Angela Siebold, M.A.
Lehrstuhl für Zeitgeschichte
Am Lehrstuhl seit
SoSe 2008
Position/Funktion
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin
Kontakt
Büro:
Historisches Seminar, R.135
Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69117 Heidelberg
Tel: +49 (0) 62 21 / 54 - 2451
E-Mail: Angela.Siebold@zegk.uni-heidelberg.de
Sprechstunde: Mo 15-16 Uhr
Zur Person
Angela Siebold, 1981 in Freiburg geboren, studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Politische Wissenschaft und Erziehungswissenschaft in Heidelberg. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Heidelberg. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über den Wandel der offiziellen Geschichtspolitik zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen. 2008 war sie für den Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung in Hamburg tätig und von 2008 bis 2011 Stipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung.
Dissertationsprojekt
ZwischenGrenzen. Der Weg vom geteilten Europa zur Etablierung eines gesamteuropäischen Schengen-Raums in der Wahrnehmung französischer, deutscher und polnischer Printmedien
Kurzdarstellung der Dissertation
Die Jahre nach den politischen Umbrüchen im Europa der späten 1980er Jahre standen für Frankreich, Deutschland und Polen in verschiedenem Maße unter der Herausforderung, Fragen des nationalen Selbstverständnisses neu zu formulieren und gleichzeitig eine erweiterte europäische Identität zu verhandeln. In diesem Kontext spielte die Verschiebung kultureller und politischer Grenzen eine bedeutende Rolle. Diese bedeutete jedoch nicht nur die Erweiterung des europäischen Raumes, sondern auch das Festlegen neuer europäischer Außengrenzen. Mit der Idee eines vereinigten Gesamteuropas gingen zudem nicht nur Hoffnungen, sondern auch zahlreiche Ängste und Vorbehalte einher. Diese bezogen sich häufig auf die Unkontrollierbarkeit identitärer Wandlungsprozesse und neuer Migrationsströme.
Anhand der Diskussionen um die Grenzöffnungen im Zuge des Schengener Abkommens und ihre migrationspolitischen Folgen wird am Beispiel Polens, Deutschlands und Frankreichs untersucht, in welchem Verhältnis die Narrative „Europa“ und „Nation“ seit der Mitte der 1980er Jahre verwendet wurden. Dabei wird vor allem nach deren Funktionen und Wandlungsbedingungen gefragt. Im Fokus stehen zunächst die Diskussionen um die Unterzeichnung des ersten Schengener Abkommens in Westeuropa 1985 und deren Neuinterpretation durch die Umbrüche um die Jahre 1989/90. Des Weiteren werden die Debatten um eine Ausweitung des Schengen-Raums nach Mittel- und Osteuropa bis zu dessen Umsetzung im Jahr 2007 analysiert. Als Quellengrundlage dienen Tages- und Wochenzeitungen sowie veröffentlichte Stellungnahmen gesellschaftlicher und politischer Akteure aus allen drei Ländern.
Stipendien & Auszeichnungen
- 2005 und 2009: Stipendiatin des DAAD
- 2008-2011: Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung
(„Aufbruch 1989 – Gemeinsames Stipendienprogramm der wissenschaftsfördernden Stiftungen“)
Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre
- Geschichte West- und Osteuropas
- Kollektive Identität, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik
- Historische Migrationsforschung
Lehrveranstaltungen
- SoSe 2012
Proseminar: "Im Raume lesen wir die Zeit." Deutsche Grenzfragen von der Reichsgründung 1871 bis zum Schengener Abkommen
- SoSe 2011
Übung: Zur Geschichte und Gegenwart der historischen Forschung. Eine methodologische Einführung (zusammen mit DoktorandInnen des Historischen Seminars)
- SoSe 2009
EPG2-Übung:
Fremdbilder. Regionale, nationale und transnationale Stereotype seit dem
19. Jahrhundert (zusammen mit Marcel Berlinghoff, M.A.)
- WS 2008 / 09:
EPG2-Übung:
Identität und Migration - Zur Konstruktion von Eigen- und Fremdwahrnehmungen im 19. und 20. Jahrhundert (zusammen mit Marcel Berlinghoff, M.A.)
Veröffentlichungen
Aufsätze
- Die Jüngste als Sorgenkind? Plädoyer für eine jüngste Zeitgeschichte als Varianz- und Kontextgeschichte von Übergängen, in: Deutschland Archiv 1/2011, S.105-113 (zusammen mit Marcus Böick).
Online-Version unter: http://www.bpb.de/themen/J9R4QK,0,Die_J%FCngste_als_Sorgenkind.html
- Zwischen Annäherung und Entfremdung. Zur geschichtspolitischen Neukonzeption des deutsch-polnischen Verhältnisses nach 1989, in: Deutschland Archiv 4/2009, S. 677-683.
Online-Beiträge
- 1989 – nach dem Jubiläum: Vier Anregungen zum zukünftigen wissenschaftlichen Umgang mit dem Jahr 1989, in: L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel-Stiftung. http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1030
Rezensionen
- F. Boll u.a. (Hg.): Versöhnung und Politik. Polnisch-deutsche Versöhnungsinitiativen der 1960er-Jahre und die Entspannungspolitik (Beihefte zum Archiv für Sozialgeschichte 27), Bonn 2009, in: Deutschland Archiv 2/2010, S.369.
-
Brahm, Felix: Wissenschaft und Dekolonisation. Paradigmenwechsel und institutioneller Wandel in der akademischen Beschäftigung mit Afrika in Deutschland und Frankreich, 1930-1970, Stuttgart 2010, URL: http://www.scienceblogs.de
Tagungsberichte
- Verschiedene Sektionsberichte für den Historikertag 2010, veröffentlicht unter: http://www.scienceblogs.de