Seal of the month







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Glossar

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

 

A

Achat

Harter Stein, Mohs 7. Mikorkristalline Variante von Quarz, oft mit gebänderten Mustern. Wahrscheinlich in die Ägäis importiert.

 

Achtschild (Form)

Siegel in Form eines Achtschilds mit Durchbohrung oberhalb der Basis (Siegelfläche). Siegelflächen können flach oder konvex sein. Anzutreffen in FM III/MM IA-MM III/SM I.

 

Achtseitiges Prisma

Achsial perforiertes Siegel mit acht Sektionen und oktagonalen Siegelflächen. Die Siegelflächen sind flach und haben die gleiche Form und Größe. Geläufig in MM II.

 

Alabaster

Weicher Stein, Mohs 3. Leicht durchscheinender gelb-bräunlicher Sinter. Besteht hauptsächlich aus Calcit, oft mit gebänderten Mustern.

 

Amethyst

Harter Stein, Mohs 7. Makrokristalline durchscheinende Variante von Quarz im Farbton von hellem Lila bis tiefem Violett. Wahrscheinlich in die Ägäis importiert.

 

Amygdaloid

Längliches, bikonvexes Siegel, das entlang der breiten Achse durchbohrt wird. Der Name stammt von der Formähnlichkeit zur Mandel (Griechisch: αμύγδαλο). Amygdaloide sind jedoch symmetrisch und haben meist zwei stumpfe Enden, die oft für den Fadenkanal durchbohrt sind. Sehr verbreitet in der Späten Bronzezeit.

 

Anhängersiegel (ARACHNE)

Stempelsiegel mit Durchbohrung oben, die im Gegensatz zu den Griffösensiegeln morphologisch nicht vom Siegelkörper abgegrenzt ist.

 

Animal head finial (P. Yule)

Flaschensiegel, dessen oberer Abschluss die Form eines oder mehrerer Tierköpfe annimmt. Es gehört in Yules übergeordnete Kategorie der zoomorphen Siegel. In ARACHNE unter Griffösen Siegel Birne Tierkopf/Doppeltierkopf zu finden.

 

Anthropomorphes Siegel (P. Yule)

Siegel, dessen Rückseite gänzlich oder teilweise die Form eines Menschen oder menschlicher Gliedmaßen annimmt. In ARACHNE unter  Figürliches Siegel zu finden.

 

Arch-incised class (P. Yule)

Konoid oder pyramidoides Stempelsiegel mit vertikal angeordneten Bögen, die auf drei Seiten des Körpers eingeschnitten sind und Durchbohrung des Körpers. In ARACHNE, vgl. Konoid, Pyramidoid.

 

Archanes Script (P. Yule)

Gewisse Formeln der minoischen Schrift sind auf FM III/MM I Siegeln (e.g. CHIC 042-CHIC 019) anzutreffen. P. Yule ordnet diese Zeichengruppen einem separaten Schriftsystem zu, das er nach dem Fundort dieser Gruppe als Archanes script bezeichnet. Allerdings gibt es auch die gegenläufige Meinung, dass die Zeichen auf diesen Formeln Bestandteil der kretischen Hieroglyphenschrift sind und lediglich ein stilistischer Unterschied zu den kretischen Hieroglyphen auf den späteren MM Siegeln besteht.

 

Archanes Script Group (K. Sbonias)

Eine Gruppe von FM III/MM IA Siegeln aus Knochen/Flusspferd Elfenbein/Eberzahn die Überreinstimmungen mit der Archanes Script aufweisen, entweder, da sie damit verbundene Formeln oder Motive, die mit diesen Formeln assoziiert sind, aufweisen (z.B. Schwein/Eber, Huftier). Der Großteil dieser Stücke sind Siegel mit mehreren Siegelflächen.

 

B

Bandring (ARACHNE)

Ring mit Gravur aber ohne separate Einfassung.

 

Bergkristall

Harter Stein, Mohs 7. Makrokristalline farblose und klare Variante von Quarz mit Muschelbruch. Kommt in der Ägäis vor.

 

Birne (ARACHNE)

Stempelsiegel mit breiter Basis und Verjüngung nach oben hin. Birnen haben einen zungenförmigen perforierten Griff (im Gegensatz zu Flaschen, die einen kuppelförmigen Griff haben).

 

Blattkreuz (Siegel/P. Yule)

Siegel mit vierlippiger  Basis und dünnem Griff mit Durchbohrung. In ARACHNE, unter Griffösensiegel Vierblatt zu finden.

 

Bogen Drehbank

Vgl. Horizontale Spindel.

 

Breccia/Brekzie

Gestein aus eckigen Gesteinstrümmern, die in einer Matrix unterschiedlicher Matierialien miteinander verbunden sind (der Begriff bezieht sich auf die Struktur und nicht die Komposition). Die Matrix kann aus Ton, Kalkstein oder Kieselstein bestehen und die darin eingeschlossenen Stücke können aus hartem und weichen Stein sein. Die Härte des Steins wird durch die Härte der eingeschlossenen Stücke bemessen. Die meisten Breccia Stücke in der ägäischen Glyptik sind mittel-hart bis hart. Breccia Siegel können sowohl mit Techniken zum schneiden von weichen und harten Steinen bearbeitet sein. Das Material entstammt lokaler Vorkommen.

 

 

C

Calcit

Weicher Stein, Mohs 3.

