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Besuchen Sie den Blog des Arbeitsbereichs Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa mit studentischen Beiträgen zur Minderheitengeschichte, Veranstaltungs- und Publikationshinweisen.
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Mirjam Schnorr, M.A.

 

Lehrstuhl für Zeitgeschichte

 

Am Lehrstuhl seit

Sommersemester 2013

 

Funktion / Position

Doktorandin, Stipendiatin der Landesgraduiertenförderung im Arbeitsbereich Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa

 

Kontakt

Büro:
Hauptstraße 113, 2. OG, Raum: 206

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg

Tel.: +49 (0) 6221 / 54 - 37702
E-Mail: mirjam.schnorr@zegk.uni-heidelberg.de

Sprechstunde: n.V.

 

Zur Person

Mirjam Schnorr, geb. 1989 in Mannheim, studierte von 2012 bis 2015 im Masterstudiengang Geschichte mit den Schwerpunkten Mittelalterliche und Neueste Geschichte. Das B.A.-Studium in den Fächern Geschichte und Philosophie schloss sie im Wintersemester 2011/12 in Heidelberg mit einer Arbeit über die „Intellektuelle Kollaboration in den besetzten russischen Gebieten während des Zweiten Weltkrieges“ ab. Von 2013 bis 2014 arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft im Dauerausstellungsprojekt "Dokumentation NS-Ordensburg Vogelsang" mit, dessen wissenschaftliche Konzeption am Lehrstuhl für Zeitgeschichte und Public History ausgearbeitet wurde. Ihre Masterarbeit verfasste sie zum Thema "Ordensjunker vor Gericht. Die Prozesse gegen Franz Murer (1963) und Leopold Windisch (1967/69)". Berufliche Erfahrungen sammelte sie unter anderem als Praktikantin und wissenschaftliche Hilfskraft bei den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim im Sonderausstellungsvorhaben „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“. Im März/April 2015 war sie als Besucherführerin für die Wanderausstellung  "Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht" am Landgericht Heidelberg  beschäftigt. Von Juni bis August 2015 arbeitete sie außerdem als wissenschaftliche Hilfskraft im Arbeitsbereich Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa. Im April 2015 wurde sie als Doktorandin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte angenommen. Ihr Dissertationsprojekt, das seit August 2015 durch ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung unterstützt wird, widmet sich dem Thema der Prostitution und Zuhälterei im Dritten Reich und nimmt in lokaler Perspektive die Situation von "asozialen Frauen" in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945 in den Blick.

 

Forschungsinteressen

  • Geschlechter-, Frauen- und Sexualitätsgeschichte
  • Soziale Randgruppen im Nationalsozialismus
  • Erziehung im "Dritten Reich"
  • Kollaboration und Widerstand während des Zweiten Weltkrieges
  • Nationalsozialistische Gewaltverbrechen in Osteuropa
  • "Vergangenheitsbewältigung" und Aufarbeitung von NS-Verbrechen

 

Stipendien und Auszeichnungen

 

Zum Dissertationsprojekt

Prostitution und Zuhälterei im "Dritten Reich". Zur Situation von "asozialen Frauen" in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945 (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht auf lokalgeschichtlicher Ebene die Situation von Frauen, die zwischen 1933 und 1945 in den größten badischen und württembergischen Städten – in Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe – der Prostitution nachgingen. Prostituierte galten im Nationalsozialismus als „asozial“ und abnormal, moralisch verkommen und „schwachsinnig“ und waren damit innerhalb der „Volksgemeinschaft“ unerwünscht. Sie wurden ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt. Die Prostitutionspolitik der Nationalsozialisten war aber keinesfalls einheitlich, sondern von lokalen Einzel- und Sonderregelungen geprägt. Die Dissertation soll diese Regelungen für die ausgewählten Städte herausarbeiten sowie die alltägliche Lebenswirklichkeit der Frauen in Bezug auf rechtliche, politische, soziale und ökonomische Fragen in den Blick nehmen. Hierbei sollen nicht nur an der Diskriminierung und Verfolgung beteiligte Institutionen wie Gesundheitsämter, Fürsorgestellen und Polizei beleuchtet werden, sondern ebenfalls einzelne Lebensläufe von Personen rekonstruiert und für die Zeit von 1933 bis 1945 nachvollzogen werden. Ausblicke auf die Nachkriegszeit und die anhaltende Kriminalisierung von Prostitution sollen ebenfalls geleistet werden.
Das Projekt reiht sich in das bisher noch wenig bearbeitete Forschungsfeld zu „Asozialität“ und insbesondere Prostitution und Zuhälterei  im Nationalsozialismus ein. Die Dissertation ist sowohl sozial- als auch medizingeschichtlich angelegt, und sie leistet einen Beitrag zur Minderheiten- und Lokalgeschichte des deutschen Südwestens. Durch die Untersuchungen auf städtischer Ebene können Rückschlüsse auf die Prostitutionspolitik des NS-Regimes und dessen Bewertung von Prostitution gezogen werden. Die stadtgeschichtlich ausgerichtete Perspektive trägt also zur Grundlagenerforschung des Themas bei. Es können überdies Fragen zum generellen Frauenbild der nationalsozialistischen Ideologie und zu der in der Gesellschaft des „Dritten Reiches“ vorherrschenden Doppelmoral bezüglich des Themas Sexualität beantwortet werden.

 

Lehrveranstaltungen

WS 2017/18 Von der Indoktrination in den Vernichtungskrieg: NS-Ordensburgen zwischen Ideologie, Verbrechen und Erinnerung (EPG2)

SS 2016 Sex unterm Hakenkreuz. Prostitution und Zuhälterei im "Dritten Reich" (EPG2)

 

Vorträge

  • September 2017 „Zur Kontrolle und Repression von Devianz und Delinquenz im ‚Dritten Reich‘: Prostituierte und Zuhälter vor Mannheimer und Karlsruher Gerichten zwischen 1933 und 1945“, 5. Kolloquium für Kriminalität und Strafjustiz in der Neuzeit. Schwerpunktthema: Kulturelle und ethnische Diversität in der Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz, Institut für Jugendarbeit, München/Gauting.
  • Juni 2017 „Die ‚Hurenbewegung‘. Zum Kampf von Frauen in der Prostitution um Rechte und Anerkennung in der Bundesrepublik seit 1975“, IWH-Symposium „Medialität der Menschenrechte. Geschichte und Genese der Menschenrechtsidee als öffentliche Angelegenheit in Europa seit dem 19. Jahrhundert“, Internationales Wissenschaftsforum, Heidelberg.
  • Februar 2017 „'Sittlich verwahrlost und arbeitsscheu'. Prostitution und Zuhälterei in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, Workshop „Historische Perspektiven auf 'Prostitution'“, Humboldt-Universität, Berlin.
  • Dezember 2016 „Prostitution im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, 6. Landesweiter Tag der Genderforschung in Sachsen-Anhalt, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg.
  • April 2016 „Prostitution und Zuhälterei im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart zwischen 1933 und 1945“, VII. Doktorandenforum am Historischen Seminar, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg.
  • Juni 2015 „Prostitution im ‚Dritten Reich‘. Zur Situation von ‚asozialen Frauen‘ in ausgewählten badischen und württembergischen Großstädten zwischen 1933 und 1945“, Nachwuchssymposium „An die Arbeit! Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert“, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg.
Seitenbearbeiter: Schnorr
Letzte Änderung: 18.09.2017
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