Leitfäden
Plagiatskontrolle

Wissenschaftliches Arbeiten

Recherche
Powerpoint / Keynote-Präsentationen
Thesenpapier (Paper, Handout)
Organisation und Zeitplanung
Unterschied zwischen Referat und Hausarbeit
Checkliste vor der Abgabe

Zur Entwicklung von Referaten und Hausarbeiten

Das Referat und die Hausarbeit sind die Gelegenheit, ein Thema selbständig zu erfassen und zu bearbeiten. Dabei gilt es, aus eigenen Gedanken und angelesenem Wissen ein schlüssiges Endprodukt zu gestalten, das schließlich in einer für wissenschaftliche Arbeiten angemessenen Form Darstellung finden muss. Zur ersten Orientierung kann das Nachschlagen in den wichtigsten Lexika und Handbüchern unseres Faches dienen. Am Anfang einer jeden Beschäftigung mit Objekten steht die Suche nach Abbildungsmaterial, denn das Kennenlernen des Objektes und seine Beschreibung gehören zum Einstieg in das Thema.
Als Einstiegshilfe ist neben der der Bildersuche in HeidICON und Prometheus auch die Google-Bildersuche und Wikipedia hilfreich, auch erste Literaturangaben lassen sich hier oft finden. Diese Quellen sind, wie alle Quellen, jedoch mit Vorsicht zu genießen und auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, d.h. sie dürfen unter keinen Umständen eins zu eins übernommen werden.
Nach dieser ersten Betrachtung sollte man sich darüber klar werden, welche Fragestellung in der Arbeit verfolgt werden soll/kann. Daraus ergibt sich eine erste Disposition/Gliederung der Arbeit, woran sich nun eine gezielte Literatursuche anschließt.

Recherche

Eine gezielte Recherche lässt sich am besten mit Hilfe von Bibliographien durchführen. Bibliographien enthalten eine systematische Auflistung aller Titel zu einem bestimmten Themenbereich; in der Vergangenheit erscheinen Bibliographien häufig als jährliche Folgebände, in denen jeweils eine festgelegte Auswahl von Neuerscheinungen aufgenommen sind. Zahlreiche Bibliographien können inzwischen als Computerdatenbanken auf CD-ROM oder im Internet (beispielsweise über die UB-Homepage) abgerufen werden. Einführungen in die Benutzung dieser Recherchemöglichkeiten werden regelmäßig von der UB angeboten und schließlich gilt: "probieren geht über studieren!" Wichtige bibliographische Werke für KunsthistorikerInnen sind "BHA - Bibliography of the History of Art", "Arts & Humanities Citation Index", "IBZ - Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur aus allen Gebieten des Wissens", auch die "Artbibliographies Modern on disc" und Bibliographien zu einzelnen Gebieten, beispielsweise die "Bibliographie zur Kunst des 19. Jahrhunderts" oder die "International Medieval Bibliography" (Bibliograhie zur Geschichte und Kunst des Mittelalters). Darüber hinaus finden Sie auch im IEK Spezialbibliographien oder Reihen, außerdem auch Jahrbücher von Museen und Institutionen, die aktuelle Aufsätze zu eigenen Beständen u. a. m. enthalten. Nützlich ist auch der Verbundkatalog von vier Kunstbibliotheken (www.kubikat.org), da auch hier Publikationen aus allen Gebieten der Kunstgeschichte auf Basis einzelner Aufsätze ausgewertet werden. Aus der Flut der Ihnen jetzt zur Verfügung stehenden Literatur sollten Sie eine Auswahl treffen und nötigenfalls zu konkreten Stichworten nochmals recherchieren.

Tipps zur Erstellung einer Powerpoint/ Keynote-Präsentation

Da für den Kunsthistoriker die Betrachtung und Analyse der meisten Werke nur mittels Abbildungen möglich ist, sollten Sie sich die mediale Unterstützung Ihres Vortrages nicht unterschätzen. Im Institut für Europäische Kunstgeschichte ist Digitalbildprojektion der Regelfall. Für die Geräte in den Seminarräumen und ihre Vorbereitung sind die Seminarbegleiterin oder der Seminarbegleiter zuständig.