 

Central Crete Ornamental Group (M. Anastasiadou)

Eine Gruppe von MM II/III Siegeln mit ornamentaler Verzierung bestehend aus einer Kombination von Zirkeln, Punkten und Linien. Diese Siegel sind hauptsächliche in Steatit oder weichen weißlichen Materialien, wie Paste, gearbeitet. Dreiseitgie Prismen, Perschafte und Diskoide sind die geläufigsten Formen. Die Werkstätten dieser Siegel werden in Zentralkreta verortet.

 

Chalcedon

Harter Stein, Mohs 7. Mikrokristalline bläuliche, gräulicher oder milchige Variante von Quarz. Häufig ist er durchscheinend, doch gibt es auch opake Varianten. Er kann gleichmäßig farbig oder fleckig sein. Eine Chalzedon Quelle in Chios ist erwähnt worden (J. Boardman).

 

Chlorit

Weicher Stein, Mohs 2-3. Grüner, brauner oder schwarzer Stein mit mäßiger bis grob granulierter Oberfläche. Wenn sie geglättet wird oder abnutzt, wird die Oberfläche wesentlich dunkler und seifig. Bei Beschädigung kann man die ursprüngliche Gesteinsfarbe erkennen, kleinere Schläge erscheinen als Flecken eines helleren Farbtons. Je nach Farbe des Steins kann die Strichfarbe grün, braun oder grau sein. Der Stein kommt in der Ägäis lokal vor.

 

Concavo-convex plate (P. Yule)

S. Konkav-konvexe Vertikalscheibe.

 

Cretan Popular Group (J. Younger)

Begriff geprägt durch John Younger für die spätminoische Weichsteinglyptik.

 

 

D

Diskus

Diametral perforiertes Siegel mit flacher/n runder/n Siegelfläche/n und einem gleichmäßig dicken Rand. Verbreitet in FM III/MM I und noch häufiger in MM II. 

 

Diskoid

Bikonvexes, diametral durchbohrtes Siegel mit runder/n Siegelfläche/n. Es hat eine flachkonvexe oder konvexe Siegelfläche und Rückseite. Im Gegensatz zum Lentoid, dessen Rand schmal ist und nur an den perforierten Stellen im Profil dicker ist, ist der Rand bei Diskoiden gleichmäßig dick über die gesamte Länge. Verbreitet in MM II/III.

 

Doppelaxtform

Siegel in Form einer Doppelaxt.

 

Doppelzylinder

Stempelsiegel, das aus zwei verbundenen Stempelzylindern besteht. Aus FM III/MM IA bekannt.

 

Dreiseitiges Prisma

Siegel mit einem dreieckigen Durchschnitt. Alle drei Seiten können als Siegelfläche dienen. Durchbohrung der Längsachse. I. d. R. haben die drei Seiten des Prismas die gleiche Form und Größe. Mittelminoische Exemplare haben flache Siegelflächen, die mit verschiedenen Motiven graviert sind. Spätminoische und -helladische Prismen haben konvexe Siegelflächen und können eine oder mehrere ungravierte Seiten haben. Verbreitet in MM II.

Durchbohrung

S. Fadenkanal.

 

 

E

Eberzahn

Weiches Material, Zahnschmelz Mohs 7. Rohstoff besteht aus den unteren (selten oberen) Eckzähnen eines wilden Ebers. Eberzähne sind kleiner als Hippo Stoßzähne, ihre Lamellen sind feiner und nicht immer sofort erkennbar. Die Stoßzähne sind dreiflächig und haben eine dreiteilige Zahnhöhle, ein Charakteristiskum, das auf vielen Siegeln erhalten ist. Häufig ist der harte Zahnschmelz erhalten.

 

Epomion

Stempelsiegel, benannt nach Schulterklappen (Griech. επώμιον). Epomia haben eine rechteckige Basis und streben auf einer Seite nach oben. Geläufig in FM II-III.

 

Epomion Tierkopf (ARACHNE)

Epomion mit einem Tierkopf auf dem Griff. Bekannt in FM III-MM IIA.

 

 

F

Fadenkanal

Kanal, der durch das Siegel verläuft und dazu dient, es aufzuschnüren.

 

Fassförmiges Siegel (ARACHNE)

Achsial durchbohrtes Siegel in Form eines Fasses mit Gravur auf der zylindrischen Oberfläche.

 

Fayence

Synthetische glasähnliche Substanz bestehend aus gemahlenem Quarz, Kalk und einem Alkali, glasiert mit einer Glasur der gleichen Bestandteile. In halbtrockenem Zustand ist es weich genug, um es mit einer Klinge zu gravieren.

 

Figürliches Siegel (ARACHNE)

Stempelsiegel, dessen Körper wie ein Mensch/menschliches Glied, Tier/tierisches Glied oder wie ein Objekt geformt ist.

 

Flacher Stempelzylinder (ARACHNE)

Stempelzylinder von geringer Größe.

 

Flasche (ARACHNE)

Stempelsiegel, das einer Karaffe mit Korken gleicht.

 

Flasche (P. Yule)

Stempelsiegel das am unteren Ende breit ist und sich nach oben hin verjüngt. In ARACHNE unter Flasche (Arachne), Birne.

 

Fluorit

Weicher Stein, Mohs 4. Die in der ägäischen Glyptik verwendete Variante ist farblos und kann, da der Stein in kristalliner Form vorkommt, leicht mit Bergkristall verwechselt werden. Die Härte und das Bruchmuster in den Schichten innerhalb des Steins sind die Hauptkriterien zur Unterscheidung von Bergkristall. Das Material entstammt lokaler Vorkommen.

