Heidelberger Zentrum für antike Numismatik (ZAN)

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Ziele:

Ziel des Zentrums für antike Numismatik ist es, Institutionen der Großregion, die numismatische Bestände halten, langfristig miteinander zu vernetzen sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Einrichtungen, die sich intensiv mit Numismatik beschäftigen, zu verstetigen. Hierbei orientiert sich das ZAN auch über die Landesgrenzen Baden-Württembergs hinaus; einerseits, um den Wissenstransfer ergiebiger zu gestalten (vgl. dazu etwa die Zusammenarbeit im Rahmen des ECFN), andererseits wegen der großen Nachfrage an numismatischer Kompetenz.

 

Aufgabengebiete:

1. Betreuung der Münzsammlung des Zentrums für Altertumswissenschaften (ZAW)

Das ZAW verfügt über eine mehr als 4000 Stücke umfassende Münzsammlung, die neben einer Vielzahl für die Lehre geeigneter Exemplare auch etliche wissenschaftlich sehr interessante und bislang unedierte Prägungen enthält. Um dieses Material langfristig der interessierten Öffentlichkeit sowie für Lehre und Forschung zur Verfügung zu stellen und seinen Einsatz im Rahmen der akademischen Lehre zu vereinfachen, wurde die von den Staatlichen Museen zu Berlin entwickelte Sammlungsdatenbank IKMK 2012 in einer entsprechend angepassten Variante in Heidelberg installiert. In diesem digitalen Münzkabinett werden langfristig alle Münzen der Heidelberger Sammlung mit ihren Metadaten (angegliedert an die Berliner Normdaten) und hochauflösenden Bildern publiziert. Bis zur Freischaltung des digitalen Katalogs wurden interessante Bestände der Sammlung über die ‚Münze des Monats‘ vorgestellt.

 

2. Fundmünzenbearbeitung

Um im Bereich der Fundmünzenbearbeitung in der Großregion aktiv mitwirken zu können, hat das ZAN im Rahmen einer Kooperation eine speziell auf Heidelberger Bedürfnisse zugeschnittene Version der bestehenden AFE-Datenbank (Antike Fundmünzen in Europa) erhalten, die in Zusammenarbeit zwischen der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts und der Informatik der Universität Frankfurt entwickelt wurde. In diese Datenbank können nun beliebig viele Fundmünzen eingepflegt werden, was momentan bereits im Rahmen von Forschungsprojekten geschieht.

 

3. Numismatische Forschungsprojekte

Um die numismatische Forschung zur antiken Numismatik in der Großregion nachhaltig zu stärken, wird am ZAN auf der Basis von Drittmittelprojekten spezifischen historisch-archäologischen Fragestellungen nachgegangen. Diesbezüglich ist auf das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg zwischen Mai 2015 und Juni 2016 geförderte Projekt „Der spätantike Münzhorizont in der Rhein-Neckar-Region – Dokumentation und historische Interpretation“ und auf den ebenfalls MWK geförderten "Numismatischen Verbund in Baden-Württemberg" zu verweisen.

 

4. Numismatische Dienstleistungen

Für Museen und Institutionen der Region bietet das ZAN numismatische Dienstleistungen an. Diese bestehen etwa darin, bei numismatischen Fragen behilflich zu sein, Altmünzbestände der Museen aufzuarbeiten, deren Bestimmung zu überprüfen oder zu aktualisieren, sowie in der Zuarbeit z.B. für Ausstellungskonzeptionen.

 

5. Ausbildung des Wissenschaftlichen Nachwuchses

Um auch langfristig die Situation der antiken Numismatik zu verbessern, versucht das ZAN mittels regelmäßiger und intensiver Lehrveranstaltungen, numismatisch geschulten Nachwuchs heranzuziehen. Des Weiteren wird Studierenden die Möglichkeit gegeben, als Praktikanten oder wissenschaftliche Hilfskräfte Einblicke in die numismatische Forschung zu erhalten, mit der Fundmünzendatenbank AFE4HD zu arbeiten und/oder bei der Betreuung der Münzsammlung des ZAW behilflich zu sein. Auf diese Weise wird die für die Altertumswissenschaften höchst bedeutsame fachliche Kompetenz in der Numismatik an zukünftige Generationen von Wissenschaftlern weitervermittelt.

 

Geschichte:

Das Heidelberger Zentrum für antike Numismatik ist als Nachfolgeorganisation und Weiterentwicklung des „Kompetenzzentrums antike Numismatik in Baden-Württemberg“ zu verstehen, das 2013 und 2014 mit Mitteln der Exzellenzinitiative (Field of Focus 3: „Kulturelles Erbe und Geschichte“) gefördert wurde.

 

Kontakt:

Dr. Susanne Börner

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 26.04.2017
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