster Lorsch)
Freitag, 10.07.2015, 10.00 – 15.00 Uhr (Seminarraum R 413, 4. OG, Marstallstr.6)

Zuordnung:

HCCH: Übergreifende Kompetenzen (im Rahmen der Veranstaltung ist auch der Erwerb eines Exkursion-Scheines möglich)
SAGE: Übergreifende Kompetenzen
Historisches Seminar / Public History:  Übung

Kommentar:

Im Bewusstsein der Menschen ist die Idee des Weltkulturerbe mittlerweile fest verankert. Die Hintergründe sind jedoch weit weniger bekannt: Seit wann gibt es die UNESCO-Weltkulturerbestätten? Welche Voraussetzungen müssen für eine Bewerbung erfüllt sein und wie verläuft dieser Prozess? Wie lassen sich Weltkulturerbestätten sinnvoll in den akademischen und schulischen Unterricht integrieren?

Nach einer Einführung in das Thema wird zunächst der obergermanisch-rätische Limes (seit 2005 Weltkulturerbe) im Rahmen einer eintägigen Exkursion zur Saalburg besucht. Der Limes erstreckt sich über 550 Kilometer Länge und ist damit das längste Bodendenkmal Europas. Eine zweite eintägige Exkursion führt zum Kloster Lorsch. 1991 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, erinnert heute ‚nur‘ noch die berühmte Torhalle an die vergangene Größe der einst mächtigen Klosteranlage.

Die abschließende Blockveranstaltung wird sich mit praktischen Aspekten befassen: Wie können Weltkulturerbestätten als (außerschulische) Lernorte konzipiert, gestärkt und in das Unterrichtsgeschehen integriert werden? Welche museumsdidaktischen Ansätze sowie Vermittlungskonzepte eignen sich gleichermaßen für den Transfer in die breite Öffentlichkeit und die Vermittlungsarbeit vor Ort? Ziel des Seminars soll es darüber hinaus sein, Weltkulturerbestätten einerseits in die Lehrerausbildung zu integrieren und andererseits Studierenden aller historischen Fächer Tätigkeitsfelder neben der Wissenschaft aufzuzeigen.

 

Vom Messen zum Verstehen: Forschungsseminar digitales Kulturerbe

Franziska Schaaf (ZAK, KIT); Prof. Dr. Christian Witschel (HCCH, Univ. Heidelberg)

HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär) gemeinsam mit dem Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK) am Karlsruhe Institute for Technology

Veranstaltungstermin: Freitags, 11.30 – 13.30 Uhr

Anmeldung: In der Vorbesprechung am 17. April 2015, 11.15 Uhr im Inschriftenzimmer des SAGE, Marstallhof 4. Dort werden auch die weiteren Termine und Veranstaltungsorte der Veranstaltung bekannt gegeben.

HCCH: Übergreifende Kompetenzen
SAGE: Übergreifende Kompetenzen

Kommentar:

In dem Projektseminar lernen Studierende die Vielfalt der Kulturerbe-Forschung kennen und bewerten diese Forschung dabei selbst. Dazu wird das Experteninterview als Methode der empirischen Sozialforschung vorgestellt und sofort angewandt. Lehrende aus fünf ganz unterschiedlichen Disziplinen (Archäologie/Alte Geschichte, Angewandte Kulturwissenschaft, Photogrammetrie, Geoinformatik, Forensische Geometrie) arbeiten an einem gemeinsamen Thema: Der Erforschung, Vermessung, Dokumentation, Rekonstruktion (als 3D-Modell) und (virtuellen) Präsentation eines kulturgeschichtlich herausragenden Objekts aus der römischen Vergangenheit der Stadt Ladenburg, nämlich der Iuppitergigantensäule. Die Säule wurde um 200 n. Chr. angefertigt und einige Jahrzehnte später in einem Brunnen entsorgt, wo sie 1973 entdeckt wurde. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Umgang mit Kulturerbe von dem gesellschaftlichen Wissen über eben dieses Phänomen abhängt. Alle fünf an dem Projekt beteiligten Institute geben der Lehrveranstaltung einen Input aus ihrer jeweiligen Disziplin und werden anschließend von den Studierenden als Expert_innen befragt. Ziel ist, die unterschiedliche Perspektiven, aber auch die Schnittstellen und Probleme zu erfassen, die mit einem solchen Projekt einhergehen.