 

Foliate back (P. Yule)

Siegel, dessen Rückseite aus zwei kombinierten schlaufenförmigen Elementen besteht, die tête-bêche miteinander verknüpft sind, sodass eine S-Form entlang des Grats auf der Rückseite entsteht. In ARACHNE wird diese Gruppe als Halbovoid mit Ondulation des Rückens bezeichnet. Die Durchbohrung verläuft durch die Längsachse. Verbreitet in MM II.

 

Formula (Formel)

Eine wiederkehrende Kombination spezifischer Zeichen eines Schriftsystems.

 

Fritte

Weiches Material. Glasartiges Material in einem blauen Farbton, hergestellt aus einer Mixtur von Quarz, Kalk, einem Kupfergemisch und Alkali. Fritte wird nicht glasiert.

 

 

G

Garnrolle (ARACHNE)

Diametral durchbohrtes Siegel mit runder/n Siegelfläche/n und entweder einem konkaven Rand oder einem Rand mit Kerbe. Die Siegelbilder können flach oder konvex sein. Verbreitet in FM III/MM IA/II.

 

Giebel

S. Giebelförmiges Siegel und Giebelprisma.

 

Giebelförmiges Siegel (ARACHNE)

Siegel mit einer Siegelfläche, dessen Form an einen Giebel erinnert. Es kann entlang seiner Achse oder vertikal zu seiner Rückseite durchbohrt sein. Verbreitet in MM I.

 

Giebelkonoid (ARACHNE)

Siegel mit einer Siegelfläche und einer Form, die an einen hohen Giebel mit abgerundeten Kanten erinnert. Unter der Spitze und vertikal zum Rücken durchbohrt. Bekannt in FM II/III-MM I.

 

Giebelprisma

Siegel, dessen Form an einen Giebel erinnert, mit drei Siegelflächen und einer Durchbohrung der Längsachse. Das Giebelprisma unterscheidet sich vom dreiseitigen Prisma aufgrund der zwei kleineren Siegelflächen, die die "Rückseite" des Siegels bilden und einer größeren Siegelfläche, die die Basis bildet. Der Winkel zwischen den kleineren Siegelflächen des Giebelprismas ist stumpfer im Vergleich zum dreiseitigen Prisma, das aus drei spitzen (oder zwei spitzen und einem rechten) Winkel bestehen. Geläufig in FM III/MM IA-MM I/II.

 

Griffösensiegel (ARACHNE)

Stempelsiegel mit Durchbohrung am oberen Ende, das sich morphologisch vom Rest des Körpers abhebt, z.B. in Form eines Halses oder einer Öse.

 

 

H

 

Halbelliptische Scheibe (ARACHNE)

Siegel in Form einer ellipsoiden Scheibe mit Gravur auf einem Ende und Durchbohrung des Körpers. Anzutreffen in FM II/III-FM III/MM IA.

 

Halbfass (ARACHNE)

Siegel in Form eine halben Fasses, das der Länge nach geteilt wurde. Gravur auf der Basis und Durchbohrung der Längsachse. Es unterscheidet sich vom Halbovoid durch die vertikal abgeschnittenen Enden, die ein flaches Profil kreieren. Verbreitet in FM III/MM I.

 

Halbkonoid

Siegel in Form eines halben Konoids, der senkrecht durchschnitten wurde. Halbkonoide sind auf der Basis graviert und, auf Beispielen aus MM II, auch entlang der längeren Flachseite. Die Durchbohrung verläuft durch den Körper. Halbkonoide unterscheiden sich von Viertelovoiden darin, dass von den beiden gravierbaren Seiten die kürzere stets graviert ist und deshalb als Basis des Siegels angesehen wird. Verbreitet in MM II.

 

Halbkugelförmig (Siegel) (ARACHNE)

Siegel in Form einer Halbkugel mit Gravur auf der Basis und Durchbohrung des Körpers. S. auch Griffösensiegel Halbkugel.

 

Halbovoid

In ARACHNE: Siegel in Form eines Eis, das entlang der Längsseite geteilt wurde, mit zuspitzenden Enden. Gravur der Basis, Durchbohrung des Körpers. Es unterscheidet sich vom Halbfass darin, dass seine Enden konvex sind. Verbreitet in FM III/MM IA-MM II.

In P. Yule: Hier wird der Begriff verwendet, um Halbfässer zu bezeichnen. Die Halbovoide in ARACHNE beschreibt Yule als foliate backs.

 

Halbzylinder (ARACHNE)

Siegel in Form eines halben Zylinders, der längs geteilt wurde. Gravur auf der Basis und Durchbohrung des Körpers. Verbreitet in MM II.

 

Halbzylinder konkav (ARACHNE)

Siegel in Form eines halben konkaven Zylinders, der längs durchschnitten wurde. Gravur auf der Basis und/oder den Enden, Durchbohrung des Körpers.

 

Hämatit

Harter Stein, Mohs 5.5-6.5. Graue bis metallische Farbe mit rostroter Strichfarbe. Es gibt Hämatitvorkommen in der Ägäis.

 

Handwerkzeuge

Werkzeuge, mit denen weiche Materialen von Hand graviert wurden. Messer, Spitzen, Stichel, Feilen/Sägen und Bohrer.

