Aktuelle Forschungsprojekte

 Violence Against Civilian Victims on the Eastern Front of World War II

(gefördert von der Volkswagenstiftung (Laufzeit: 2016-2018)

Mitarbeiter: Wolfgang Schneider

 

Das Projekt untersucht Verbrechen an der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete der Sowjetunion, besonders Russlands und der Ukraine. Beteiligt sind Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Russland und der Ukraine, darunter sieben Expertinnen und Experten der Sowjetischen Geschichte und der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und sieben Doktorandinnen und Doktoranden aus den drei Ländern. Auf deutscher Seite wird das Projekt von Prof. Dr. Tanja Penter geleitet. Die Projektkoordination ist Aufgabe der deutschen Seite, Projektkoordinator ist Wolfgang Schneider.

Aufbauend auf neueren Forschungen zu lokalen Praktiken der deutschen Besatzungsherrschaft und zum Holocaust in der Sowjetunion, sowie einem wachsenden Interesse an den Besonderheiten des Kriegsstalinismus und den Repressionsmaßnahmen des sowjetischen Staats während des Kriegs werden im Rahmen des Projekts sechs thematische Kernbereiche erforscht: 1) Erfahrungen der Zivilbevölkerung unter verschiedenen deutschen Besatzungsregimen und Gewalt als eine spezielle Form der Herrschaftsausübung; 2) lokale Kontexte und Korrelationen zwischen Ideologie und Politik; 3) der Holocaust im Kontext anderer Formen von Gewalt; 4) Gewalt an der sowjetischen Heimatfront; 5) Gewalt als Teil der Befreiung durch die Rote Armee und der Re-Sowjetisierung der befreiten Gebiete; 6) lokale Gewaltkulturen. Die Lokalstudien werden im Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs im Osten und der repressiven Politik der Kriegsstalinismus analysiert. Als Quellengrundlage der Untersuchungen dienen unter anderem Materialien aus ukrainischen Archiven, die erst kürzlich für wissenschaftliche Untersuchungen freigegeben wurden.

Das Forschungsprojekt wird von der Volkswagenstiftung im Rahmen des Programms „Trilaterale Partnerschaften - Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaftler(innen) aus der Ukraine, Russland und Deutschland" gefördert. In diesem Rahmen wird die wissenschaftliche Kooperation in allen Fachdisziplinen gefördert. Die Ziele des Programms beschreibt die Volkswagenstiftung folgendermaßen: „Vor dem Hintergrund des aktuellen Konfliktes zwischen der Ukraine, Russland und der EU soll durch die einmalige Ausschreibung die grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler(inne)n aus den beteiligten Ländern gestärkt und so ein Beitrag zur Annäherung, Vertrauensbildung und Verständigung in der Region sowie zur Aufracherhaltung des Dialogs mit den Fachkolleg(inn)en auch in Deutschland geleistet werden."

 

Nukleare Technopolitik in der Sowjetunion

(gefördert von der DFG, Laufzeit 2017-2020)


Mitarbeiterin: Laura Sembritzki

Nähere Informationen unter: https://nuctechpol.wordpress.com/

Wie keine andere Technologie veranschaulicht die Atomkraft die Ambivalenz der Hochmoderne. In der Geschichte der Sowjetunion spielte sie eine herausragende Rolle, indem sie anfangs den Aufstieg zum Status der Supermacht beschleunigte und Zukunftsvisionen bestärkte. Später trieb sie durch die Katastrophe von Tschernobyl aber ab 1986 ihren Niedergang voran.

Vor diesem Hintergrund ist die sowjetische Nukleargeschichte seit dem Zerfall der UdSSR sowohl in der breiten Öffentlichkeit wie auch in der Forschung auf lebhaftes Interesse gestoßen. Die frühe Forschung konzentrierte sich stark auf „Stalin und die Bombe“ (D. Holloway), während neuere Studien sich besonders mit der Tschernobyl-Katastrophe, ihrer Vorgeschichte und ihren Konsequenzen beschäftigen. Gleichzeitig hat die Entwicklung des sowjetischen und postsowjetischen Nuklearsektors, dessen Forschungs- und Produktionsinfrastruktur sowie seiner internationaler Verflechtung der 1960er und 1970er Jahre sowie nach 1991 weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Die vier vernetzten Projekte, die das NucTechPol-Forschungscluster bilden, werden dazu beitragen, diesen weißen Fleck in bedeutender Hinsicht auszufüllen.

