Dr. Sebastian Kolditz

Anschrift:

Dr. Sebastian Kolditz

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK)

Historisches Seminar

Grabengasse 3-5

69117 Heidelberg

 

Kontakt:

Telefon: +49 (0)622154-2294

E-Mail: sebastian.kolditz@zegk.uni-heidelberg.de

Büro: Historisches Seminar, R. 221

 

Sprechstunde:

Dienstag, 10-12 Uhr

 

 

Tätigkeiten:

Koordinator des Deutsch-Französischen Masterstudiengangs in Geschichtswissenschaften mit Doktorandenprogramm-Option

 

Forschungsinteressen:

  • Geschichte der byzantinisch-westlichen Beziehungen im Mittelalter
  • Maritime Geschichte und Perzeptionen des Meeres im Mittelalter (lateinisch/griechisch)
  • Geschichte der ökumenischen und allgemeinen Konzilien
  • Kommunikation zwischen patriarchalen Kirchen in Spätantike und Frühmittelalter
  • Politische Raumstrukturen und maritime Kommunikation im mittelalterlichen Mittelmeerraum / mediterranistische Konzepte
  • Prosopographie und Beziehungsnetze kommerzieller und politischer Akteure zwischen Italien und der byzantinischen Romania in der späteren Palaiologenzeit
  • Geschichte der Byzanzrezeption und der Byzantinistik

 

Zur Person:

Seit Oktober 2013
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

2010-2013
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoktorand) am Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität Bochum (Forschungsfeld 4: „Diplomatie und Seeherrschaft“)

2010
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig im Projekt: „Die Rus‘ und das Dešt-i-Qipčaq (580-1480). Regesten zur Geschichte der Slavia Asiatica“

2009
Promotion an der Universität Leipzig

2008-2012
Mitwirkung im DFG-gefördeten Wissenschaftlichen Netzwerk „Vormoderne monarchische Herrschaftsformen im transkulturellen Vergleich“ (Leitung Prof. Dr. Wolfram Drews)

2005-2009
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Leipzig

2002/04
Mehrmonatige Forschungsaufenthalte am Centro Tedesco di Studi Veneziani (Venedig) und am DHI Rom

1994-2000/2002
Studium der Mittleren und Neueren Geschichte und Physik an den Universitäten Leipzig und Wien
(Abschlüsse: Magister Artium (2000), Diplom Physik (2002))

 

Aktuelles Forschungsprojekt:

Wahrnehmungen des Meeres und maritimer Aktivitäten in Quellen des Früh- und Hochmittelalters (lateinischer und griechischer Bereich)

Klassische Ansätze zur maritimen Geschichte des früheren Mittelalters haben sich zumeist strukturellen Fragestellungen wie der Ausbildung von Schiffbautraditionen, der Abfolge von Seemächten in einem Meeresraum, den Formen der Seekriegsführung oder der Bedeutung maritimer Konnektivität für die Geschichte des Fernhandels gewidmet. Zudem  werden solche Fragestellungen meist getrennt für den Mittelmeerraum und die „nördlichen Meere“ (unter Einschluss des Atlantik) untersucht.Vor diesem Hintergrund strebt das Forschungsprojekt einen Perspektivwechsel an: die pluralen Formen der Wahrnehmung und narrativen Konnotation von maritimen Räumen und maritimen Aktivitäten in verschiedenen Quellengattungen des früheren Mittelalters (vom 5./6.-11./12. Jh.) sollen untersucht werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf historiographischen und brieflichen Texten sowie Erfahrungsberichten aus dem lateinisch- und griechischsprachigen Bereich (unter Berührung weiterer Sprachräume). Den spezifischen Funktionen des Maritimen im Gefüge des individuellen Textes ist in diesem Zusammenhang ebenso nachzugehen wie den maritimen Prägungen regionaler Texttraditionen und übergreifenden Mustern in den Sichtweisen auf das Meer als einem natürlichen, be- und erfahrenen sowie (möglicherweise sogar) beherrschten Raum.

 

Weiteres Forschungsprojekt 

Kommunikation und Autorität suprametropolitaner Bischöfe im Übergang von der Spätantike zum  Frühmittelalter

Die Herausbildung bzw. Verfestigung einer weit über den provinziellen Rahmen hinaus ausgreifenden Autorität bestimmter Bischofssitze gehört zu den prägenden Prozessen der Kirchengeschichte in spätantiker und frühmittelalterlicher Zeit. Sie konnte ihren Ausdruck in der Genese von Patriarchaten und Katholikaten oder in der (Re-)Konfiguration von Primatsansprüchen finden. Das Projekt widmet sich primär der Relevanz von Kommunikationsvorgängen durch Brief- und Botenverkehr, aber auch im Rahmen synodaler Begegnungen für die Genese, Stabilisierung und Dynamik derartiger hierarchischer Ordnungsmuster. Aus vergleichender Perspektive soll zudem nach Charakteristika der Zuschreibung herausragender kirchlicher Autorität in Texten gefragt werden, in denen sich das institutionelle Gedächtnis der betreffenden Sitze in besonderer Weise manifestiert hat. Die Untersuchung konzentriert sich auf den erweiterten Mittelmeerraum unter Einschluss der syrisch-persischen Kirchen vom ausgehenden 4. bis zum 8./9. Jahrhundert.