 

Harter Stein

Steine mit einer Härte von Mohs 5 oder höher. Solche Steine können nur mithilfe schnellrotierender Werkzeuge graviert werden. Die in der Ägäis verwendeten harten Steine sind Achat, Amethyst, Bergkristall, Chalcedon, Hämatit, Jaspis, Karneol, Lapis Lacedaemonius, Lapislazuli, Obsidian und Quarz.

 

Hartstein Technik

Eine Technik, entwickelt für die Gravur harter Steine. Als Werkzeug wurde eine horizontale Spindel bedient, welche schnelle Drehbewegungen ermöglichte. Schleifmittel wie Korund unterstützen den Prozess. Die Intaglios der Siegel, die mit dieser Technik geschnitten werden sind weicher und einheitlicher als diejenigen, die mit Handwerkzeugen geschnitten wurden. Die Notwendigkeit, das Siegel auf die Werkzeuge auszurichten, führte zur Entwicklung konvexer Siegelflächen. diese Technik wird meistens zum Schneiden von hartem Stein verwendet, in seltenen Fällen begegnet man ihr aber auch auf weichen Steinen.

 

Hemicylinder (P. Yule)

S. Halbzylinder.

 

Hemispheroid (P. Yule)

S. halbkugelförmig.

 

Herzform (Siegel) (ARACHNE)

Siegel, dessen Form an ein Herz erinnert.

 

Hippopotamus Elfenbein

Weiches Material, Mohs 2-2.5. Das Material der Nilpferdzähne (Schneidezähne und untere Eckzähne) kann von Knochen anhand der typischen Lamellenstruktur seiner Oberfläche unterschieden werden. Wenn der Zahn senkrecht zu den Lamellen geschnitten wird, weist er ein ähnliches Muster auf wie Jahresringe an Bäumen.

 

Hohler Stempelzylinder (ARACHNE)

Stempelzylinder mit hohlem Innenraum. Verbreitet in FM II/III.

 

Horizontale Spindel

Gerät zur Gravur von Siegeln aus hartem Stein. Es besteht aus einem horizontalen zylindrischen Teil, das von zwei vertikalen Streben gestützt wird. Bohrer und Rädchen sind am einen Ende des Zylinders befestigt und möglicherweise auch entlang des Körpers. Ein Gehilfe dreht mit einem Bogen den Zylinder vor und zurück, sodass die Werkzeuge schnell rotieren. Die Siegelschneider hält das Siegel an die Werkzeuge und bewegt es entsprechend, um die gewünschten Schnitte zu erreichen. Die Entwicklung konvexer Siegelflächen in MM II ist mit der Übernahme der horizontalen Spindel unmittelbar verbunden. Entwickelt in MM II.

 

Horn

Längliches Stempelsiegel mit leicht gekrümmtem Körper, der sich zum abgerundeten Ende hin verjüngt, sodass die Form an ein Horn erinnert. Anzutreffen in FM II/III-FM III/MM IA.

 

 

I

 

Intaglio

Die gravierte Fläche eines Siegels.

 

J

Jaspis

Harter Stein, Mohs 7. Mikrokristalline opake Quarzvariante mit matter, etwas rauer Oberfläche. Die grüne Variante des Steins ist unter den Jaspissorten die beliebteste in der ägäischen Glyptik, darauf folgt die rote Variante. Es kommen andere Jaspissorten in gelb, gelb-rot, schwarz und gefleckt vor. Es gibt Vorkommen auf Kreta.

 

K

Karneol

Harter Stein, Mohs 7. Mikrokristalline, durchscheinende, aber wolkige, Variante von Quarz in orange, rot oder braun. Im Inneren hat der Stein oft dunklere bis schwarze Wölkung. In die Ägäis importiert.

 

Kauroid (ARACHNE)

Flaches halb-ovoides Siegel mit Gravur auf der Basis und Durchbohrung entlang der Längsachse. Der Begriff wird nur auf ägyptische Siegel angewendet.

 

Kegel (ARACHNE)

Stempelsiegel mit konischem Körper und ohne Durchbohrung.

 

Kegelstumpf (ARACHNE)

Stempelsiegel in Form eines stumpfen Kegels, Gravur auf der Basis, Durchbohrung des Körpers. Verbreitet in MM I und MM II.

 

Kegelstumpf konkav (ARACHNE)

Kegelstumpf mit konkavem Körper, Gravur der Basis und Durchbohrung des Körpers.

 

Keilförmiges Siegel (ARACHNE)

Siegel, dessen Form an einen Keil erinnert. Durchbohrung des Körpers.

 

Kissen

Bikonvexes rechteckiges Siegel mit Durchbohrung der Längsseite. Verbreitet in SB I/II.

 

Knochen

Weiches Material. Der Begriff bezieht sich auf die harten Teile von Wirbeltierskeletten. Längs geschnittener Knochen zeigt Riefungen in Form unregelmäßiger kurzer Linien (foramina nutricia), was an die Textur von Holz erinnert. Wird der Knochen längs der Foramina geschnitten, sind Löcher im Inneren des Knochens erkennbar. (aus dem Englischen nach Kryszkowska).

 

Knopf (ARACHNE)

Stempelsiegel mit einer runden Siegelfläche und im rechten Winkel durchbohrter Rückseite.

 

Knopf (P. Yule)

S. Knopf bikonkav.

 

Knopf bikonkav (ARACHNE)

Stempelsiegel mit runder, selten elliptischer, Siegelfläche und einer rechtwinkligen Griffzunge, die bikonkav und durchbohrt ist. Häufig in MM I/II.