Mangelhafte Präsentationen werden in Seminaren nicht akzeptiert. Eine mangelhafte Präsentation kann wie ein inhaltlich mangelhafter Textbeitrag die Vergabe des Leistungsnachweises ausschließen.
Abbildungen müssen ausreichend groß sein. Bei herkömmlichen Objekten empfiehlt sich ein dunkler, farbneutraler Folienhintergrund (z. B. Mittel- bis Dunkelgrau).
Die Qualität der Abbildungen darf nicht unter dem Niveau der besten am Studienort zugänglichen oder im Internet verfügbaren Vorlagen liegen. Neue Digitalisate werden in der Mediathek des Instituts durch zuständige Fachkräfte angefertigt. Eigene Digitalisate müssen den institutsüblichen Standards entsprechen. Generell gilt, viel Bild, wenig Hintergrund.
Die Bildbeschriftung soll klar und deutlich sein - so groß, dass sie gut lesbar ist, so klein, dass sie die Anschauung des Objekts nicht stört. Bei dunklem Folienhintergrund empfiehlt sich ein gebrochenes Weiß oder Hellgrau.
Angaben zu den Hauptwerken müssen vollständig sein. Bei Architektur und wandfester Ausstattung: Ort / Name des Objekts / Datierung / Künstler, Autor / ggf. Material und Technik, Maße. Bei mobilen Objekten: Künstler, Autor / Titel oder Objektbezeichnung  / Datierung / Material und Technik, Maße / Ort, Standort (Gebäude, Institution).
Die Gestaltung der Folien soll sachorientiert sein und der Anschauung des Objektes dienen. Überfrachtungen, dekorative Hintergründe, Zierschriften und Animationen sind bei herkömmlichen Gegenständen unangebracht.

Weitere Hinweise zu Powerpoint- oder Keynote-Präsentationen

Was angesprochen wird, sollte bebildert sein. Es empfiehlt sich am Anfang und am Ende auf einer Folie ein „best of“ der wichtigsten  Bilder zu zeigen. Dies verschafft einen Überblick, zudem kommen oft Fragen am Ende zu den Schlüsselwerken,  die dann nicht lang gesucht werden müssen. Neben Bildern sollte auch Text verwendet werden, z.B. Bildtitel, Schlüsselworte oder die Grobgliederung.Folien sollten mindestens 5 Sekunden zu sehen sein, wenn Sie nicht genug zu einer Folie zu sagen haben, lassen Sie sie weg. Bilder sollten eher oben platziert werdenen, dies gilt insbesondere für niedrige Präsentationräume, um zu vermeiden, dass Köpfe im Bild sind. Auch die Bildtitel sind unter diesem Aspekt zu platzieren. Bilder sollten eher ganzen Bildschirm füllen, wenn dies die Auflösung zulässt. Es gibt (Größen-)Unterschiede zwischen Beamer- und Bildschirmpräsentation, was auf dem Bildschirm wirkt, schaut eventuell auf Beamer anders auchs und umgekehrt.    Es empfiehlt sich, Präsentationen immer als .ppt zu speichern (97-2003 Version - Sie wissen nicht, ob der Präsentationsrechner die aktuelle Version aufweist. Inzwischen sollte aber auch das neuere .pptx-Format überall laufen), man kann auch Keynote-Dateien (Mac) als .ppt/.pptx oder .pdf speichern.  Wichtig is zudem, durchgängige Zitierweisen und durchgängige Schrifttypen einzuhalten, je einheitlicher desto besser.

Thesenpapier (Paper, Handout)

Schwerpunkt eines Thesenpapiers sind Thesen. Zentrale Aussagen des Referats sind hier in prägnanter, sorgfältig ausformulierter Form niederzulegen.
Daten zu Leben und Werk eines Künstlers, Listen der behandelten Werke oder stichwortartige Aussagen machen noch kein akzeptables Thesenpapier aus.
Ein Thesenpapier umfasst nicht mehr als zwei Seiten.

  • Es verdeutlicht durch Überschriften die Gliederung und den Argumentationsgang des Referats.
  • Es bietet in knapper Form die wichtigsten Daten und Fakten zu den Hauptwerken oder Quellen.
  • Es nennt wichtige Publikationen zum Untersuchungsgegenstand und zur Methode.
  • Es präsentiert (in Einzelpunkten zusammengestellt) Forschungsergebnisse, zentrale Aussagen des Referats, aber auch offene Fragen oder Forschungsdesiderate.

Diese problemorientierten, inhaltlich-argumentativen Aussagen machen den Haupt-teil des Thesenpapiers aus. Sie sind in prägnanter Weise sorgfältig auszuformulieren und bilden eine Grundlage der Seminardebatte.

