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Dr. Marcel Berlinghoff

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Dissertationsprojekt
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Veröffentlichungen

Lehrstuhl für Zeitgeschichte

Am Lehrstuhl seit

WS 2005

Funktion/Position

Wissenschaftlicher Mitarbeiter


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Büro:
Hauptstraße 52, R. 232

Postanschrift:
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Postfach 10 57 60
D-69047 Heidelberg 


E-Mail: marcel.berlinghoff@zegk.uni-heidelberg.de


Sprechstunden während des Semesters und in der vorlesungsfreien Zeit sind auf einer separaten Übersicht nachzulesen.


Zur Person

Marcel Berlinghoff wurde 1977 in Mannheim geboren und studierte an den Universitäten Heidelberg, Mannheim und der Universitat Autónoma in Barcelona Mittlere und Neue Geschichte sowie Politische Wissenschaften. 2005 beendete er sein Studium mit einer Magisterarbeit zu den „Politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der verstärkten Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland 1988-93“, die von der Hans-Jäckh-Stiftung ausgezeichnet wurde. Es folgten eine Stelle als geprüfte wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Zeitgeschichte sowie mehrere Lehraufträge am Historischen Seminar. Am 9. November 2011 wurde Marcel Berlinghoff mit einer Arbeit zur Europäisierung der Migrationspolitik in den 1970er Jahren promoviert. Derzeit arbeitet er an einem Forschungsprojekt, das die gesellschaftlichen Diskurse über Computer in den späten 70er und frühen 80er Jahren im Hinblick auf das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. (Link zur Projektseite)


Dissertation

Europäische Migrationspolitik im Vergleich: Die Anwerbestopps in der Schweiz, der Bundesrepublik Deutschland und in Frankreich.

Kurzdarstellung der Dissertation

Die stark ansteigende internationale Arbeitsmigration der 1950er und 60er Jahre ließ Westeuropa endgültig zu einer Einwanderungsregion werden. Dabei unterschieden sich die nationalen Migrationsregime trotz Ähnlichkeiten etwa der Anwerberegelungen aufgrund ihrer jeweiligen historischen Wanderungsmuster und des vorherrschenden Selbstverständnis als (Nicht-)Einwanderungsland sehr voneinander. Zu Beginn der 1970er Jahre erließen jedoch alle westeuropäischen Staaten implizit oder explizit Anwerbe- und Einwanderungsstopps, die der legalen Arbeitsmigration aus Drittstaaten vorerst einen Riegel vorschoben. Hiervon waren neben den bisherigen Anwerbestaaten vor allem ehemalige Kolonien betroffen.

Diese Maßnahmen wurden fast ausschließlich mit nationalen Gegebenheiten, zuweilen gepaart mit Verweisen auf externe ökonomische Entwicklungen (Ölpreiskrise) begründet, was in der Forschung auch lange so fortgeschrieben wurde. Ein genauer Blick auf die Umbruchsperiode lässt jedoch diese vereinfachten Begründungen als zu kurz gegriffen erscheinen: Der kurze Zeitraum, in dem alle diese Entscheidungen getroffen wurden, die enge institutionelle Verbindung zwischen den einzelnen Ländern, die Eigendynamik des Phänomens Migration und schließlich die Verteilung der Entscheidungen auf unterschiedliche konjunkturelle Phasen deuten auf weitere Gründe für diesen wichtigen Einschnitt in der europäischen Migrationsgeschichte hin. So ist zu vermuten, dass sich die westeuropäischen Regierungen bezüglich ihrer neuen Migrationspolitiken gegenseitig zum Vorbild nahmen, austauschten oder absprachen. Angesichts der Tatsache, dass Arbeitsmigration als „Freizügigkeit der Arbeitnehmer“ einen zentralen Stellenwert in den Römischen Verträgen innehatte, ist auch vorstellbar, dass auf EG-Ebene eine Europäische Migrationspolitik entworfen wurde, deren erstes Ergebnis die Anwerbe- und Einwanderungsstopps waren.
Archivrecherchen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz weisen darauf hin, dass die Reihe der Immigrationsbeschränkungen, die die westeuropäischen Staaten zu Beginn der 1970er Jahre trafen, weder zufällig noch das Ergebnis einer gleichartigen Reaktion auf weltwirtschaftliche Veränderungen waren. Vielmehr sind sie das Resultat einer transnationalen Diskussion über „das Problem der ausländischen Arbeitnehmer“, die in dieser Zeit auf der Ebene der europäischen Ministerialbürokratien geführt wurde und die zu einer gleichgerichteten Reform der Migrationsregime führte.

 

Stipendien und Preise

  • 2006 Preisträger der Hans-Jäckh-Stiftung
  • 2007-2010 Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung (Graduiertenförderung)
  • 2009 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts Paris
  • 2011 Stipendiat des Zentrums für Vergleichende Europäische Studien (ZEUS) der Universität zu Köln

 

Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre

  • Historische Migrationsforschung
  • Wandel kollektiver Identitäten
  • Europäische Geschichte
  • Gesellschaftlicher Wandel


Lehrveranstaltungen

  • SoSe 2009
    Fremdbilder. Regionale, nationale und transnationale Stereotype seit dem
    19. Jahrhundert (EPG2) (zusammen mit Angela Siebold, M.A.)
  • WS 2008 / 09:
    Identität und Migration - Zur Konstruktion von Eigen- und Fremdwahrnehmungen im 19. und 20. Jahrhundert (EPG2)(zusammen mit Angela Siebold, M.A.)
  • SoSe 2008
    Migrationsgeschichte Europas seit 1945 (EPG2)
  • WS 2007 / 08:
    Einwanderung im "Nichteinwanderungsland" (EPG2)


Veröffentlichungen

Monografie

  • Das Ende der "Gastarbeit". Die Anwerbestopps in Westeuropa 1970-1974 (Studien zur Historischen Migrationsforschung, Bd.27), Paderborn [2012] (in Vorbereitung).