 

Knopf Giebelform (ARACHNE)

Stempelsiegel mit runder Siegelfläche und giebelförmiger Rückseite, die im rechten Winkel durchbohrt ist.

 

Konkaver Stempelzylinder (ARACHNE)

Stempelzylinder mit konkavem Körper.

 

Konkav-konvexe Vertikalscheibe (ARACHNE)

Stempelsiegel in Form eines dünnen, gekrümmten Tellers mit Gravur an der Basis und  Durchbohrung des Körpers. Verbreitet in FM II/III.

 

Konoid

Stempelsiegel mit annähernd konischem Körper, Gravur an der Basis, Durchbohrung des Körpers. Bei P. Yule erscheint dies als truncated cones.

 

Kreuzförmiges Siegel

Diagonal perforiertes Siegel in Form eines Kreuzes.

 

Kubus

Siegel in Form eines Würfels mit Durchbohrung des Körpers. Es hat oft sechs Siegelflächen.

 

Kugel Siegel (ARACHNE)

Siegel in Form einer Kugel mit Durchbohrung am Körper.

 

Kyproägäisch (I. Pini)

Eine Gruppe von Rollsiegeln, die eine mehr oder weniger ägäische Ikonographie und stilistische Züge oder Einflüsse aufweisen, doch eine kypro-orientalische Syntax besitzen.

 

L

Leiterrippen Prisma

Prismatisches Siegel mit drei Seiten, einer Siegelfläche, einem Leitermotiv entlang des Rands der ungravierten Seiten und Durchbohrung der Längsachse. Verbreitet in SM I. 

 

Lapidary lathe

S. horizontale Spindel.

 

Lapis Lacedaemonius

Harter Stein, Mohs 6 oder höher. Magmatischer Stein vulkanischer Herkunft, zugehörig zur Gruppe Andesit/Basalt und bestehend aus einer dunkelgrünen Matrix mit eckigen grünen/gelblichen Einschlüssen. Nur in Krokaie nahe Sparta anzutreffen.

 

Lapislazuli

Harter Stein, Mohs 5-6. Opaker dunkelblauer Stein, der oft weiße Adern (Calcit) oder Flecken in goldener Farbe (Eisenpyrit) aufweist. In die Ägäis importiert.

 

Lentoid

Bikonvexes, diagonal durchbohrtes Siegel, dessen Form an eine Linse erinnert. Es hat eine runde, konvexe Siegelfläche und Rückseite. Im Gegensatz zum Diskoid, dessen Rand gleichmäßig dick über die gesamte Länge verläuft, ist der Rand des Lentoids schmal und verdickt sich nur an den Enden, die von den Fadenkanälen durchbohrt werden. Verbreitet in der Späten Bronzezeit.

 

Kalkstein

Mittelharter Stein, Mohs <5. Verschiedene sedimentierte kalzitische makrokristalline Steine verschiedener Farbgebung mit weißer Strichfarbe. Darunter können Varianten von gelber bis hellgrauer Farbe als Kieselsteine definiert werden, z.B. im Flussbett oder durch die Gezeiten glattgeschliffene Steine. Varianten mit intensiven Farben oder polychromen Adern können als Marmor identifiziert werden. Einige grüne, rote und schwarze Steine erinnern in Farbe und Textur an Jaspis, sind jedoch weicher.

 

M

Mainland Popular Group (J. Younger, A. Dickers)

Eine Gruppe von SH IIIA2/IIIB Weichsteinsiegeln, die mit dem Festland in Verbindung stehen. Charakteristika dieser Gruppe sind die Lentoidform, die Nutzung dunklen Steatits, freihändige Gravur und ein limitiertes Repertoire an stilisierten Darstellungen und ornamentalen Mustern.

 

Malia Steatite Group (M. Anastasiadou)

Eine Gruppe von MM II Siegeln, die in Steatit geschnitten sind und aus Werkstätten kommen, die in Verbindung mit Malia und Ostkreta stehen. Charakeristisch für diese Gruppe sind flache Intaglios, die mit einer Klinge geschnitten wurden, wenig oder gar keine Bemühungen, Werkzeugspuren zu verbergen und eine summarische Art, die Motive wiederzugeben. Repräsentative Elemente dominieren, aber auch ornamentale Muster und hieroglyphische Inschriften sind anzutreffen. Die Gruppe ist deutlich mit der Gruppe mehrseitiger Siegel verbunden und die klare Leitform ist das dreiseitige Prisma.

 

Mittelharte Steine

Steine der Härte Mohs 3.5-4.5. Sie können, unter Schwierigkeiten, mit der Weichsteintechnik graviert werden, werden aber meist von Werkzeugen mit der horizontalen Spindel bearbeitet. Die mittelharten Steine der ägäischen Glyptik sind Breccia und der sogenannte Pseudojaspis. Diese sind in Kreta heimisch.

 

Mesara Chlorite Group (M. Anastasiadou)

Eine Gruppe MM I/II Siegel aus Chlorit mit runden Siegelflächen. Florale und ornamentale Motive überwiegen, aber im Fall repräsentativer Darstellungen bestehen diese meist aus der Abbildung eines einzigen Huftiers. Dreiseitige Prismen, Knöpfe und Birnen sind die häufigsten Formen. Die Werkstätten dieser Siegel wurden in der Mesara lokalisiert.

 

Mohs Skala

Eine Skala, die die Härte von Steinen in Relation zu zehn Mineralien misst, die eine bekannte Härte von 1-10 aufweisen, wobei 1 die weichste ist (Talk) und 10 die härteste (Diamant).