Organisation und Zeitplanung einer Hausarbeit

Das eigentliche Schreiben der Hausarbeit ist nur ein – kleiner – Teil des ganzen Programms: Am Anfang steht die gründliche Betrachtung und Auseinander¬setzung mit dem jeweiligen Objekt. Dem folgt die das Thema erschließende Literaturrecherche. Ebenso wichtig sind die sinnvolle Konzeption der Arbeit und ihre Abfassung sowie die sorgfältige Korrektur des Textes.

Unterschied zwischen Referat und Hausarbeit

Aus den unterschiedlichen Anforderungen, die an ein Referat und eine Hausarbeit gestellt werden, ergibt sich, dass Vortrag und Text nicht identisch sein dürfen. Das Referat zeichnet sich dadurch aus, dass es als engagierter Vortrag bei den Zuhörern Interesse am Thema weckt und die in der Hausarbeit verarbeiteten oder noch zu verarbeitenden Informationen so anschaulich übermittelt, dass der Zuhörer sie verstehen und nachvollziehen kann. Außerdem bietet die Diskussion des Referats im Seminar wichtige Anhaltspunkte zur weiteren Klärung der Fragestellung und der Argumentation für die Hausarbeit. Beachten Sie auch den Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache. Für das Referat eignen sich eher kürzere Sätze, die nicht verschachtelt sind. Eine Hausarbeit sollte den Leser in die Problematik des Themas einführen, dem Leser Wissen vermitteln, verschiedene wissenschaftliche Positionen und Erkenntnisse gegenüberstellen (also einen Überblick über die grundlegende Literatur bieten) und kritisch beleuchten (also soweit möglich auch bewerten).

Vor der Abgabe

Am Ende bleibt noch die Korrektur Ihrer Arbeit. Lesen Sie Ihre Arbeit am Ende zweimal, zunächst prüfen Sie Ihre Arbeit auf inhaltliche Schlüssigkeit, abschließend die formale Korrektheit. Um Wiederholungen, Schachtelsätze und Widersprüche zu vermeiden, ist zudem einmal laut lesen zu empfehlen. Bevor Sie nun Ihr Referat vortragen und Ihre Hausarbeit abgeben, stellen Sie sich bitte die folgenden Fragen:

1. Fragen zum Inhalt

  • Habe ich das Objekt/Thema sorgfältig genug studiert und daran meine Fragen entwickelt?
  • Habe ich eine Fragestellung so entwickelt, dass sie dem Leser auch deutlich wird?
  • Ist es mir gelungen, diese Frage in einen größeren Kontext von möglichen weiteren Fragen einzuordnen?
  • Habe ich die Fragen im Laufe der Arbeit verändert oder eine Primärfrage durchgehalten?
  • Ist die Ankündigung im Titel meines Referates in meiner Arbeit eingelöst worden, oder wird ein Untertitel zur genaueren Abgrenzung nötig?
  • Ist das Referat/die Hausarbeit klar strukturiert?
  • Ist meine Einleitung so interessant, dass der Leser sich gerne weiter mit meinem Papier beschäftigt?
  • Sind die einzelnen Abschnitte untereinander verbunden, führt jeder Abschnitt logisch von einem zum nächsten?
  • Sind Generalbehauptungen oder zusammenfassende Meinungen konkretisiert worden, sind sie überhaupt nötig – wenn ja, sind sie mit entsprechender Literatur abgesichert?
  • Habe ich meine Hauptthese früh genug eingebracht?

2. Fragen zu Formalia

  • Sind auf dem Titelblatt die notwendigen Angaben wie Name, Adresse und Semesterzahl sowie Studienfächer vorhanden?
  • Habe ich Einleitung und Schluss nicht vergessen?
  • Ist mein Text in klarer, verständlicher Sprache abgefasst und in lesbarer Form geschrieben?
  • Habe ich darauf geachtet, möglichst wenige Wiederholungen und Füllwörter zu verwenden?
  • Sind Zitate nur dort angeführt, wo sie etwas ausdrücken, was mir in dieser Weise nicht möglich wäre?
  • Sind alle Daten und Zitate gut abgesichert?
  • Sind die Bildbeispiele, die ich ausführlicher bespreche, in Form von ausgedruckten Abbildungen beigelegt und so in den Text hineingearbeitet und mit Unterschriften versehen, dass sie leicht zu finden sind?
  • Erfüllt mein Referat/meine Hausarbeit die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit?
  • Habe ich ausreichend Korrektur gelesen? Sind alle Fehler (Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik) verbessert?


 

Seitenbearbeiter: Webadministrator
Letzte Änderung: 28.10.2015
zum Seitenanfang/up