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Heidelberg Zentrum
Kulturelles Erbe

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Lehrangebot im Bereich Provinzialrömische Archäologie und Geschichte



Das Lehrangebot im Bereich Provinzialrömische Archäologie und Geschichte setzt sich zusammen aus Veranstaltungen des  Instituts für Klassische Archäologie, des Seminars für Alte Geschichte und Epigraphik und des Instituts für Ur- und Frühgeschichte.

Sommersemester 2017

Vorlesung „Das römische Reich und seine Provinzen“

Dozent: Prof. Dr. Christian Witschel
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 11.15 - 12.45 Uhr, Heuscheuer 1, Beginn: 20.04 2017

Kommentar: Im Zentrum dieser Vorlesung stehen die einzelnen Provinzen des römischen Reiches während der hohen Kaiserzeit, also im 1. und 2. Jh. n. Chr. Nach einem kurzen historischen Überblick über die Expansion Roms im Mittelmeerraum werden zunächst die administrativen Strukturen des Imperium Romanum und die Funktionsweise der Provinzialverwaltung behandelt. Daran anschließend werden exemplarisch einzelne Regionen bzw. Provinzen des Reiches (Hispanien, Africa, Raetien und Noricum, Syrien und Iudaea) genauer betrachtet, wobei es deren spezifische kulturelle, religiöse und wirtschaftliche Eigenheiten herauszuarbeiten gilt. Ein Blick auf den Fragenkomplex der ‚Romanisierung‘ bzw. der ‚local cultures‘ wird die Vorlesung abschließen.

Literatur: P. Garnsey – R.P. Saller, The Roman Empire. Economy, society and culture, London 1987 (dt.: Das römische Kaiserreich. Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Reinbek 1989); F.M. Ausbüttel, Die Verwaltung des römischen Kaiserreiches. Von der Herrschaft des Augustus bis zum Niedergang des Weströmischen Reiches, Darmstadt 1998; F. Jacques – J. Scheid – C. Lepelley, Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit (44 v.Chr.–260 n.Chr.) I: Die Struktur des Reiches. II: Die Regionen des Reiches, Stuttgart – Leipzig 1998/2001; D.J. Mattingly, Imperialism, power, and identity. Experiencing the Roman Empire, Princeton – Oxford 2011.

Hauptseminar „Roms neue Provinzen im Norden“

Dozent: Prof. Dr. Reinhard Stupperich
Veranstaltungstermin: Freitag, 11.00 - 14.00 Uhr, HS 418, Marstallhof 4, Beginn: 28.04.2017

Kommentar: Zwischen der Mitte des 1. Jh. v. Chr. und des 1. Jh. n. Chr. Erfuhr das Römische Reich einen beträchtlichen Gebietszuwachse an seinen nördlichen Grenzen, der sich später nur noch unwesentlich – etwa im heutigen Baden-Württemberg - verstärkte. Neben Bellum Gallicum und Varusschlacht verdienen eine ganze Reihe weiterer Prozesse und Ereignisse an der expandierenden Nordgrenze des Reiches unsere Aufmerksamkeit. Nach Caesars Ermordung scheint der Norden anfangs nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden zu haben. Gerade die Germanen machten aber bereits schnell allerhand Schwierigkeiten. Auf die Reorganisation Galliens durch Augustus und Agrippa folgte die Sicherung von Donau- und Rheingrenzbereich mit der Einrichtung einer Reihe neuer Provinzen und dann die Expansion und Organisation einer Provinz Germanien bis zur Elbe. Dabei hatte man mit verschiedenen Formen von Widerstand einheimischer Mächte fertig zu werden. Demgegenüber wurde das schon von Caesar angegangene Problem Britannien lange Zeit nur in der Theorie diskutiert, stellt aber aufgrund der exzellenten Erhaltung und Aufarbeitung des archäologischen Fundmaterials ein besonders gutes Feld für die Untersuchung der Neuetablierung einer römischen Provinz dar.