Alle vier Teilprojekte machen sich das Potential der Nukleargeschichte zunutze, Schlüsselerkenntnisse zur komplexen Vernetzung von Technologie, Politik, Gesellschaft und Umwelt zu generieren,  die für die Ära der Hochmoderne kennzeichnend ist.

 

Gemeinschaftsbauten als gemeinsames Bauerbe. Siebenbürgisch-sächsische Schul-, Pfarr- und Gemeindehäuser um 1900 und nach der Auswanderung

(gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur- und Medien, Laufzeit 8/2016–11/2017)

Bearbeiter: Timo Hagen, M.A.

 

Leibniz-Forschungsprojekt: World War II - Everyday Life under German Occupation

Im Rahmen des Editions- und Forschungsprojektes "World War II - Everyday Life under German Occupation" am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung entsteht eine forschungsgestützte Edition von Quellen zur Alltags- und Gewalterfahrung der Bevölkerung in den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten. Durch den vergleichenden Blick auf Phänomene des Kriegsalltags in ganz Europa will die Edition einen Beitrag zur Verwissenschaftlichung der Debatten leisten. Flankiert wird die Projektarbeit daher durch die Identifikation und Diskussion von Forschungsfeldern, die die vergleichende Untersuchung von Kriegserfahrungen in den kommenden Jahren leiten können und von Synthesen, die erstmals einen gesamteuropäischen Blick auf die behandelten Phänomene entwickeln. Im Rahmen dieses Projektes ist Tanja Penter als Supervisorin für die Ukraine tätig.

Transitional justice: Recht, Justiz und Umbruch in Russland

Ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Tanja Penter in Vorbereitung.

 


Abgeschlossene Forschungsprojekte

Die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter in Belarus und Russland

Ein abgeschlossenes Forschungsprojekt von Prof. Dr. Tanja Penter

Im Rahmen eines internationalen und durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ geförderten Forschungsprojektes am Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“  wurde im Jahr 2000 auf Initiative deutscher Unternehmer und des Staates gegründet. Die Hauptaufgabe der Stiftung lag bis 2007 in der Entschädigung von Zwangsarbeitern, die während des Nationalsozialismus in Haftstätten, Landwirtschaft, Industrie und Verwaltung für den deutschen Staat arbeiteten. Mit dem Ziel, den Opfern der deutschen Kriegswirtschaft nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen materielle Entschädigung zu leisten, wurden zwischen 2001 und 2007 4,4 Milliarden Euro an 1,66 Millionen Menschen ausgezahlt.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Ruhr-Universität Bochum hat ein internationales Forscherteam die zeithistorische Dimension der Stiftung EVZ und ihrer Partnerorganisationen untersucht. Im Fokus der Forschung standen die Entschädigungspraxis, die Ergebnisse und die politischen, sozialen und kulturellen Folgewirkungen der Zwangsarbeiterentschädigung. Prof. Dr. Tanja Penter hat im Rahmen des Forschungsprojektes die Teilprojekte zur Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern in Belarus und in Russland bearbeitet.

 

Das lokale Gedächtnis – Erinnerungen an Krieg, deutsche Besatzung und Nachkriegszeit im Donezbecken/ Ukraine, oral history Projekt

Ein abgeschlossenes Forschungsprojekt von Prof. Dr. Tanja Penter gemeinsam mit Dr. Dmytro Tytarenko aus Donec‘k/ Ukraine

 

Landesbauernführer in Zichenau. Auf den Spuren von Erich Spickschen im nationalsozialistischen Ostpreußen (1939-1945)

Ein Forschungsprojekt von Dr. Christian Rohrer 

Ziel des Forschungsprojektes ist, Aufschluss über Erich Spickschen als Landesbauernführer im Regierungsbezirk Zichenau (1939-1945) zu erhalten. Diese Kombination von Elementen -- Mensch, Funktion, Zeit und Raum -- wird zu Kernfragen des nationalsozialistischen Ostpreußens zur Zeit des Zweiten Weltkrieges führen. In Einzelstudien werden dabei personelle, ideologische, strukturelle und prozessuale Aspekte en detail untersucht.

