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Diplomstudiengang Volkswirtschaftslehre

Allgemeine Informationen
Grundstudium
Hauptstudium
Kooperation mit der Universität Manheim
Fächermatrix

 

Allgemeine Informationen

 

Die Volkswirtschaftslehre zählt zu den Sozialwissenschaften. Sie hat ihren Ursprung in der Moralphilosophie der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Diese beschäftigte sich mit den Gründen für Reichtum und Armut, hohen und niedrigen Preisen und Löhnen sowie mit der Frage nach der Entstehung von materiellem Wohlstand in einem Volk. Anknüpfend an diese Fragen steht in der modernen Volkswirtschaftslehre die Funktionsweise von Wirtschaftssystemen im Mittelpunkt, welche die Vielzahl individueller wirtschaftlicher Handlungen koordinieren.

Grundsätzlich lassen sich zwei gegensätzliche Koordinationsalternativen unterscheiden, die das Spektrum vielfältiger Zwischenformen begrenzen. Auf der einen Seite steht die zentral gelenkte Wirtschaft, bei der alle wirtschaftlichen Handlungen durch einen zentral entworfenen Plan aufeinander abgestimmt werden. Auf der anderen Seite steht die Marktwirtschaft als dezentraler Mechanismus, der sich im Ideal durch die Abstimmung der unabhängig voneinander entwickelten, individuellen Wirtschaftspläne "wie durch eine unsichtbare Hand" auszeichnet. Die zentrale Koordinationsrolle spielt hier der Preismechanismus, der alle Marktteilnehmer mit der relevanten Informationen versorgt und Angebot und Nachfrage in Einklang bringt.

Das Ziel volkswirtschaftlicher Analysen besteht zum einen darin,

  • zu beschreiben und zu erklären, wie Volkswirtschaften und deren Teile sich entwickeln, und zum anderen
  • in der Beantwortung der normativen Frage, wie sie sich tatsächlich entwickeln sollten.

Unstrittig ist dabei, dass gute Entwicklung einen wirtschaftlichen Umgang mit knappen Ressourcen voraussetzt. Offen ist jedoch, welche konkreten Güter und Dienstleistungen bereitgestellt und wie Einkommen und Vermögen gerecht verteilt werden sollten. Im Gegensatz zu vielen anderen Sozialwissenschaften beschreibt die Volkswirtschaftslehre dabei das Verhalten von Menschen vorwiegend als das Ergebnis rationaler Abwägungsprozesse. Der Mensch wird hier in der Regel als "homo oeconomicus" betrachtet, als ein rational seinen Nutzen maximierendes Wirtschaftssubjekt.

Da Wirtschaftssysteme zu komplex sind, um sie in all ihren realen Details zu erfassen, haben sich innerhalb der Volkswirtschaftslehre zwei Betrachtungsweisen mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad herausgebildet. Die einzelnen Fächer der Volkswirtschaftslehre untersuchen die mit diesen Systemen und Abläufen verbundenen Probleme und stellen methodische und analytische Werkzeuge zu ihrer Lösung bereit.

Die Makroökonomik weist das höchste Aggregationsniveau auf. Sie konzentriert sich auf die übergreifenden Zusammenhänge in Wirtschaftssystemen und stützt ihre Untersuchungen auf Größen, die von vorneherein nur gesamtwirtschaftlich erfasst werden können. Solche Größen sind z.B. Beschäftigungsniveau, Inflation, Volkseinkommen, Wirtschaftswachstum, Zinsniveau, Geldvolumen, Zahlungsbilanzen und Wechselkurse. Das Ziel der Makroökonomik besteht darin, die Zusammenhänge zwischen diesen gesamtwirtschaftlichen Größen zu beschreiben und den Einfluss staatlicher Wirtschaftspolitik auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aufzuzeigen.