 

Muschel

Weiches Material. Die unterscheidbaren Schichten der Spondylus-Oberfläche sollten nicht mit den Lamellen von Elfenbein verwechselt werden.

 

 

O

Obsidian

Harter Stein, Mohs 5-6. schwarzes Vulkanglas. Vorkommen in der Ägäis.

 

Ovoid (ARACHNE)

Ei-förmiges Siegel mit Durchbohrung der Längsachse.

 

 

P

Parading lions/Spiral Complex (P. Yule)

Eine Gruppe Siegel aus FM III/MM IA, die in Hippopotamus Elfenbein angefertigt wurden. Die Mehrheit dieser Stücke sind Stempelzylinder. Charakterstisch sind Tierreihen, die eine Siegelfläche umrahmen. Die Tiere können Löwen sein, die der Gruppe ihren Namen gegeben haben, aber auch Schafe, Skorpione oder Spinnen. Die zweite Seite dieser Siegel wird oft von Spiralen oder Blättern verziert. Die Siegel dieser Gruppe stehen in enger Verbindung mit der Mesara und Archanes.

 

Paste

Weiches Material, Mohs 1-2. Weiches formbares Material bestehend aus einem oder mehreren pulverisierten Mineralien (im Fall von "White Piece" handelt es sich möglicherweise um Steatit, Talk oder Meerschaum). Dazu kommen artifizielle Substanzen und ein Bindemittel. Es wurde graviert, wenn es teilweise (lederhart) oder gänzlich trocken war. Siegel aus Paste dürften ursprünglich glasiert gewesen sein.

 

Petschaft

Stempelsiegel mit runder Siegelfläche, einem deutlich ausgeprägten Mittelteil und Durchbohrung am oberen Ende. Petschafte sind elaborierte Versionen der Griffösensiegel. Verbreitet in MM II.

 

Pini Group

Eine Gruppe von Amygdaloiden aus hartem Stein, die zuvor fälschlicherweise in die Späte Bronzezeit datiert wurden, jetzt jedoch in die Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus. Siegel dieser Gruppe haben eine recht krude Form, wulstige Profile und ein vertikale Rille im Profil. Ihre Ikonographie ist repräsentativ mit vor allem geflügelten Hybriden und des Weiteren auch anderen Tieren.

 

Pintadera

Tonstempel zum Bedrucken von Textilien, Haut, Brot oder Keramik. Pintaderas wurden im westmediterranen Raum seit dem Neolithikum verwendet. In der ägäischen Terminologie bezeichnet es neolithische Stempel aus Ton oder weichem Stein.

 

Plankonvexe Scheibe (ARACHNE)

Diametral durchbohrtes rundes Siegel mit flacher Rückseite und konvexer Siegelfläche. Verbreitet in SH IIIA1/B

 

Plankonvexes Siegel (ARACHNE)

Rundes oder eher elliptisches Siegel mit konvexer Rückseite, einer flachen Siegelfläche und Durchbohrung oberhalb der Basis (Siegelfläche).

 

Plano-convex button (P. Yule)

S. Plankonvexe Siegel und Kauroid.

 

Prisma

Achsial perforiertes Siegel mit drei oder mehr Seiten, die als Siegelfläche dienen können. In der Regel haben die Seiten des Prismas die gleiche Form und Größe. Es wurden drei-, vier-,  sechs- und achtseitige Prismen gefunden. Mittelminoische Prismen haben flache Siegelflächen, die alle mit unterschiedlichen Motiven graviert sind. Spätminoische und -helladische Exemplare haben meist konvexe Siegelflächen und können eine oder mehrere ungravierte Siegelflächen haben. Späthelladische Exemplare können das gleiche oder ähnliche Motive auf allen Siegelflächen tragen.

 

Profil

Als Profil bezeichnet man die bei allen Siegeln mit Ausnahme der Stempelsiegel die Seiten, die die Fadenkanäle tragen.

 

Pseudojaspis

Mittelharter Stein, Mohs 4-5. Konventionelle Bezeichnung für eine Sorte Kalkstein, die in ihrer Erscheinung Jaspis gleicht, jedoch weicher ist. Es gibt braunrote, grüne und schwarze Varianten mit einer relativ groben Textur. Die meisten Pseudojaspisse werden in der Hartstein Technik geschnitten. Pseudojaspis stammt aus lokalen Vorkommen.

 

Pyramide

Stempelsiegel in Form einer Pyramide mit Durchbohrung des Körpers.

 

Pyramidenstumpf (ARACHNE)

Stempelsiegel in Form einer stumpfen Pyramide, Durchbohrung des Körpers.

 

Pyramidoid

Stempelsiegel in der ungefähren Form einer Pyramide mit Durchbohrung durch den Körper. P. Yule bezeichnet auch einige Viertelovoide und Halbkonoide als Pyramidoide.

 

Q

Quader (ARACHNE)

Siegel in Form eines Blocks mit zwei breiteren und zwei schmaleren Seiten und Durchbohrung der Längsachse. Quader können zwei bis vier Siegelflächen haben.

 

Quarz

Harter Stein, Mohs 7. Weißlicher, leicht durchscheinender opaker Stein mit einem hohen Anteil an Mikrokristallen. Teile können von roter Farbe sein. Vorkommen in der Ägäis.

