DWI - Institutsabend im Sommersemester 2016

  • Institusabend2016-2

    DWI Insitutsabend im Sommersemester 2016
  • Institusabend2016-3

    DWI Insitutsabend im Sommersemester 2016

Zum Institutsabend des Sommersemesters 2016 am 7. Juni war Angela Glaser zu Gast um das Projekt Vis-a-vis vorzustellen. Der Titel des Abends lautete: „Parish Nursing – ein weltweites Model zur Begleitung kranker Menschen in der Kirchengemeinde. Erfahrungen aus der Evangelischen Kirche der Pfalz“.

Ein weltweites Modell, mit dem Erfahrungen in der Pfalz gemacht wurden? Was es damit auf sich hatte, verriet Angela Glaser, die gelernte Altenpflegerin ist und Absolventin des Masterstudiums Diakoniewissenschaften, gleich zu Beginn: Sie selbst war 2008 erstmals der Idee des „parish nursings“ begegnet und beschloss daraufhin, diese Idee auch in Deutschland zur Umsetzung zu bringen.

Das Grundprinzip des sog. Parish nursings besteht darin, dass eine Pflegefachkraft von ihrer Kirchengemeinde beauftragt wird, die kranken Menschen und ihre Angehörigen in den Blick zu nehmen und zu unterstützen. Pflegerische Aspekte spielen dabei keine Rolle, sondern es geht primär um die seelsorgerliche Begleitung und Unterstützung von kranken Menschen.

In Deutschland gründete sich zu diesem Zweck Vis-a-vis, ein Projekt, dass bisher v.a. in der Pfalz tätig ist, aber auch in anderen Teilen Deutschlands. Träger des überkonfessionellen Projektes ist der Missionarisch-Ökumenische Dienst in der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Um Vis-a-vis Fachkräfte auszubilden und zu unterstützen, spielen Schulungen eine große Rolle: Im Rahmen ihrer Masterarbeit setzte sich Frau Glaser mit der Frage auseinander, wie die im englischsprachigen Raum bereits bestehenden Schulungen auch für den deutschen Kontext nutzbar gemacht werden konnten. Heute besteht die Schulung zur Vis-a-vis Fachkraft aus einem Basisseminar mit 4 Modulen, zusätzlich werden Seminartage angeboten. In den Modulen geht es dabei um Themen wie Spiritualität und Seelsorge, dem Aufbau von einer Struktur von  Ehrenamtlichen in der Gemeinde oder der Frage nach der Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten (wie z.B. Pflegediensten).

Vor Ort besteht eine Vis-a-vis-Arbeit dann aus einer Steuerungsgruppe, einer Vis-a-vis-Fachkraft und idealerweise einem Team von Ehrenamtlichen, die sich engagieren und dabei von der Fachkraft betreut werden. Auf welche Arten und Weisen das dann vor Ort geschieht, ist sehr unterschiedlich: Zusätzlich zu Besuchen berichtet Frau Glaser beispielsweise auch vom „Treffpunkt Hoffnung“ einer Anlaufstelle und Begegnungsstätte für Kranke in Gemeinderäumen, aber auch Lesungen, Gebetstreffen oder die Begleitung zu Ärzten.

Gemeinsam hat die Arbeit, das sie weltweit mit verschiedenen „Parish Nursing“-Netzwerken verbunden ist, die sich gegenseitig in ihrer Arbeit befruchten, z.B. durch gegenseitige Besuche oder gemeinsame Kongresse.

Die anschließende Fragerunde drehte sich v.a. um die Frage der Verortung von Vis-a-vis inmitten von anderen Angeboten und Dienstleistern. Dabei betonte Angela Glaser, dass Vis-a-vis sich durchaus als komplementäres Angebot versteht, als „Kirche“ aber eine einzigartige Perspektive mitbringt und die Stärke des Angebots in der Begleitung und des spirituellen Angebots liegt. Dennoch liegt der Reiz des Modells „Parish Nursing“ auch darin, dass eine ausgebildete Pflegekraft dazu beauftragt wird: Sie bringt in die Arbeit mit kranken Menschen eine berufliche Professionalität hinein und kann diese Erfahrungswerte an alle Ehrenamtlichen weitergeben, die sich im Rahmen von Vis-a-vis engagieren. 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 24.10.2016
zum Seitenanfang/up