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Zuschnitt Frontier

Potenziale jungen und alten Alters. Eine interdisziplinäre Erkundung sozialer Möglichkeitsräume unterschiedlicher Altersgruppen.

In Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut (Prof. Dr. Hans-Werner Wahl) und dem Ökumenischen Institut (Prof. Dr. Friederike Nüssel) der Universität Heidelberg startet das Diakoniewissenschaftliche Institut im April ein Projekt zum Thema Potenziale jungen und alten Alters. Das Projekt wird finanziert aus dem Innovationsfonds FRONTIER der Exzellenzinitiative II, der im Rahmen des Zukunftskonzepts der Universität Heidelberg eingerichtet wurde.

 

Das Ziel des neunmonatigen Projektes besteht darin, der vorherrschenden defizitären Sicht auf das Alter anhand einer innovativen interdisziplinären Konstellation eine ressourcenorientierte gegenüberzustellen und auszuarbeiten. Denn zwar werden immer mehr Menschen heute alt und nicht wenige von ihnen weisen bis ins hohe Alter gute geistige und physische Fitness auf. Dennoch herrscht in der Gesellschaft weiterhin ein eher negatives Bild von Alter vor, das vor allem die Defizite betont und den Verfallsaspekt akzentuiert. Sozialwissenschaftliche Analysen des Alters haben bereits in den 1990er Jahren eine „strukturelle Lücke“ (structural lag) ausgemacht zwischen aktuell gelebten Altersformen bzw. vorherrschenden Altersbildern und den tatsächlichen Potenzialen eines „neuen“, in dynamischer Veränderung befindlichen Alters (weiterer Anstieg der Lebenserwartung, verbesserte Gesundheit, neue Kompetenzen und Lebensstile). Seither wurden unterschiedliche Alter differenziert (vor allem „junges“ versus „altes Alter“ bzw. 3. und 4. Alter), die Bewertungen des Alters haben sich insgesamt jedoch gesellschaftlich nur unwesentlich geändert. Konkret sollen die Potenziale des Alters unter Aspekten des freiwilligen Engagements primär im Kontext von Pflege aufgedeckt (diakoniewissenschaftliche Perspektive), die Selbstsicht der alten Menschen im Hinblick auf soziale Möglichkeitsräume empirisch abgebildet (psychologische Perspektive)  und Altersbilder daraufhin untersuchen werden, wie die im Alter oftmals ansteigende Bedeutung von Religiosität positiv in einen Diskurs neuer Potenziale aufgenommen werden kann (theologisch-ökumenische Perspektive). Das Projekt will mit einer für die Alternsforschung neuartigen interdisziplinären Konstellation dazu beitragen, die Potenziale des Alters in neuartiger Weise zu akzentuieren, die strukturelle Lücke zwischen Altersbildern und Potenzialen zu reduzieren und zur Förderung der Kohäsion alternder Gesellschaften beizutragen. Das vorliegende Projekt soll zeigen, inwieweit dies möglich ist, und dabei Chancen, Risiken und „Untiefen“ der interdisziplinären Vernetzung aufdecken.

 

Die Förderung des Projekts erfolgt in Entsprechung zu den Richtlinien des Innovationsfonds FRONTIER der Exzellenzinitiative II. Er „fördert kleinere bis mittlere Projekte, die sich durch herausragende wissenschaftliche Qualität und hohes Innovationspotenzial auszeichnen. Unterstützt wird insbesondere risikoreiche, aber erfolgversprechende Forschung in sich noch entwickelnden Gebieten, die durch etablierte Förderinstitutionen nur eingeschränkt finanziert wird. Dies können exzellente Vorhaben eines Faches sein, aber auch interdisziplinäre Verbünde und Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen.“ (http://www.uni-heidelberg.de/exzellenzinitiative/zukunftskonzept/frontier_de.html)

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 27.04.2016
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