 

Vom russischen Kolonisten zum Bundesbürger: Grundlinien russlanddeutscher Geschichte
(gefördert durch die Bundesregierung) Abgeschlossen

Bearbeiter: Dr. Viktor Krieger

In Deutschland leben heute mehr als zweieinhalb Millionen Bundesbürger russlanddeutscher Herkunft; somit stellen sie einen gewichtigen demographischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Faktor in diesem Land dar. Ihre jahrhundertelangen, zum Teil leidvollen Erfahrungen sind zu einem integralen Bestandteil nicht nur der russischen, sondern auch der deutschen Geschichte geworden. Die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Darstellung der historischen und soziokulturellen Entwicklung dieser Minderheit soll zum besseren Verständnis zwischen den verschiedenen Gruppen der deutschen Gesellschaft beitragen und Vorurteilen, Klischees und Irrtümern entgegenwirken. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Aufklärung der jüngeren Generation, um so mehr, als in vielen Ortschaften und Städten der Anteil der Schüler aus Familien mit russlanddeutschem Hintergrund bereits im zweistelligen Bereich liegt. Diese Arbeit wendet sich in erster Linie an Lehrkräfte aller Schularten, Journalisten und Medienvertreter, Mitarbeiter in Aussiedlerberatungen und -betreuungen, Studenten der pädagogischen, sozialen und geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen und selbstverständlich an alle, die sich für dieses Thema interessieren.

 

Junior Research Group “Transgressing Spaces and Identities in Urban Arenas – the Case of Harbin (1898-1949)”


(Nachwuchsforschergruppe “Grenzüberschreitungen und transkulturelle Prozesse im städtischen Raum. Der Fall der mandschurischen Stadt Harbin, 1898–1949”)
Exzellenzcluster 270 „Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows“, Universität Heidelberg
Projektleitung: Dr. Frank Grüner
Doktoranden: Susanne Hohler, Sören Urbansky, Xin Yuan
Projekt-Webseite: www.asia-europe.uni-heidelberg.de/research/areas/b/projects/b10-harbin 


The project “Transgressing Spaces and Identities in Urban Arenas“ focuses on Harbin as a global city between 1898 and 1949. During this period Harbin, located in the northeast of China, became a city of different national, ethnic and cultural communities. It was above all a town of emigrants, forced or attracted to live in Harbin for different reasons: the construction of the railway by the Russians and the Chinese and the opening of Harbin to the international market that followed, or political circumstances – the situation in Russia before and after the revolution and the takeover of Manchuria by the Japanese, and finally the Holocaust against the Jews in Europe etc. The manifold encounters of these Asian and European population groups, concurrently with several changes of the political authorities, created a specific and extraordinary kind of urban global sphere in the city of Harbin.
The Junior Research Group explores transcultural relationships and processes of exchange between different national, ethnic and religious communities during the first half of the 20th century in Harbin (Manchuria) with focus on the Russian, Jewish, Chinese and Japanese populations. The question as to what degree processes of transgressions of boundaries can be observed within different transcultural and transnational public spheres – with respect to everyday-life, trade and economy, language and culture, politics and identity formation - will be of special interest.
The project aims to examine these phenomena in connection with institutions, non-institutionalised groups or performative acts. It focuses on Harbin, because it politically, socially and culturally marks a global „border city“, where nodal points connect a variety of flows between Europe and Asia.

For further information please contact:
Dr. Frank Grüner
Junior Research Group Leader
Cluster of Excellence „Asia and Europe in a Global Context“
University of Heidelberg
email: gruener@asia-europe.uni-heidelberg.de

 

Die nationalsozialistische Okkupationspresse in den besetzen Gebieten der Sowjetunion, 1941-1944

Link zur Projekthomepage: www.besatzungspresse.uni-hd.de

 

Forschungsprojekt zur Vergleichenden Stadtkultur (DFG)

Kino im Kontext von Stadtkultur und Stadtgesellschaft. St. Petersburg im Vergleich mit Berlin und London, 1900 bis 1930

Leiter: Prof. Dr. Heinz-Dietrich Löwe und Prof. Dr. Clemens Zimmermann

Bearbeiterin: Dr. Brigitte Flickinger
 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 13.06.2017
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