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Edition und Kommentierung von Garlieb Merkels „lettischer Sage“ Wannem Ymanta

Projektleiter: apl. Prof. Dr. Jürgen Joachimsthaler (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)

Förderlinie: Text-Welten

In enger Kooperation mit Thomas Taterka (Universität Lettlands, Riga) konnte das im deutschen Original teilweise unsichtbare Sinn-Potenzial von Garlieb Merkels „lettischer Sage“ Wannem Ymanta (1802) durch Einbeziehung der lettischen Rezeption erschlossen werden. Der in deutscher Sprache von einem des Lettischen nicht mächtigen Autor verfasste Text gehört ja in den Kontext von dessen jahrzehntelangen Kampf gegen die Leibeigenschaft in den Ostseeprovinzen des Russischen Reiches (die in diesem Teil des Reiches tatsächlich 1819 abgeschafft wurde). Zu diesem Zweck erfand Merkel vor dem Hintergrund zeitgenössischer Diskurse um „Volk“, Kultur und Kolonialismus eine umfangreiche „lettische Sage“, die später zu einer zentralen Anregung bei Entwicklung der lettischen Nationalliteratur werden sollte. Der Kommentar der Edition berücksichtigt nicht nur die in den Text umfangreich eingeflossenen zeitgenössischen Inspirationen, sondern auch die Entfaltung seines in ihm angelegten Sinn-Potenzials durch die lettische Rezeption. Ergebnis ist das erste, methodologisch reflektierte Beispiel einer transkulturellen Edition überhaupt, in der nicht nur – das wäre ja selbstverständlich – Einflüsse aus anderen Sprachräumen dokumentiert werden, sondern auch die Tatsache berücksichtigt wird, dass ein in einer Kultur mit Blick auf eine andere geschriebener Text erst in der Wahrnehmung dieser anderen seinen semantischen Gehalt vollständig entfalten kann. Die Edition wird noch 2015 in den Druck gegeben werden.

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 29.12.2014
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