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Katrin Hammerstein, M.A.

 

Lehrstuhl für Zeitgeschichte

 

Am Lehrstuhl seit

SoSe 2005
 

Position/Funktion

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin
 

Kontakt

Büro:
Hauptstraße 216, 69117 Heidelberg

Postanschrift:
Historisches Seminar, Grabengasse 3–5
69117 Heidelberg

E-Mail:   katrin.hammerstein@zegk.uni-heidelberg.de



Zur Person

Katrin Hammerstein studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Klassische Archäologie und Philosophie in Heidelberg (1997–2003).  2003/04 arbeitete sie als wissenschaftliche Verlagsredakteurin beim verlag regionalkultur (Heidelberg/Ubstadt-Weiher/Basel). Von 2005 bis 2008 Stipendiatin der Heinrich Böll Stiftung im Graduiertenkolleg zur Zeitgeschichte „Diktaturüberwindung und Zivilgesellschaft in Europa“. Im Rahmen ihrer Dissertation erhielt sie außerdem Forschungsstipendien des Österreichischen Austauschdiensts (ÖAD) in Wien, des Instituts für Europäische Geschichte Mainz und des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. 2008 bis 2011 betreute sie das Förderprojekt „Die Geschichte der DDR und der deutschen Teilung in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit. Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ an der Universität Heidelberg.
 


Dissertationsprojekt

"Gemeinsame Vergangenheit – getrennte Erinnerung? Der Nationalsozialismus in Gedächtnisdiskursen und Identitätskonstruktionen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und Österreichs"

Kurzdarstellung der Dissertation
Ein umfassender Vergleich der drei Nachfolgestaaten des „Dritten Reiches“ in ihrem Umgang mit der NS-Vergangenheit ist bislang – trotz der Fülle an Literatur zum Thema „Vergangenheitsbewältigung“ – ein Desiderat der Forschung. Dieses geht das Dissertationsprojekt an, wobei es vor allem Aspekte der transnationalen und Transfergeschichte untersucht und damit erstmals die Vergangenheitsaufarbeitung von Bundesrepublik Deutschland, DDR und Österreich direkt in Beziehung miteinander setzt.
Den Ausgangspunkt der Untersuchung bilden die öffentlichen Geschichtsbilder des Nationalsozialismus, wie sie in den Gründungsmythen bzw. Basisnarrativen der drei Staaten zu finden sind. Unter der Leitfrage der Transformation dieser Geschichtsbilder und deren allmählicher Angleichung aneinander respektive an die Bundesrepublik sowie der Frage, ab wann und in welcher Form es zu einer Art „transnationaler Kommunikation“ zwischen den drei Staaten über den Umgang mit der NS-Vergangenheit kommt, stehen schließlich die achtziger Jahre im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Zuge des Transformationsprozesses dieses Jahrzehnts bildeten sich neben einer modifizierten Sicht auf die NS-Zeit auch neue Formen des Umgangs mit dem Nationalsozialismus heraus, die sich vor allem in den neunziger Jahren bemerkbar machten. Ein Ausblick auf diese soll unter dem Aspekt von Koinzidenzen und Nichtkoinzidenzen im Umgang mit der NS-Vergangenheit die Gesamtanalyse abrunden.
In dem Forschungsprojekt wird auf diese Weise nachgewiesen, dass die vielfach zitierte, idealtypische Differenzierung einer „Externalisierung“ des Nationalsozialismus in Österreich, dessen „Universalisierung“ in der DDR und dessen „Internalisierung“ in der Bundesrepublik Deutschland aus empirisch-geschichtswissenschaftlicher Perspektive zu kurz greift, um die Transformationsprozesse des Gedächtnisdiskurses adäquat zu beurteilen. Vielmehr kristallisiert sich eine transnational verschränkte und z.T. auch gemeinsame Erinnerung der drei Staaten an die NS-Zeit heraus.
 


Stipendien

  • 2002/03 Examensstipendium des Jacob Gould Schurman Vereins für Amerikanische Geschichte
  • 2005–2008 Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung
  • 2008 Ernst-Mach-Stipendium des Österreichischen Austauschdienstes (ÖAD) für einen Forschungsaufenthalt in Wien
  • 2008/09 Forschungsstipendium des Instituts für Europäische Geschichte Mainz
  • 2009/10 Junior Visiting Fellowship Award des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien



