Über das Fach

Theodosius1

Definition des Faches

Die Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte ist die Wissenschaft von der gegenständlich erfassbaren Hinterlassenschaft der spätantiken (ab 3. Jh. n. Chr.) und der byzantinischen Kultur (bis zur Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 n. Chr.). Es ist die Epoche, in der durch politische und religiöse Umbrüche die römische Kaiserzeit zuende geht und nach dem Niedergang Roms mit Konstantinopel das Zentrum eines neuen Imperiums entsteht, des Byzantinischen Reiches, das bis zu seinem Untergang Nachbar und Rivale des Abendlandes in Politik und Kultur bleibt. Schwerpunkte der Ausbildung in Heidelberg sind die spätantik-frühbyzantinische und die mittelbyzantinische Zeit.

Einführende Literatur

Beschreibung des Faches

1. Abgrenzung

Der geographische Raum des Faches umfasst in der Spätantike alle Zentren und Provinzen des Römischen Reiches und im byzantinischen Mittelalter vor allem den östlichen Mittelmeerraum mit der Hauptstadt Konstantinopel als Zentrum.
Mit den anderen archäologischen und kunsthistorischen Fächern (vor allem Klassische Archäologie, Ägyptologie, Ur- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie, Kunstgeschichte) hat die Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte die Art der Zeugnisse -visuell erfassbare Denkmäler und Befunde- und die damit verbundenen Forschungsmethoden gemeinsam, unterscheidet sich aber von ihnen in Bezug auf die untersuchten Kulturen. Mit einem Teil der Klassischen Philologie und der Alten Geschichte auf der einen, der Kirchengeschichte und der mittelalterlichen Geschichte auf der anderen Seite hat sie den kulturellen Bereich gemeinsam, unterscheidet sich aber in der Art der Zeugnisse.

2.Gegenstände

Als Gegenstände des Faches sind folgende Denkmälergruppen zu nennen:

  • Architektur, Städtebau und Topographie, Gräber und ihre Ausstattungen
  • Bildende Kunst (Mosaik, Malerei, Skulptur)
  • Kleinkunst, Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände
  • Inschriften

3. Methoden und Fragestellungen

Die Methoden des Faches sind jeweils an den Gegenständen orientiert.

  • Grundlegend ist die Kenntnis der Aufnahme von Befunden und Funden.
  • Die angestrebte Ausbildung zum vergleichenden Sehen wird insbesondere durch Methoden der Ikonographie und Formanalyse gefordert.
  • Die Interpretation der Befunde in ihrem historischen Kontext verlangt Grundkenntnisse der historischen und philologischen Methoden.

4. Das Fach in der Wissenschaft

Das Fach Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte ist in zwei nationalen Verbänden vertreten: der Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung spätantiker, frühmittelalterlicher und byzantinischer Kultur und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung Byzantinischer Studien. Studierende können an den Tagungen beider Verbände teilnehmen, in dem erstgenannten können sie schon während der Ausbildung Mitglied werden.

Aktuelles zum Thema Byzanz finden sich auch auf der Homepage der Society for the Promotion of Byzantine Studies, London sowie des Centre d'Études Byzantines, Néo-Helléniques et Sud-Est Européennes, Paris.

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 11.01.2016
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