Das interdisziplinäre Seminar ist für Studierende des KIT und der Universität Heidelberg geöffnet und als Schlüsselqualifikation bzw. Übergreifende Kompetenzen anrechenbar. Die einzelnen Veranstaltungen finden – je nach Teilnehmerkonstellation – sowohl in Karlsruhe als auch Heidelberg statt. Eine Exkursion nach Ladenburg ist ebenfalls vorgesehen. Die anfallenden Fahrtkosten für die Studierenden werden erstattet.

Weitere Informationen und den vollständigen Seminarplan finden Sie hier.

 

"Translating Ancient Letters - Übersetzungen antiker Briefe"

Im Sommer Semester 2015 bieten Rodney Ast (Universität Heidelberg) und Holger Essler (Universität Würzburg) in Kooperation mit dem HCCH zum ersten Mal ein online-Seminar zu antiken griechischen Briefen an, das sich an Studenten kurz vor oder kurz nach dem ersten Abschluß richtet. Über 8000 private, geschäftliche und amtliche Briefe aus den Jahren 300 v. Chr. bis 700 n. Chr. sind auf Papyri und Ostraka erhalten. Dieses einzigartige Quellenmaterial erlaubt wichtige Einblicke in Fragen zahlreicher Forschungsgebiete der Altertumswissenschaft, wie Sozialgeschichte, Literalität,  Verwaltungspraxis, Sprachgeschichte usw.
Im Seminar sollen einige dieser Themen durch eine eingehende Lektüre und Übersetzung ausgewählter Briefe näher untersucht werden. Besonders werden Fragen der materiellen Beschaffenheit der Briefe und der sozio-kulturelle Kontext ihrer Entstehung im Mittelpunkt stehen.

Die Teilnahme ist gebührenfrei. Der Kurs findet vom 16. April bis 16. Juli jeweils Donnerstags um 16:15 - 17:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Unterrichtssprache ist Englisch. Voraussetzung sind solide Griechischkenntnisse und ein vor der ersten Sitzung eingerichtetes Skypekonto. Nach erfolgreichem Abschluß wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Bewerbungen mit einem kurzen Motivationsschreiben und Lebenslauf sind bis Samstag, 28. Februar 2015 an Michaela Böttner zu richten. Für Rückfragen stehen Rodney Ast und Holger Essler zur Verfügung.

HCCH-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2014/15

„Wie kann Kulturelles Erbe für eine breitere Öffentlichkeit präsentiert werden? Das Beispiel des ‚Zullestein‘ – spätrömischer Burgus, karolingischer Hafen, mittelalterliche Burg“

Museumspraktisches Seminar (auch als Übergeordnete Kompetenzen anrechenbar; möglich ist auch der Erwerb eines Exkursionsscheines)
HCCH-Lehrveranstaltung (in Kooperation mit der Weltkulturerbe-Stätte Kloster Lorsch sowie dem Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie und dem Institut für Europäische Kunstgeschichte)

Dozenten: Prof. Dr. Christian Witschel, Dr. Hermann Schefers, Prof. Dr. Matthias Untermann, Dr. Roland Prien
Anmeldung: In der Vorbesprechung am Freitag, dem 17.10.2014, 14.15 bis 15.00 Uhr, Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik, Inschriftenzimmer
Veranstaltungstermine:
Blockseminar:
Samstag, 08.11.2014, 10.00 bis 17.00 Uhr, Exkursion zum 'Zullestein' und zum Kloster Lorsch
Freitag, 21.11.2014, 14.00 bis 17.00 Uhr, in Heidelberg
Freitag, 19.12.2014, 14.00 bis 17.00 Uhr, in Heidelberg
Freitag, 09.01.2014, 14.00 bis 17.00 Uhr, in Heidelberg
Samstag, 24.01.2014, 10.00 bis 17.00 Uhr, in Heidelberg
Ein weiterer Termin zur Präsentation der Ergebnisse wird mit den Teilnehmern noch vereinbart.