Die Mikroökonomik betrachtet detailliert das Zusammenspiel der Grundeinheiten eines Wirtschaftssystems. Als Grundeinheiten werden die einzelnen Wirtschaftssubjekte aufgefasst, d.h. die privaten Haushalte und Unternehmen, aber auch der Staat als wirtschaftlicher Akteur. Die Mikroökonomik entwirft damit das Modell eines Interaktionssystems, das sich als Argumentationsgerüst sowohl für die Analyse der einzelwirtschaftlichen Abläufe in einem Wirtschaftssystem als Ganzem als auch in einzelnen seiner Teilsegmente eignet.

Die wirtschaftswissenschaftliche Disziplin der Betriebswirtschaftslehre ist als eine Disziplin einzuordnen, die sich mit dem "Innenleben" des wirtschaftlichen Akteurs "Unternehmen" und seinen Erscheinungsformen nach außen befasst und welche die Analysen der Mikroökonomik ergänzt.

 

Das Grundstudium

 

Die mikroökonomischen und makroökonomischen Fundamente der Volkswirtschaftslehre stehen im Mittelpunkt des Grundstudiums (1.-3. Semester) und werden in der "Einführung in die Wirtschaftswissenschaften" vermittelt. Die dazugehörige Prüfung stellt zugleich die Orientierungsprüfung für das Fach Volkswirtschaftslehre dar, die darüber Aufschluss geben soll, ob der Studierende für dieses Fach geeignet ist und sein Studium fortsetzen kann.

Weiterhin werden betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse über leistungs- und finanzwirtschaftliche Prozesse in Unternehmungen (Grundlagen der BWL I + II) und ihre Abbildung in den zugehörigen Rechenwerken behandelt (Betriebliches Rechnungswesen).

Einen weiteren Schwerpunkt des Grundstudiums bilden Veranstaltungen in Mathematik, Statistik und EDV. Hinreichende Kenntnisse in diesen formalen Fächern sind unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Die Vermittlung rechtswissenschaftlicher Grundlagen (Privates und Öffentliches Recht) rundet das Grundstudium der Volkswirtschaftslehre ab.

 

Das Hauptstudium

 

Im Hauptstudium (4.-8. Semester) werden sieben Studienschwerpunkte gelegt. Sie umfassen grundsätzlich die volkswirtschaftlichen Pflichtfächer Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft, welche durch das 4. Fach "Allgemeine Betriebswirtschaftslehre", sowie zwei Vertiefungsfächer und ein Wahlpflichtfach komplettiert werden. Wird ein betriebswirtschaftliches Wahlpflichtfach gewählt, kann man statt des 4. Faches "Allgemeine Betriebswirtschaftslehre" ein drittes Vertiefungsfach gewählt werden.

Im Pflichtfach Wirtschaftstheorie steht die theoretische Durchdringung des Zusammenspiels der einzelnen Wirtschaftsakteure auf mikro- und makroökonomischer Ebene im Vordergrund. Die beiden wirtschaftstheoretischen Gebiete befassen sich mit grundsätzlichen Fragen wie z.B. den Voraussetzungen für Marktgleichgewichte (Allgemeine Gleichgewichtstheorie) sowie den Problemen auch nichtkompetitiver Konkurrenz (Spieltheorie).

Im Pflichtfach Wirtschaftspolitik werden die Einflussmöglichkeiten der wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger auf den Wirtschaftsablauf behandelt, vor allem hinsichtlich der Fragen des Wachstums, der Konjunktur und der Stabilisierung einer Volkswirtschaft. Ein zweites Teilgebiet befasst sich mit Fragen der empirischen Wirtschaftsforschung, beispielsweise der Evaluierung wirtschaftspolitischer Maßnahmen wie z.B. aktive Arbeitsmarktmaßnahmen bezüglich ihrer Wirksamkeit.

Das Pflichtfach Finanzwissenschaft beschäftigt sich mit Theorie und Praxis der Besteuerung, mit den Staatsausgaben und der Staatsverschuldung unter Effizienz- und Verteilungsgesichtspunkten. Neben der wirtschaftstheoretischen und wirtschaftspolitischen Rechtfertigung für fiskalische Eingriffe des Staates bilden die Darstellung und Analyse der Vorzüge und Schwächen bestehender Steuersysteme, aber auch der theoretische Entwurf überlegener Steuersysteme finanzwissenschaftliche Themenschwerpunkte.