Lehrveranstaltungen

  • SoSe 2006 Übung: NS-Vergangenheit im Film
  • WS 2006/2007 Übung: „... kein Staat wie jeder andere.“ Die Bundesrepublik in der deutschen Geschichtsschreibung (gem. mit Günther R. Mittler)
  • WS 2007/2008 Übung: Umbruch, Diktatur und Völkermord im Spielfilm (gem. mit den Mitgliedern des Graduiertenkollegs zur Zeitgeschichte „Diktaturüberwindung und Zivilgesellschaft in Europa“)
  • SoSe 2011 Übung (EPG 2): Visuelle Repräsentationen von Zeitgeschichte: Bilder als Quellen (gem. mit Katja Wezel)
  • WS 2015/2016 Übung: Quellenbestände zur Geschichte der badischen Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus (gem. mit Miriam Koch)

     


Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre

  • Deutsche Geschichte nach 1945
  • Österreichische Geschichte nach 1945
  • Erinnerungskultur und Gedächtnisgeschichte
  • Geschichte des Nationalsozialismus



Mitgliedschaften

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands


Veröffentlichungen
 

Herausgeberschaften

  • Aufarbeitung der Diktatur – Diktat der Aufarbeitung? Normierungsprozesse beim Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, Göttingen: Wallstein Verlag 2009. (Mitherausgeber: Ulrich Mählert/Julie Trappe/Edgar Wolfrum)
  • Diktaturüberwindung in Europa: Neue nationale und transnationale Perspektiven, Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2010. (Mitherausgeber: Birgit Hofmann/Katja Wezel/Regina Fritz/Julie Trappe)
  • Perspectives on Memory and Identity, Wien: IWM (published on the web) 2010. (Mitherausgeber: Brian Marrin)
  • Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte in stadt- und regionalgeschichtlichen Museen, Berlin: Metropol Verlag 2012. (Mitherausgeber: Jan Scheunemann)


Aufsätze

  • Deutsche Geschichtsbilder vom Nationalsozialismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 3/2007, S. 24–30.
  • Memorialkultur in Deutschland, in: kinofenster.de – Das Onlineportal für Filmbildung, August Ausgabe 2007: „Am Ende kommen Touristen“, http://www.kino-fenster.de/filmeundthemen/ausgaben/ kf0708/memorialkultur_in_deutschland/.
  • Wider den „Muff von 1000 Jahren“: Die 68er Bewegung und der Nationalsozialismus, in: Andreas Schwab/Beate Schappach/Manuel Gogos (Hrsg.), Die 68er. Kurzer Sommer – lange Wirkung. Begleitbuch, Essen: Klartext Verlag 2008, S. 122–127. [online/Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/themen/ GXHL9O,0,Wider_den_Muff_von_1000_Jahren.html]
  • Schuldige Opfer? Der Nationalsozialismus in den Gründungsmythen der DDR, Österreichs und der Bundesrepublik Deutschland, in: Regina Fritz/Carola Sachse/Edgar Wolfrum (Hrsg.), Nationen und ihre Selbstbilder. Postdiktatorische Gesellschaften in Europa, Göttingen: Wallstein Verlag 2008, S. 39–61.
  • Aufarbeitung der Diktatur – Diktat der Aufarbeitung? Einleitung, in: Katrin Hammerstein/Ulrich Mählert/Julie Trappe/Edgar Wolfrum (Hrsg.), Aufarbeitung der Diktatur – Diktat der Aufarbeitung? Normierungsprozesse beim Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, Göttingen: Wallstein Verlag 2009, S. 9–18. (mit Julie Trappe)
  • Europäische „Interventionen“: Resolutionen und Initiativen zum Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, in: Katrin Hammerstein/Ulrich Mählert/Julie Trappe/Edgar Wolfrum (Hrsg.), Aufarbeitung der Diktatur – Diktat der Aufarbeitung? Normierungsprozesse beim Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, Göttingen: Wallstein Verlag 2009, S. 189–203. (mit Birgit Hofmann)
  • Weiße Flecken? Österreichische Erinnerungen an den Luftkrieg, in: Jörg Arnold/Dietmar Süß/Malte Thießen (Hrsg.), Luftkrieg. Erinnerungen in Deutschland und Europa, Göttingen: Wallstein Verlag 2009, S. 114–128.
  • Geteilte Erinnerung? Zum Umgang mit dem Nationalsozialismus in Bundesrepublik, DDR und Österreich in transnationaler Perspektive, in: Birgit Hofmann/Katja Wezel/Katrin Hammerstein/Regina Fritz/Julie Trappe (Hrsg.), Diktaturüberwindung in Europa: Neue nationale und transnationale Perspektiven, Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2010, S. 103-116.
  • Dreierlei Erinnerung oder transnationale Verschränkung? Zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in Österreich und den beiden deutschen Staaten, in: Ingrid Böhler u.a. (Hrsg.), 7. Österreichischer Zeitgeschichtetag 2008. 1968 – Vorgeschichten – Folgen. Bestandsaufnahme der österreichischen Zeitgeschichte, Innsbruck/Wien/Bozen: Studien Verlag 2010, S. 444–452.
  • Divided Austria. History Fiction in Linz, in: Brian Marrin/Katrin Hammerstein (Hrsg.), Perspectives on Memory and Identity, Wien: IWM (published on the web) 2010.
  • Die „Jacke des Schuldigen“. Erinnerungsdiskurse in Bundesrepublik, DDR und Österreich über das nationalsozialistische Erbe, in: Gerbergasse 18. Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik, Heft 59 – Ausgabe IV/2010, S. 10–13.
  • Zwischen Leerstellen und Sammelwut. DDR-Geschichte in kommunalen und privaten Museen, in: Museumskunde 75 (2010), Heft 2, S. 68-73. (mit Jan Scheunemann)
  • Europa und seine bedrückende Erbschaft. Europäische Perspektiven auf die Aufarbeitung von Diktaturen, in: Wolfgang R. Assmann/Albrecht Graf von Kalnein (Hrsg.), Erinnerung und Gesellschaft. Formen der Aufarbeitung von Diktaturen in Europa, Berlin: Metropol Verlag 2011, S. 43–56. 
  • Vorwort der Herausgeber, in: Katrin Hammerstein/Jan Scheunemann, Die Musealisierung der DDR. Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Zeitgeschichte im Museum, Berlin: Metropol Verlag 2011, S. 9–11. 
  • Der Blick nach drüben. Verflechtungen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Bundesrepublik, DDR und Österreich, in: Linda Erker u.a. (Hrsg.), Update! Perspektiven der Zeitgeschichte, Innsbruck: Studien Verlag 2012, S. 437–442.
  • „Wir […] müssen die Vergangenheit annehmen“ – Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985, in: Deutschland Archiv, 18.12.2015, www.bpb.de/217619 (mit Birgit Hofmann)