 

 

R

Rauchquarz

Harter Stein, Mohs 7. Klare makrokristalline Variante von Quarz in dunkelbraun bis schwarz.

 

Rectangular plate (P. Yule)

Siegel in rechteckiger Form mit zwei breiteren und zwei schmaleren Seiten und Durchbohrung der Langseite. In ARACHNE unter Scheiben und Quader zu finden.

 

Reel (P. Yule)

S. Garnrolle.

 

Rhomboid (ARACHNE)

Siegel mit Körper und Siegelfläche in Form einer Raute, Durchbohrung des Körpers.

 

Ring (P. Yule)

Siegel mit einem Ring und gravierter Einfassung. Außerdem Steine, die in einen Ring gesetzt werden sollten. In ARACHNE unter  Stempelring, Schildring, Bandring, Ringstein.

 

Ringstein (ARACHNE)

Siegel, das dazu gedacht war, auf einer Ringfassung angebracht zu werden. Ringsteine haben runde oder elliptische konvexe Siegelflächen und eine flache Rückseite. Sie können diametral durchbohrt oder undurchbohrt sein.

 

Roller (ARACHNE)

Zylindrisches Siegel mit ornamentaler Verzierung des Körpers zum Eindrücken von Mustern auf Objekte, wie z.B. Töpfe, für dekorative Zwecke. Die erhaltenen Roller sind aus Ton und größer als das durchschnittliche ägäische Siegel, die meisten von ihnen sind nicht durchbohrt. Wenn sie einen Fadenkanal haben, verläuft dieser durch die Längsachse. Anzutreffen in neolithischer und frühhelladischer Zeit.

 

Rollsiegel

Zylindrisches Siegel mit Gravur auf dem Körper und Fadenkanal durch die Längsgachse. Rollsiegel werden durch Abrollen eingedrückt.

 

Rosenquarz

Harter Stein, Mohs 7. Einheitlich durchscheinender makrokristalliner Quarz in einem rosigen Farbton.

 

 

S

Scheibe (ARACHNE)

Flaches, scheibenförmiges Siegel mit dünnem Profil. Scheiben können durch das Profil/den Rand oder sogar vertikal durch die Siegelfläche(n) durchbohrt sein

 

Sechseitiges Prisma

Achsial durchbohrtes Siegel mit einem polygonalen Durchschnitt und sechs Siegelflächen. Diese sind flach und haben die selbe Größe und Form. Anzutreffen in FM III/MM IA.

 

Schiefer

Weicher Stein, Mohs 3-4. Stein mit charakteristischem parallelen Verlauf des fein bis mittelstark gekörnten Materials (Schieferung) und flachem, gespaltenem Muster. Am meisten in grünen oder grauen Varianten mit einen hohen Anteil an Glimmer. Der Stein stammt aus lokalen Quellen.

 

Schildring (ARACHNE)

Ring mit gravierter Fassung.

 

Schnellrotierende Werkzeuge

Werkzeuge, die mit der horizontalen Spindel verwendet werden, um harte Steine zu schneiden. Sie bestehen aus verschiedenen Typen von Bohrern und Rädchen.

 

Sepiolith

Weicher Stein, Mohs 2 - 2.5. Ton-Mineral mit einer weißlichen Farbe, sehr leicht und poröse Textur. Das Mineral wurde aus lokalen Quellen gesammelt.

 

Serpentin

Weicher Stein, Mohs 3-4. Grün-gräulicher oder bräunlicher mikrokristalliner Stein mit Fleckung (Einschlüsse eines weicheren Materials). Die Oberfläche scheint und fühlt sich leicht schmierig an. Der Stein stammt aus lokalen Vorkommen.

 

Siegel

Ein kleines tragbares Objekt mit Gravur auf einer oder mehreren Seiten und, i.d.R., einer Durchbohrung zum Aufhängen. Die meisten Siegel bestehen aus Stein, andere wurden in organische oder glasähnliche Materialien geschnitten, sowie in Metall, Paste oder auch Ton. Ägäische Siegel wurden verwendet, um in Ton abgedrückt zu werden, aber auch zur persönlichen Zierde.

 

Siegelabdruck

Der Begriff kann sich auf (a) einen antiken Siegelabdruck beziehen oder (b) auf einen Klumpen bzw. ein geformtes Stück Ton mit einem antiken Siegelabdruck darauf.

 

Siegelfläche

Die gravierte/n Seite/n eines Siegels.

 

Signet (P. Yule)

Stempelsiegel mit Durchbohrung des oberen Endes, das sich morphologisch vom Rest des Siegelkörpers unterscheidet, z.B. durch einen Hals oder eine Öse. In ARACHNE unter Griffösensiegel zu finden.

 

Skarabäoid

Siegel in einer Form, die an einen Mistkäfer erinnert, aber so abstrahiert ist, dass einzelne anatomische Details des Tieres, wie z.B. die Beine, kaum oder gar nicht differenziert werden. Gravur der Basis, Durchbohrung darüber.

 

Skarabäus

Siegel in Form eines Mistkäfers mit Gravur der Basis und Durchbohrung oberhalb der Basis (Siegelfläche).

 

Steatit

Weicher Stein, Mohs 1-2. Zum Großteil aus Talkum bestehender Stein in gelblichen, grünen, braunen und schwarzen Erscheinungen. Steatit hat eine charakteristisch seifige/schmierige Oberfläche und kann leicht mit einem Schnitt graviert werden. Kretischer Steatit hinterlässt eine weiße Spur, wenn man ihn gegen schwarze Pappe reibt. Der Stein stammt aus lokalen Vorkommen.

