Hedwig Marx-Kirsch-Stiftung

In das Jahr 1921 fällt die eigentliche Gründung des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg in den heutigen Räumen Augustinergasse 7. Den Grundstock der Seminarbibliothek legte eine Stiftung des Mannheimer Bankiers Hofrat Hermann Albert Marx im Gedenken an seine früh verstorbene Gattin, die seinerzeit hochgeachtete Pianistin Hedwig Marx-Kirsch (1884–1920). Das Stiftungsvermächtnis umfaßt über die finanziellen Zuwendungen hinaus die dauerhafte Aufstellung der Musikbibliothek der Verstorbenen in den Räumen des Seminars mit wissenschaftlicher Standardliteratur und umfangreichen Notenbeständen, darunter Erstdrucken aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert sowie rund fünfhundert Opernklavierauszügen. 1922 erhielt Hermann Albert Marx, inzwischen in Berlin lebend, die Würden eines Ehrenbürgers und Ehrensenators der Universität und 1923 den Doktor h.c. der Philosophischen Fakultät. Marx seinerseits bedankte sich mit einer beträchtlichen Zustiftung. Anfang 1937 setzte Marx seinem Leben freiwillig ein Ende, zwei Jahre nach den Nürnberger Rassegesetzen und eine Jahr vor den Progromen der Reichskristallnacht. Die jährlichen Zuweisungen und Sondermittel der Stiftung stehen bis heute der Heidelberger Seminarbibliothek zur Verfügung, in ehrendem Andenken an den Stifter und die seiner Stiftung im Namen verbundene Künstlerin.

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Letzte Änderung: 12.11.2012
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