Rezensionen

  • Die Bundesrepublik im Schatten des Nationalsozialismus? Rezension zu: Stephan Alexander Glienke/Volker Paulmann/Joachim Perels (Hrsg.), Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus, Göttingen 2008, in: Deutschland Archiv 41 (2008), Heft 5, S. 946f.
  • Erinnerungs- und Opferkonkurrenzen. Rezension zu: Dan Diner, Gegenläufige Gedächtnisse. Über Geltung und Wirkung des Holocaust (= toldot. Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur Bd. 7), Göttingen 2007, in: Deutschland Archiv 42 (2009), Heft 1, S. 158f.
  • Die „zweite Geschichte“ des Nationalsozialismus. Rezension zu: Peter Reichel/Harald Schmid/Peter Steinbach (Hrsg.), Der Nationalsozialismus – Die zweite Geschichte. Überwindung – Deutung – Erinnerung, München 2009, in: Deutschland Archiv 43 (2010), Heft 2, S. 340f.
  • Rezension zu: Detlef Kannapin, Dialektik der Bilder. Der Nationalsozialismus im deutschen Film. Ein Ost-West-Vergleich, Berlin 2006, in: H-Soz-u-Kult, 15.12.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2006-4-203.
  • Rezension zu: Barbara Tóth/Hubertus Czernin (Hrsg.), 1986. Das Jahr, das Österreich veränderte, Wien 2006, in: H-Soz-u-Kult, 31.7.2007, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-3-077.
  • Rezension zu: Jan Eckel/Claudia Moisel (Hrsg.), Universalisierung des Holocaust? Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in internationaler Perspektive, Göttingen 2008, in: H-Soz-u-Kult, 5.5.2009, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-2-082.
  • Rezension zu: Claus Leggewie, Der Kampf um die europäische Erinnerung. Ein Schlachtfeld wird besichtigt, München 2011, in: H-Soz-u-Kult, 29.8.2011, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-112.
  • Tagungsbericht: Wozu (ge)braucht Politik Geschichte?, in: H-Soz-u-Kult, 10.8.2007, http://hsozkult.ge-schichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1666.
  • Tagungsbericht: (Re-)Formulierung nationaler Selbstbilder in postdiktatorischen Gesellschaften in Europa, in: H-Soz-u-Kult, 13.7.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1233. (mit Regina Fritz, Birgit Hofmann, Julie Trappe, Katja Wezel.
     

 

Seitenbearbeiter: Martin Stallmann
Letzte Änderung: 05.01.2016
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