Aufsätze

  • Ansätze einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik? Die Anwerbestoppmaßnahmen in der Bundesrepublik, Frankreich und der Schweiz, in: Deutsche Gesellschaft für Demographie (Hg.): Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Demographie, Nr. 11, Berlin, 2007, S. 12f. <http://www.demographie-online.de/downl/dgd0107.pdf>
  • L’arrêt de la politique d’immigration de travail en France et en Allemagne et ses répercussions sur l’image des étrangers, in: CNHI (Hg.): À chacun ses étrangers ? En France et en Allemagne, de 1871 à aujourd’hui. Paris 2009, S. 101-105.
  • Between Emancipation and Defence: the Failure of the Commission’s attempt to concert a common European Immigration Policy, in: L'Europe en Formation. Journal of Studies on European Integration and Federalism, No. 353-354, automne-hiver 2009, S. 183-195, <http://www.cife.eu/UserFiles/File/EEF/353_54/EEF353_54-11MB.pdf>.
  • Der deutsche Anwerbestopp in seinem europäischen Kontext, in: Dahlmann, D; Schulte Beerbühl, M. (Hg.): Perspektiven in der Fremde? Arbeitsmarkt und Migration von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. (Migration in Geschichte und Gegenwart 6) Essen 2011, S. 407-428.
  • Europäische Identität im Spiegel von Migrationspolitik, in: Tschech, T. (Hg.): Nationale und europäische Identität im Spannungsfeld weltgesellschaftlicher Orientierung. Vorträge zum Doktorandenkolloquium vom 12.-17. September 2010 in der Villa Vigoni. Loveno di Menaggio 2011. <http://www.villavigoni.it/fileadmin/user_upload/pdfs/Nationale_und_europaeische_Identitaet_im_Spannungsfeld_weltgesellschaftlicher_Orientierung.pdf>.
  • Der europäisierte Anwerbestopp, in: Oltmer, J; Kreienbrink, A.; Sanz Díaz, C. (Hg.): Das "Gastarbeiter"-System. Arbeitsmigration und ihre Folgen in der Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa (Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 104) München [2012], 149-164.

Artikel

Rezensionen

  • Birsl, U.: Migration und Migrationspolitik im Prozess der Europäischen Integration? Opladen 2005, in: neue politische literatur 2007, Heft 1, S. 153f.
  • Gehler, Michael; Kaiser, Wolfram; Leucht, Brigitte (Hrsg.): Netzwerke im europäischen Mehrebenensystem. Von 1945 bis zur Gegenwart. Networks in European multi-level Governance. From 1945 to the Present. Wien 2009, in: H-Soz-u-Kult, 13.11.2009, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-4-140>. Abgedruckt in: Historische Literatur 7/2009 H. 4, S. 268-270. Nachdruck in: Comparativ 20 (2010) Heft 1/2, 259-262.
  • Gilzmer, Mechthild (Hg.): Widerstand und Kollaboration in Europa. (Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V., Bd. 2) Münster 2004, in: informationen des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-45, Heft 66 (2007), S. 39f. <http://www.widerstand-1933-1945.de/resource/system/0_1334212623.pdf>.
  • Göktürk, Deniz; Gramling, David; Kaes, Anton; Langenohl, Andreas (Hg.): Transit Deutschland. Debatten zu Nation und Migration. Eine Dokumentation. Konstanz 2011, in: H-Soz-u-Kult, 10.10.2011, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-4-019>.
  • Grajetzky, A., u.a. (Hg.): In Fahrtrichtung links. Eine Odyssee durch Revue und Revolte. Essen 2006, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Heft 4 (Dezember 2007), S. 143.
  • Karakayali, S.: Gespenster der Migration. Zur Genealogie illegaler Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland. Bielefeld 2008, in: neue politische literatur 2009, Heft 3, S 517f.
  • Knortz, H.: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953-1973, Köln, u.a. 2008, in: neue politische literatur 2008, Heft 3, S. 535-537.
  • Lerf, Madeleine: "Buchenwaldkinder" - Eine Schweizer Hilfsaktion. Humanitäres Engagement, politisches Kalkül und individuelle Erfahrung. Zürich 2010, in: informationen des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-45, Heft 74 (2011), S. 35. <http://www.widerstand-1933-1945.de/resource/system/0_1331283301.pdf>.
  • Losego, S. V.: Fern von Afrika. Die Geschichte der nordafrikanischen "Gastarbeiter" im französischen Industrierevier von Longwy (1945-1990). (Industrielle Welt, Bd. 76) Köln 2009, in H-Soz-u-Kult. (erscheint demnächst).
  • Lupp, B.-E.: Von der Klassensolidarität zur humanitären Hilfe. Die Flüchtlingspolitik der politischen Linken 1930-1950, Zürich 2006, in: informationen des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-45, Heft 65 (2007), S. 46.
  • Skenderovic, D.; D'Amato, G.: Mit dem Fremden politisieren. Rechtspopulismus und Migrationspolitik in der Schweiz seit den 1960er Jahren. Zürich 2008, in: neue politische literatur 2009, Heft 3, S. 520f.
  • Tosstorff, Reiner: Wilhelm Leuschner gegen Robert Ley. Ablehnung der Nazi-Diktatur durch die Internationale Arbeitskonferenz 1933 in Genf. Frankfurt am Main 2007, in: informationen des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-45, Heft 69 (2009), S.39.

 

Seitenbearbeiter: Marcel Berlinghoff
Letzte Änderung: 08.05.2012
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