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Bereichsbild

BMBF-Forschungsprojekt "INFINUM"

2. INFINUM Workshop zum Umweltinformationsgesetz / 8. und 9. Februar 2013 / IWH Heidelberg

1.  INFINUM Workshop zum Umweltinformationsgesetz / 13. und 14. Januar 2011 / IWH Heidelberg

 

Projekt: "Informierte Bürger als Instrument der Umweltregulierung. Eine ökonomische Analyse der Aarhus-Konvention"

 

Geplante Laufzeit: 01.03.2010 - 28.02.2013

 

Kontext

Die Aarhus-Konvention und die neuen gesetzlichen Regelungen zur Umweltinformation in Deutschland und anderen Ländern markieren die Etablierung eines neuen Umweltregulierungsparadigmas. Ein zentrales Element ist dabei die Ergänzung des regulierenden Staates durch das Engagement der Bürger und der Zivilgesellschaft. Der "informierte Bürger" wird somit ein Eckpfeiler der Regulierungsnorm und -realität. Welche Anreize schafft diese neue Form der Umweltregulierung für Regulatoren, Regulierte und Bürger? Kann der "informierte Bürger" die in ihn gesetzten Erwartungen in Hinblick auf Effektivität und Effizienz der Regulierung erfüllen? Diese und andere wichtigen Fragen bedürfen jetzt einer Klärung.

 

Projekt

INFINUM ist ein 3-jähriges Forschungsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderschwerpunktes, Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit. Sein Gegenstand ist die fundierte ökonomische Analyse des neuen Umweltregulierungsparadigmas des "informierten Bürgers". Die bisher weitgehend unbekannte Wirkungsweise solcher Institutionen wird durch Verknüpfung von theoretischen, empirischen und experimentellen Ansätzen beleuchtet und erschließt sowohl inhaltlich als auch methodisch Neuland. Die Integration des Akteurs "Öffentlichkeit" in den bisher bilateralen Regulierungsprozess wird systematisch und umfangreich analysiert. Dies gewährt eine Identifikation von Konfliktfeldern sowie deren Quantifizierung und die Erarbeitung von zielführenden Gestaltungsrichtlinien für ein effektives Regulierungsdesign. Grundlage ist die rechtliche Implementierung der Aarhus-Konvention. Das praktische Projektziel umfasst konkrete Vorschläge für eine zielgerichtete Umsetzung der Konvention unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Belange. Die Nutzbarmachung und Weiterentwicklung der modernen Regulierungsökonomik in eine völlig neue Richtung ist der zentrale wissenschaftliche Beitrag des Projektes.

 

Methoden

Die Bearbeitung des Gegenstandes verlangt eine Kombination von theoretischen, empirischen und experimentellen Ansätzen. In neuen eng miteinander verzahnten Arbeitspaketen werden durch Anwendung und Weiterentwicklung der modernen Regulierungsökonomik Anreizstrukturen beleuchtet, das Verhalten der beteiligten Akteure erklärt und empirisch validiert.

  • Modellierung und Analyse der Anreizstrukturen sowie Effizienz- und Verteilungswirkungen von Informationsprogrammen in trilateralen, die Öffentlichkeit einbeziehenden Regulierungssystemen mit besonderem Blick auf die Auswirkungen auf Umweltorganisationen.
  • Empirische Validierung der abgeleiteten Hypothesen und Identifizierung der Effektivität europäischer Emissionsregister mit Hilfe moderner ökonometrischer Verfahren.
  • Experimentelle Analyse der Informationswirkungen auf das Bürgerklageverhalten und Bürgeranzeigeverhalten sowie die Fähigkeit zu kollektivem Handeln.

 

Output

INFINUM wird seine Ergebnisse sowohl wissenschaftlich als auch praktisch verwerten. INFINUM mündet in konkrete Empfehlungen für eine differenzierte Umsetzung und Weiterentwicklung der Aarhus-Konvention in Deutschland und Europa. Seinem Zielpublikum in Politik, Verwaltung und Umweltverbänden macht INFINUM seine Ergebnisse durch zwei Stakeholder-Workshops zugänglich. Die Publikation der Ergebnisse in renommierten Fachzeitschriften sichern die Resultate wissenschaftlich ab. Konferenzpräsentationen sorgen für die angemessene Kommunikation und die Eröffnung unmittelbarer Möglichkeiten der Anschlussforschung. Ferner beinhaltet INFINUM zwei Dissertationsprojekte, in denen durch die Ausbildung der Nachwuchswissenschaftler/innen Kapazitäten geschaffen werden, die sowohl Wissenschaft als auch Praxis zur Verfügung stehen.

 

Kontakt

Lehrstuhl für Umweltökonomik
Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften
Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg
Telefon: 06221/54-8011
Fax: 06221/54-8020
E-Mail: office@eco.uni-heidelberg.de

 

Editor: Wiebke Tubbesing
Latest Revision: 2013-01-08
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