Kommentar: Die Arbeit an und mit dem kulturellen Erbe der Menschheit ist in den hist. Kulturwissenschaften fest etabliert. Doch wie kann dieses Erbe für die Öffentlichkeit präsentiert werden? Wie muss eine archäologische Fundstätte aufbereitet werden, um verständlich zu sein, wenn nur noch Mauerreste vorhanden sind? Wie kann eine touristische Erschließung erfolgen und dabei ein Wissenstransfer gelingen? Welche Akteure sind darin involviert und welche unterschiedlichen Interessen verfolgen sie? Ausgehend von dem Beispiel des ‚Zullestein‘ sollen Prozesse dieser Art in dem Seminar verdeutlicht werden. Der ‚Zullestein‘ in der Nähe von Biblis ist ein Kulturdenkmal aus verschiedenen Epochen: Er wurde In der Spätantike als römische Festung der Grenzverteidigung am Rhein konzipiert, von einer wehrhaften karolingischen Siedlung mit Hafenanlage überbaut (ab 846 im Besitz des Klosters Lorsch), schließlich als hochmittelalterliche Burg ‚Stein‘ genutzt und im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1970-72 wurden die Reste dieser Anlage entdeckt und teilweise konserviert, sind aber einer breiteren Öffentlichkeit fast unbekannt.Nach einer Einführung in das Thema und einer gründlichen Begehung der Stätte des ‚Zullestein‘ im Rahmen einer kleinen Exkursion, werden in weiteren Sitzungen zunächst die wissenschaftlichen Grundlagen unserer Kenntnis der Anlage von der Spätantike bis ins späte Mittelalter erarbeitet. Davon ausgehend werden von den Studierendenden eigenständige Konzepte zur Präsentation des ‚Zullestein‘ für eine breitere Öffentlichkeit erstellt und als konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Diese werden dann auf einem Kolloquium Ende Februar/Anfang März 2015 den involvierten Akteuren vorgetragen und zur Diskussion gestellt.

Literatur: W. Jorns, Archäol. Korrespondenzbl. 3, 1973, 75ff.; S.H. Siemers, Von der karolingischen Handelssiedlung ‚Zullestein‘ zur Festung ‚Zum Stein‘ bei Biblis-Nordheim, Kr. Bergstraße, Arch. Nachrichtenbl. 7, 2002, 336-339. Zwei unpublizierte Dissertationen werden in dem Seminar ebenfalls zur Verfügung stehen: K. Schwarz, Die römische Schiffslände Zullestein. Aspekte zur spätrömischen Grenzverteidigung in den Nordwestprovinzen unter besonderer Berücksichtigung der Ländeburgi, Mainz 2007, S.H. Siemers: Von der karolingischen Handelssiedlung Zullestein zur Festung Stein bei Biblis-Nordheim, Kreis Bergstraße, Diss. Mainz 2001.

HCCH-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014

Endzeit – Wendezeit? Das Ende der römischen Herrschaft und der Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter am unteren Neckar und am nördlichen Oberrhein (Museumspraktisches Seminar zur Vorbereitung einer Sonderausstellung im Lobdengaumuseum Ladenburg)

Dozenten: Prof. Dr. Christian Witschel, Dr. Andreas Hensen; Seminar für Alte Geschichte (SAGE) in Kooperation mit dem HCCH
Anmeldung: Keine gesonderte Anmeldung erforderlich.
Veranstaltungstermin: Dienstag 16:15–17:45 Uhr
Ort: Inschriftenzimmer SAGE
Beginn: erste Woche
Die Veranstaltung steht Studenten der Altertumswissenschaften sowie Studierenden, die einen ÜK-Schein erwerben wollen, offen.

Kommentar: In diesem Seminar soll ein Teil des wissenschaftlichen Konzepts für eine Ausstellung erarbeitet werden, die im Herbst 2015 im Lobdengau-Museum der Stadt Ladenburg präsentiert wird. Ausgehend von dem römischen Zentralort Lopodunum (Ladenburg) soll das Schicksal der Region am unteren Neckar und am nördlichen Oberrhein in der Zeit von der Aufgabe des obergermanischen Limes (um 260 n. Chr.) bis zum Ende der römischen Herrschaft am Rhein (Mitte 5. Jh.) betrachtet werden. Behandelt werden u.a. der ‚Limesfall‘ und seine Folgen, die Ansiedlung der Alemannen in den rechtsrheinischen Gebieten, die Frage nach möglicherweise dort verbliebenen Romanen sowie der spätantike Grenzschutz am Rhein. Die Quellengrundlage hierfür bilden neben den literarischen Zeugnissen v.a. Inschriften sowie archäologische Befunde und Objekte; wobei ein Schwerpunkt auf den numismatischen Funden – sowohl Fundmünzen wie auch Münzhorten – liegen wird. Nach der Einarbeitung in das Thema entwickeln die Seminarteilnehmer eine thematische Gliederung für die Ausstellung, wählen geeignete Exponate aus und entwerfen Saaltexte sowie Beschriftungen für Exponate. Für die Bearbeitung der Quellen sind Grundkenntnisse des Lateinischen vonnöten.

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 27.09.2017
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