 

Stempelring (ARACHNE)

Stempelsiegel mit einem Ring von sehr geringem Durchmesser und einem "Stein" mit Gravur. Stempelringe waren wahrscheinlich zum Aufhängen gedacht, da der Durchmesser ihrer Ringe zu klein für einen Finger ist. Geläufig in FM II/III.

 

Stempelring Tier (ARACHNE)

Stempelsiegel mit einem Ring, der die Form eines Tieres aufweist. Anzutreffen in FM III/ MM IA.
 

Stempelsiegel

Siegel mit einem Körper, der als Griff genutzt werden kann, um die Siegelfläche senkrecht in den Ton einzudrücken.

 

Stempelzylinder

Zylindrisches Stempelsiegel mit Siegelflächen an beiden Enden. Die Durchbohrung verläuft vertikal durch den zylindrischen Körper. Verbreitet in FM III/ MM IA.

 

Stufenpyramide

Stempelsiegel in Form einer gestuften Pyramide mit Durchbohrung am oberen Abschluss.

 

 

T

Telefonhörer (ARACHNE)

Siegel, dessen Form an einen Telefonhörer erinnert. Gravur an beiden Enden und Durchbohrung des "Griffs".

 

Tête-bêche

Kopfüber zueinander (Oberseite zu Unterseite).

 

Tonstempel (ARACHNE)

Neolithische und Frühhelladische Stempelsiegel aus Ton.
 

 

 

V

Vertikalscheibe (ARACHNE)

Stempelsiegel in Form einer dünnen Scheibe mit Gravur an einem Ende und Durchbohrung des Körpers. Anzutreffen in FM II/III-FM III/MM IA.

 

Vierseitiges Prisma

Siegel mit quadratischem, seltener rechteckigem Querschnitt und vier gravierten Seiten, perforiert durch die Längsachse. Geläufig in MM II. 

 

Vierseitiges Prisma gestuft

Vierseitiges Prisma, dessen eine Hälfte horizontal über die andere versetzt ist. Anzutreffen in MM II.

 

Viertelovoid (ARACHNE)

Siegel in Form eines geviertelten Ovoids mit Gravur auf der Basis und Durchbohrung des Körpers. Viertelovoide unterscheiden sich von Halbkonoiden darin, dass von den beiden für die Gravur verfügbaren Seiten nur die längere graviert ist und somit als Basis des Siegels anzusehen ist.

 

 

W

Weiches Material

Material mit einer Härte von Mohs 1-3. Weiches Material kann problemlos mit Handwerkzeugen bearbeitet werden. Die häufigsten weichen Materialien in der ägäischen Glyptik sind weicher Stein, Knochen/Eberzahn/Hippopotamus Elfenbein, Metall (Gold, Silber, Blei, Bronze, Zinn, Eisen), und Paste. Ton und manchmal Paste und Fayence/Fritte wurden graviert, während sie noch formbar waren.

 

Weiche Steine

Steine mit einer Härte von Mohs 1-3. Weiche Steine können einfach mit Handwerkzeugen graviert werden. Die häufigsten weichen Steine der ägäischen Glyptik sind Steatit, Chlorit, Schiefer, Serpentin, Sepiolith, Fluorit, Calcit, und Alabaster. All diese Steine kommen auf Kreta vor.

 

Weichstein Technik

Eine Technik für die Gravur weicher Materialien. Die  Werkzeuge werden von Hand bedient und auf das Werkstück angesetzt oder fixiert. Für das Schneiden härterer weicher Steine konnte ein Schmirgelmittel, wie pulversierter Stein (z.b. Serpentin), verwendet werden. Die Intaglios der Siegel, die in der Weichstein Technik geschnitten werden, sind meist tiefer und unregelmäßiger als diejeingen, die in der Hartstein Technik angefertigt worden sind und sie weisen Werkzeugspuren auf. Die Technik wird meist verwendet, um weichen Stein zu schneiden, aber in seltenen Fällen begegnet sie auch auf mittelharten Steinen.
 

Werkstattfrisch

Ein Siegel ohne Abnutzungs- oder Tragespuren, das folglich nicht benutzt worden ist. Siegel, die frisch aus der Werkstatt kommen haben scharfe Kanten.

 

White Piece (I. Pini)

Eine Gruppe FM III/MM IA Siegel aus weichem Material. Die meisten dieser Siegel bestehen aus einer Sorte von Paste und haben eine weißlich/beige bis hell-/mittelgraue Farbe. Ursprünglich dürften sie glasiert gewesen sein und eine blaue Farbe gehabt haben. Manche Steatitsiegel ohne Glasur werden aus stilistischen Gründen ebenfalls der Gruppe der White Pieces zugeordnet. Es handelt sich um eine homogene stilistische Gruppe, die in Werkstätten in der Mesara und eventuell an der Schwelle des Asterousia Gebirges hergestellt wurden.

 

 

Z

Zoomorphe Siegel (P. Yule)

Siegel, dessen Körper gänzlich oder teilweise in der Form eines Tieres oder eines Tierteils gestaltet ist. In ARACHNE unter figürliche Siegel.

 

Zylinder(ARACHNE)

Zylindrisches Stempel Siegel mit Gravur an einem Ende und Durchbohrung des Körpers.

 

Zylindersiegel

S. Rollsiegel

 

 

Editor: Email
Latest Revision: 24.09.2017
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