Literatur: Paul-Marie Duval: Gallien. Leben und Kultur in römischer Zeit. Stuttgart 1979; Adrian Keith Goldsworthy: Caesar. The Life of a Colossus. Weidenfeld & Nicolson, London 2006; Wolters, Reinhard: Die Römer in Germanien. 4. Aufl. München 2004; Ulrike Riemer, Die römische Germanienpolitik. Von Caesar bis Commodus. Darmstadt 2006; Rainer Wiegels – Gustav Adolf Lehmann: Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Abhandl. Göttinger Akad. Wiss. Göttingen 2007; John Manley: AD 43. The Roman Invasion of Britain. Chicago 2002; John Creighton: Britannia. The Creation of a Roman Province. Oxford 2005.

Mittelseminar (zu den literarischen Quellen) „Römer, Alamannen und Franken: Die römische Rheingrenze in der Spätantike“

Dozent: Prof. Dr. Christian Witschel
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 14.15 - 15.45 Uhr, HS 512, Marstallhof 4, Beginn: 20.04.2017
Anmeldung: in der ersten Sitzung

Kommentar: Im 4. Jh. n. Chr. war der Rhein zur Grenze zwischen dem Imperium Romanum und den sich neu formierenden Großverbänden der Franken und Alamannen geworden. In dieser Region kam es wiederholt zu kriegerischen Konfrontationen mit den Germanen, aber auch zu zahlreichen friedlichen Austauschprozessen. Da sich zudem verschiedene Kaiser über längere Perioden in dem Gebiet aufhielten und hier u.a. militärische Operationen und Befestigungsprogramme durchführten, stand jenes immer wieder im Fokus der literarischen Quellen. Einige der wichtigsten diesbezüglichen Passagen aus den Panegyrici Latini, Ammianus Marcellinus, Symmachus, Ausonius und weiteren Autoren sollen in dem Seminar gelesen und interpretiert werden; dabei wird auch die Konfrontation mit dem archäologischen Befund eine bedeutende Rolle spielen.

Anforderungen: Zum Verständnis der Texte, die wir zum größeren Teil im Original lesen werden, sind grundlegende Lateinkenntnisse erforderlich.

Literatur: C. Dirlmeier – G. Gottlieb u.a., Quellen zur Geschichte der Alamannen I–VII, Sigmaringen 1976–87; F. Beisel, Studien zu den fränkisch-römischen Beziehungen von ihren Anfängen bis zum Ausgang des 6. Jhs., Idstein 1987; S. Lorenz, Imperii fines erunt intacti. Rom und die Alamannen 350-378, Frankfurt – Berlin 1997; J.F. Drinkwater, The Alamanni and Rome, 213-496 (Caracalla to Clovis), Oxford 2007; R. Kaiser – S. Scholz, Quellen zur Geschichte der Franken und Merowinger (vom 3. Jh. bis 751), Stuttgart 2012.

Mittelseminar (zu den Hilfswissenschaften/Historische Geographie) / Übung (auch zu übergreifenden Kompetenzen) „Kaiser Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike—vom Exposé zur Ausstellung“

HCCH-Lehrveranstaltung (interdisziplinär) in Kooperation mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte, der GDKE Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie Außenstelle Speyer sowie dem Historischen Museum der Pfalz Speyer

Dozenten: Prof. Dr. Christian Witschel, Melanie Herget (M.A.), Dr. Ulrich Himmelmann, Dr. Roland Prien

Veranstaltungstermine: Das Seminar findet als Blockveranstaltung an folgenden Terminen statt:

Do. 20.04.2017, 13.00 – 14.00 Uhr: Vorbesprechung (im Inschriftenzimmer des SAGE)
Fr. 28.04.2017, 14.00 – 18.00 Uhr: 1. Blocksitzung in Heidelberg (Marstallhof 4, HS 512]
Sa. 13.05.2017, 09.00 – 17.00 Uhr: 1. Exkursion nach Speyer
Sa. 24.06.2017, 09.00 – 17.00 Uhr: 2. Exkursion nach Speyer
Fr. 21.07.2017, 14.00 – 18.00 Uhr: 2. Blocksitzung in Heidelberg (Marstallhof 4, HS 512)

Beginn: 20.04.2017

Kommentar:

Die Regierungszeit des römischen Kaisers Valentinian I. (reg. 364–375 n. Chr.) war für die Region am nördlichen Oberrhein und insbesondere für die Pfalz (als Teil der spätantiken Provinz Germania I) von großer Bedeutung, denn in dieser Periode wurde – nach schweren Alamanneneinfällen in den Jahren zuvor – ein umfangreiches Befestigungsprogramm an der Rheingrenze und in deren Hinterland realisiert. Valentinian I. hielt sich in diesem Kontext über einen längeren Zeitraum selbst in dem Gebiet auf und soll sogar einige der Festungsbaumaßnahmen in eigener Person überwacht haben. Entsprechend dicht ist die Überlieferung an Quellen – sowohl schriftlichen wie archäologischen – zu diesen Vorgängen. Das soll in dem Seminar zum Ausgangspunkt genommen werden, um sich intensiv mit der Entwicklung der Pfalz als einer zentralen spätantiken Siedlungslandschaft zwischen dem mittleren 3. und dem 5. Jh. n. Chr. zu beschäftigen.

Die Lehrveranstaltung dient zugleich als Vorbereitung für eine Ausstellung zu diesem Thema im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Sie folgt auf ein erstes Seminar dieser Art im SoSe 2016, in der ein Exposé für das Ausstellungsprojekt erstellt wurde. Dieses Exposé soll nun im Laufe der Lehrveranstaltung – nach einer allgemeinen Einführung in das Thema – zu einem detaillierten Ausstellungskonzept ausgearbeitet werden. Hierzu werden in dem Seminar auch Grundlagen der Ausstellungsorganisation und -planung vermittelt. Auf zwei Exkursionen nach Speyer werden zudem wichtige Original-Objekte (und mögliche Exponate für die Ausstellung) sowie der Museumskontext direkt in Augenschein genommen (der Erwerb eines Exkursionsscheines ist im Rahmen der Veranstaltung möglich).

Die Lehrveranstaltung steht grundsätzlich interessierten Studierenden aller Fächer offen. Zum Verständnis der schriftlichen Quellen sind grundlegende Lateinkenntnisse nützlich, aber nicht zwingend (für den Erwerb eines Mittelseminarscheines in Alter Geschichte sind allerdings Lateinkenntnisse erforderlich).

Literatur:

H. Bernhard, Die spätrömischen burgi von Bad Dürkheim-Ungestein und Eisenberg. Eine Untersuchung zum spätantiken Siedlungswesen in ausgewählten Teilgebieten der Pfalz, SJ 37, 1981, 23-85; ders., Die Merowingerzeit in der Pfalz. Bemerkungen zum Übergang von der Spätantike zum frühen Mittelalter und zum Stand der Forschung, MHVP 95, 1997, 7-106; ders., Das Oberrheingebiet zwischen Straßburg und Bingen im 5. Jh., in: Attila und die Hunnen; Ausstellungskatalog HMP Speyer (Stuttgart 2007) 117-124; H. Cüppers (Hrsg.), Die Römer in Rheinland-Pfalz (Stuttgart 1990); Imperium Romanum. Römer, Christen, Alamannen – Die Spätantike am Oberrhein; Ausstellungskatalog BLM Karlsruhe, Stuttgart 2005.

Proseminar „Vicus, Colonia, Municipium – Städte und Siedlungen in den Provinzen des Imperium

Dozent: Dr. Andreas Hensen
Veranstaltungstermin: Mittwoch, 11.15 - 12.45 Uhr, HS 313, Marstallhof 4, Beginn: 19.04.2017

Kommentar: Im Gefolge der militärischen Okkupation gelangten die Merkmale der urbanen Zivilisation des Mittelmeerraumes in die neueroberten Gebiete des Imperium Romanum. Die Stadtkultur war ein entscheidendes Vehikel für den Prozess der Romanisierung, und so galt deren Verbreitung das besondere Interesse der neuen Herrschaft. Gelegentlich konnte man an bereits vorhandene Strukturen anknüpfen, oft entschloss man sich allerdings zu Neugründungen nach bewährten Vorbildern. Dabei lassen sich Siedlungstypen mit markanten Besonderheiten hinsichtlich des rechtlichen Status, des städteplanerischen Konzeptes und der baulichen Ausstattung unterscheiden. Die Bewohner konnten besondere Privilegien genießen, aber auch durch Pflichten belastet werden.