Im 4. Fach Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, in dem aus einem umfangreichen Veranstaltungskatalog gewählt werden kann, stehen Fragen der Unternehmensführung und -organisation, der Gestaltung von Produktionsprozessen - auch unter umweltökonomischen Gesichtspunkten -, des Marketings von Konsum-, Industriegütern und Dienstleistungen, aber auch finanzwirtschaftliche Fragen nach der Ausgestaltung der Investitions- und Finanzierungspolitik von Unternehmen oder der Rolle von Kapitalmärkten und der Banken im Vordergrund.

In ihren Vertiefungsfächern und dem Wahlpflichtfach können Studierende auf bestimmten Gebieten der Volks- oder Betriebswirtschaftslehre Spezialkenntnisse erwerben oder ihr ökonomisches Wissen durch Kenntnisse aus Gebieten anderer Fächer ergänzen

Das Wahlpflichtfach kann aus dem folgenden Katalog von volks- und betriebswirtschaftlichen Fächern gewählt werden: Außenwirtschaft, Banken und Finanzen, Entwicklungsökonomie, Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit, Industriebetriebslehre, Internationale Wirtschaftspolitik, Spezielle Steuerlehre, Staatswissenschaften, Theoretische Statistik, Umweltökonomik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschafts- und Sozialstatistik. Alternativ zu den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern kann auch ein anderes Fach wie z.B. Geographie, Mathematik, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaften oder Soziologie gewählt werden. Voraussetzung für die Wahl eines nichtwirtschaftswissenschaftlichen Faches ist aber immer, dass der sinnvolle Zusammenhang mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaft durch den Prüfungsausschuss anerkannt wird.

Für die Wahl der Vertiefungsfächer wird der obige Katalog der volks- und betriebswirtschaftlichen Fächer noch ergänzt durch die Fächer: Dynamische Wirtschaftstheorie, Finanzmärkte und Makroökonomie, Strategisches Denken und Wettbewerbspolitik.

 

Kooperation mit der Universität Mannheim

 

Seit 1998 besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Fakultät für VolkswirtschaftslehreExterner Inhalt der Universität MannheimExterner Inhalt , die es Studierenden wechselseitig ermöglicht, das Studienangebot beider Fakultäten im Wahlbereich zu nutzen und die entsprechenden Teile des Diplomexamens an der Partnerfakultät abzulegen.
Um das jeweils eigenständige Profil der Abschlüsse beider Fakultäten zu wahren, ist der Umfang der an der jeweils anderen Fakultät abzulegenden Teile des Diplomexamens begrenzt.

Der maximale Umfang beträgt

  • entweder die Diplomarbeit sowie volkswirtschaftlichen Veranstaltungen aus dem Wahlbereich, die im Umfang einem Vertiefungs- oder Wahlpflichtfach in Heidelberg entsprechen;
  • oder volkswirtschaftlichen Lehrveranstaltungen, die im Umfang zwei Fächern aus dem Heidelberger Wahlbereich entsprechen (zwei Vertiefungsfächer oder ein Vertiefungs- und ein Wahlpflichtfach oder gegebenenfalls zwei Wahlpflichtfächer).

 

Ein Vertiefungsfach in Heidelberg entspricht in Mannheim 14 Kreditpunkten Vorlesung plus gegebenenfalls zugehörigen Übungen plus gegebenenfalls 6 Kreditpunkten Seminar. Ein Wahlpflichtfach in Heidelberg entspricht in Mannheim 21 Kreditpunkten Vorlesung plus gegebenenfalls zugehörigen Übung plus 6 Kreditpunkte Seminar.

 

Fächermatrix

Die Fächermatrix gibt Ihnen einen Überblick über die Anerkennung von Lehrveranstaltungen für das 4. Pflichtfach (Allg. BWL), die Wahlfächer sowie das Wahlpflichtfach.

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 01.03.2016
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