SUCHE

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland obligatorisch. Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis verlangen die deutschen Ausländerbehörden für die gesamte Dauer des Aufenthaltes einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz - auch für Familienangehörige. Abgedeckt sein muss die medizinische Behandlung bei akuter Krankheit und bei Unfällen. Es empfiehlt sich bereits vor der Einreise Kontakt mit der eigenen Krankenkasse aufzunehmen, damit diese schriftlich bestätigt, dass sich der Versicherungsschutz auch auf Deutschland erstreckt. Falls das nicht der Fall sein sollte, muss entweder im Heimatland oder in Deutschland eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden.

 

Die passende Krankenversicherung finden

In Deutschland gibt es sowohl gesetzliche, als auch private Krankenversicherungen. Welche Versicherung die passende ist, hängt von  der Dauer und der Art (z.B. mit Stipendium oder mit Arbeitsvertrag) des Aufenthaltes ab.

Kurzfristige Aufenthalte bis zu drei Monaten

Wissenschaftler aus Ländern außerhalb der Europäischen Union
Wer als Nicht-EU-Bürger für einen kurzfristigen Forschungsaufenthalt (max. 90 Tage) mit einem Schengen-Visum einreist, benötigt in der Regel nur eine Reisekrankenversicherung für alle Schengen-Staaten mit einer Deckungssumme von mindestens 30.000 €. Reiseversicherungen umfassen jedoch nur wenige Leistungen. Da sie einen umfangreichen Krankheitsfall, Zahnarztbehandlung und Vorsorgeuntersuchungen nicht abdecken, sind sie nur für Kurzaufenthalte in Deutschland geeignet.

Wissenschaftler aus der Europäischen Union
Wer aus aus einem der Länder der Europäischen Union kommt und sich nur vorübergehend in Deutschland aufhält, benötigt lediglich die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie ermöglicht den Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung (d.h. Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern oder Ambulanzen) und deckt die medizinische Behandlung bei akuter Krankheit und bei Unfällen ab (es werden aber nur die notwendigen medizinischen Leistungen bezahlt!). Im Falle von Vorerkrankungen ist es notwendig, sich bereits im Heimatland die notwendigen Medikamente zu besorgen. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt nicht für gezielte Reisen zur Behandlung einer Krankheit ins Ausland! Es kann sinnvoll sein, zusätzlich eine private Reiseversicherung abzuschließen, um Kosten für medizinische Rücktransporte und eventuelle Differenzkosten zwischen den Leistungen im Heimatland und in Deutschland abzudecken.

 

Stipendiaten und Selbstzahler

Wer sich in Deutschland mit einem Stipendium finanziert oder den Aufenthalt selbst bezahlt, muss in der Regel eine private Krankenversicherung abschließen. Oftmals bietet aber auch der Stipendiengeber eine Krankenversicherung an. Die Versicherungsstelle des DAAD bietet den ausländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten des DAAD sowie nationaler und internationaler Partnerorganisationen (Deutsche Universitäten, AvH, DKFZ) beispielsweise eine kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung an. Detaillierte Informationen zu den Konditionen und Tarifen sowie Listen der Partnerinstitutionen und Online-Anmeldung sind auf der Seite des DAAD zu finden. Eine Liste mit weiteren privaten Krankenkassen finden Sie unter  Downloads in der rechten Spalte.

Ausnahme bei ausreichender Versicherung im Heimatland (Stipendiat oder Selbstzahler außerhalb der EU)

Besteht Krankenversicherungsschutz im Heimatland, sollten Sie bereits vor Ihrer Einreise prüfen, ob diese Versicherung auch alle anfallenden Arzt- und Krankenhauskosten während Ihres Aufenthaltes in  Deutschland abdeckt. Ihre Versicherungsgesellschaft muss Ihnen dies schriftlich bestätigen. Dies ist bei allen Krankenversicherungen in der Regel nur dann der Fall, wenn zwischen Deutschland und dem Heimatland ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Auskünfte erhalten Sie bei den Behörden und Krankenversicherungen in Ihrem Heimatland. Wenn Sie diese Bestätigung nicht erhalten oder kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht, müssen Sie eine private Krankenversicherung abschließen.

Ausnahme bei ausreichender Versicherung im Heimatland (Stipendiat oder Selbstzahler aus Ländern der EU, EWR und Schweiz)

Wenn Sie in Ihrem Heimatland bei einer gesetzliche Krankenversicherung versichert sind, haben Sie ev. die Möglichkeit weiterhin dort versichert zu bleiben. Voraussetzung dafür ist, dass Sie weiterhin bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse im Heimatland gemeldet bleiben und dort Beiträge bezahlen. Es wird empfohlen mit der heimischen Krankenkasse zu klären, welche Leistungen erstattet werden und sich dies schriftlich bestätigen zu lassen. Bei geplanten Krankenhausleistungen ist eine vorherige Genehmigung Ihrer Krankenkasse notwendig.