Im Rahmen dieses Seminars werden unterschiedliche Formen des städtischen Lebens und deren Entwicklung analysiert, wobei die Provinzen im Nordwesten des Imperium Romanum (Gallien, Germanien, Rätien, Britannien) im Fokus stehen. Den Ausgangspunkt der Betrachtung bilden neben den literarischen und inschriftlichen Quellen die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen.

Das zugehörige Tutorium beginnt am 26.04.2017.

Die notwendige Anmeldung für die Proseminare, denen jeweils ein Tutorium fest zugeordnet ist, erfolgt in der Woche vor Vorlesungsbeginn (Montag, den 10.04. - Donnerstag, den 13.04.2017, 0.00 Uhr) online über das LSF (http://lsf.uni-heidelberg.de/-Veranstaltungen - Vorlesungsverzeichnis - Philosophische Fakultät - Geschichte - Alte Geschichte - Proseminare). Es gilt das sog. ‚Windhundprinzip‘, d.h., die Zuordnung erfolgt gemäß der Reihenfolge der Anmeldungen. Wenn die maximale Teilnehmerzahl von 22 Studierenden erreicht ist, wird die jeweilige Veranstaltung für weitere Anmeldungen gesperrt; es bleiben dann diejenigen, die noch Kapazität aufweisen. Doppelanmeldungen sind nicht zulässig! Eine erfolgreich abgeschlossene Anmeldung ist verbindlich; daher wird es keine Aushänge geben. Sollten alle (!) Proseminare voll sein und weiterer Bedarf bestehen, wird es im Anmeldezeitraum (!) eine schriftliche Nachrückliste im Büro des Studienberaters (Dr. Norbert Kramer, Raum 304 im Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik, Marstallhof 4) geben.

Literatur: W. Eck/ H. Galsterer (Hg.), Die Stadt in Oberitalien und in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches, Mainz 1991; M. Dondin-Payre/ M.-T. Raepsaet-Charlier (Hg.), Cités, municipes, colonies. Les processus de municipalisation en Gaule et en Germanie sous le Haut Empire romain, Paris 1999; Rheinisches Landesmuseum Trier/ Landesmuseum Württemberg (Hg.), Ein Traum von Rom. Stadtleben im römischen Deutschland, Darmstadt/Stuttgart 2014; F. Vittinghoff, Civitas Romana. Stadt und politisch-soziale Integration im Imperium Romanum der Kaiserzeit, Stuttgart 1994.

Übung „Bauen im Römischen Reich "

Dozent: PD Dr. Thomas Schmidts
Veranstaltungstermin: Dienstag, 16.00 - 18.00 Uhr, HS 418, Marstallhof 4, Beginn: 25.04.2017

Kommentar: Die Baukunst stellt eines der herausragenden Merkmale der römischen Kultur dar. In Rom selbst sowie in den Provinzen entstanden unzählige Großbauten. Viele von diesen sind auch hinsichtlich der ingenieurtechnischen Leistungen bemerkenswert, verweisen sei etwa auf die Aquädukte. Nicht zuletzt die Erfindung des Betons (opus caementicium) hat den außerordentlichen Ruf der Römer als Baumeister begründet.
In der  Übung sollen die Bautechnik, der Baubetrieb und das Bauhandwerks im Vordergrund stehen. Die Grundlagen und technische Aspekte des Bauens lassen sich anhand antiker Bauten sowie literarischer Quellen erschließen.  Daneben sollen auch die Beschaffung von Baustoffen (z. B. Steinbruchtätigkeit, Ziegeleien) und Aspekte des Baubetriebs, wie etwa das Bewegen schwerer Lasten mittels Maschineneinsatz, thematisiert werden. Ebenso wird die Bandbreite der Bauaufgaben anhand ausgewählter Bauten berücksichtigt werden. Bauzeiten, Auftraggeber und Finanzierung lassen sich zudem in ausgewählten Fällen erschließen.

Literatur: H.-O. Lamprecht, Opus Caementitium. Bautechnik der Römer (Düsseldorf2 1985), H. von Hesberg, Römische Baukunst (München 2005), P. Schollmeyer, Handbuch der antiken Architektur (Darmstadt 2013), Rabun Taylor, Roman builders. A study in architectural process (Cambridge 2003)

 

Weitere Hinweise zu den einzelnen Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem LSF.

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Letzte Änderung: 24.03.2017
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