 

Lehrveranstaltungen in Heidelberg:

WiSe 2013/2014 Quellenübung: Quellen zu den byzantinisch-westlichen Beziehungen in der Zeit der Karolinger und Ottonen

SoSe: 2014 Proseminar: Konstruktionen von Autorität um 600

WiSe 2014/15 Proseminar: Seefahrt und Seeherrschaft im Mittelalter

WiSe 2014/15 Quellenübung (mit Constanze Beringer): Quellen zur florentinischen Geschichte im Spätmittelalter

WiSe 2015/16 Übung: Politische Intellektuelle in Byzanz im Hoch- und Spätmittelalter

 

Publikationen:

Eine vollständige Publikationsliste findet sich hier zum Download.

 

Aktuelle Veröffentlichungen:

Monographie

  • Johannes VIII. Palaiologos und das Konzil von Ferrara-Florenz (1438/39). Das byzantinische Kaisertum im Dialog mit dem Westen (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 60), 2 Bde., Stuttgart 2013/14.

Kollaborative Monographie (Mitwirkung)

  • Wolfram Drews, Antje Flüchter u.a.: Monarchische Herrschaftsformen der Vormoderne in transkultureller Perspektive (Europa im Mittelalter 26), Berlin/Boston 2015. (insbes. gemeinsam mit Ruth Schilling / Gerald Schwedler: Teilkapitel D: Gedächtnis, Gedenken und Herrschaft in transkultureller Perspektive, S. 239-344)

Herausgeberschaften:

  • Seeraub im Mittelmeerraum. Piraterie, Korsarentum und maritime Gewalt von der Antike bis zur Neuzeit, hrsg. v. Nikolas Jaspert / Sebastian Kolditz (Mittelmeerstudien 3), Paderborn 2013.
  • Italien – Mitteldeutschland – Polen. Geschichte und Kultur im europäischen Kontext vom 10. Bis zum 18. Jahrhundert, hrsg. v. Wolfgang Huschner / Enno Bünz / Christian Lübke in Verbindung mit Sebastian Kolditz (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde 42), Leipzig 2013.
     

Aufsätze:

  • Some Thoughts on the Carolingians and the Mediterranean – Theories, Terminology and Realities, in: Achim Lichtenberger / Constance von Rüden (Hrsg.), Multiple Mediterranean Realities. Current Approaches to Spaces, Resources and Connectivities (Mittelmeerstudien 6), Paderborn 2015, S. 223-258.
  • mit Nikolas Jaspert: Christlich-muslimische Außenbeziehungen im Mittelmeerraum. Zur räumlichen und religiösen Dimension mittelalterlicher Diplomatie, in: ZHF 41 (2014), S. 1-88.
  • Deux exégèses d’un texte controversé: Iôannès Eugénikos et Juan de Torquemada sur le décret florentin de l’union des églises, in: Marie-Hélène Blanchet / Frédéric Gabriel (Hrsg.), Réduire le schisme ? Ecclésiologies et politiques de l’Union entre Orient et Occident, XIIIe-XVIIIe siècles (Centre de Recherche d’Histoire et Civilisation de Byzance, Monographies 39), Paris 2013, S. 83-100.
  • Petschenegen – Kiptschaken – Tataren. Beobachtungen zu griechischen und polnischen Quellennachrichten für die Geschichte der Slavia Asiatica, in: Christian Lübke / Ilmira Miftakhova / Wolfram von Scheliha (Hrsg.), Geschichte der Slavia Asiatica. Quellenkundliche Probleme, Leipzig 2013, S. 163-198.
  • Ein umstrittener Kaiser und patriarchale Kirchen im späteren 5. Jahrhundert: Weltliche und geistliche Macht unter Basiliskos, in: Zwei Sonnen am Goldenen Horn? Kaiserliche und patriarchale Macht im byzantinischen Mittelalter, hrsg. v. Michael Grünbart / Lutz Rickelt / Martin Marko Vučetić, Teilbd. 2 (Byzantinistische Studien und Texte 4), Berlin/Münster 2013, S. 19-53.
  • Bessarion und der griechische Episkopat im Kontext des Konzils von Ferrara-Florenz, in: „Inter graecos latinissimus, inter latinos graecissimus“. Bessarion zwischen den Kulturen, hrsg. v. Claudia Märtl / Christian Kaiser / Thomas Ricklin (Pluralisierung & Autorität 39), Berlin/Boston 2013, S. 37-78.


Ausgewählte Vorträge:

  • 06/2013 Konsens – Dissens –Identität. Zur Perzeption des Konzilien von Basel und Ferrara-Florenz (Vortrag und Workshop, Mainz)
  • 05/2014 The Council of Ferrara-Florence as reflected in Venetian chronicles (Workshop "The Transition from the Byzantine to the Ottoman Era in the Romania in the Mirror of Venetian Chronicles", Venedig)
  • 09/2014 Fides Graecorum – Die Nichterfüllung vertraglicher Bestimmungen als Faktor in den lateinisch-griechischen Beziehungen des 14. und 15. Jahrhunderts (Tagung “Der Bruch des Vertrages. Die Verbindlichkeit der Diplomatie und ihre Grenzen“, Münster)
  • 10/2014 Byzantine Presence in Italy during the 15th cnetury: Some Remarks and Approaches (“Vienna Dialogues. People on the Move and the Things they Carry”, Institut für Byzantinistik und Neogräzistik, Wien)
  • 11/2014 Geschichten zur See – Das Meer als Handlungs- und Erinnerungsraum im mediterranen Mittelalter (Bremen)
  • 03/2015 Ferrara-Florenz: Zur Struktur und Wahrnehmung eines Dialogkonzils (Würzburg, Ostkirchliches Institut)

 

Seitenbearbeiter: Kelzenberg
Letzte Änderung: 19.04.2016
zum Seitenanfang/up