Eventuell ist es möglich sich freiwillig in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Voraussetzung sind ausreichende Vorversicherungszeiten, die die heimische gesetzliche Krankenkasse (Formular S1 oder E 104) bestätigen muss.

Hinweis: Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt nur eingeschränkt und ausländische Versicherungen übernehmen nicht immer alle in Deutschland anfallenden Kosten.

 

Aufenthalt mit Arbeitsvertrag

Wissenschaftler aus Ländern außerhalb der Europäischen Union

Als Arbeitnehmer, d.h. wenn Sie einen Arbeitsvertrag z.B. mit der Universität abgeschlossen haben und Ihr regelmäßiger Brutto-Arbeitsverdienst mehr als 450 € monatlich beträgt, sind Sie automatisch pflichtversichert und haben Anspruch auf die gesetzliche Krankenversicherung. Nur wenn ihr regelmäßiges Jahreseinkommen die geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (2017: 57.600 €), genießen Sie sogenannte Versicherungsfreiheit und können eine private Krankenversicherung abschließen oder sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern.

 

Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet allen Versicherten unabhängig vom Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Einkommen weitgehend gesetzlich festgelegte Leistungen: Sie sichert Krankheitsfall auch die Familie ab und kommt für die notwendige medizinische Hilfe auf.

Seit 2015 setzt sich der Beitragssatz zur Krankenversicherung aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von 14,6%  sowie einem Zusatzbeitrag zusammen. Jede Krankenkasse kann individuell aufgrund ihrer Finanzlage den Zusatzbeitrag regelmäßig neu bestimmen. Dieser Zusatzbeitrag wird ausschließlich von den Arbeitnehmern bezahlt und richtet sich nach ihrem Einkommen. Der Arbeitgeber übernimmt vom Gesamtbeitrag einen Anteil von 7,3%. Der Gesamtbeitrag beträgt seit dem Jahr 2016 durchschnittlich 15,7 % (Stand 01.01.2017).

Die gesetzliche Krankenversicherung umfasst auch eine beitragsfreie Familienversicherung. Danach sind Ehe- und eingetragene Lebenspartner sowie Kinder (bis zu bestimmten Altersgrenzen) mitversichert. Voraussetzung ist u.a., dass das Einkommen der Ehe- und Lebenspartner sowie der Kinder höchstens 425 € (2017) monatlich beträgt und sie nicht selbst versichert sind. Für geringfügig Beschäftigte beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 €.

Unterschiede der gesetzlichen Kassen gibt es beim Kundenservice, Zusatzbeiträgen und -leistungen sowie Wahltarifen. Im Gegensatz zu privaten Versicherungen verrechnen die gesetzlichen Krankenkassen anfallende Kosten direkt mit Arzt oder Krankenhaus. Versicherte müssen dazu lediglich vor der Behandlung Ihre Versichertenkarte vorlegen. Die Wahl der gesetzlichen Krankenversicherung ist frei. Es lohnt sich daher, die Krankenkassenleistungen miteinander zu vergleichen.

Krankenversicherung (Bundesministerium für Gesundheit)

GKV - Übersicht aller gesetzlichen Krankenkassen

 

Private Krankenversicherung

Im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenversicherungen können sich die privaten Versicherungsgesellschaften ihre Mitglieder aussuchen, d.h. sie sind nicht verpflichtet, einen Kunden aufzunehmen. Die Versicherungsleistungen sind bei den privaten Versicherungen nicht gesetzlich festgelegt und variieren je nach Versicherungsgesellschaft und -tarif. Die Beiträge (Prämien) der Versicherten errechnen sich nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und den gewünschten Versicherungsleistungen bzw. dem gewählten Tarif. Familienmitglieder sind nicht automatisch mitversichert, wie in der gesetzlichen Krankenkasse, sondern müssen sich jeweils separat versichern.

In der privaten Krankenversicherung gilt das sogenannte Kostenerstattungsprinzip: Der Versicherte muss zuerst alle Rechnungen für medizinische Leistungen, die er in Anspruch nimmt, selbst bezahlen und die angefallenen Kosten dann mit seiner Krankenversicherung abrechnen.

Private Krankenversicherung (Bundesministerium für Gesundheit)

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 17.02.2017
zum Seitenanfang/up