Bewertung

Bewertung der ersten Phase des Altertumswissenschaftlichen Kollegs Heidelberg

Das Altertumswissenschaftliche Kolleg Heidelberg hat sich als äußerst effektive Forschungsförderung erwiesen:

  • Die ersten drei durchgeführten Jahresprojekte haben bislang 5 Monographien hervorgebracht, 7 weitere werden in den kommenden Jahren erscheinen. Darüber hinaus entstanden nahezu 30 Aufsätze im Rahmen des Kollegs.
  • Dieser Erfolg liegt nicht zuletzt darin begründet, daß das Kolleg erstrangigen Fachwissenschaftlern den Freiraum schafft, in einem ihrer genuin eigenen Forschungsgebiete konzentriert zu arbeiten, neue Ideen zu entwickeln und umfänglichere Werke auszuarbeiten.
  • Ferner verpflichten die regelmäßige Treffen und Diskussionsrunden, ebenso wie die retrospektive Begutachtung der Jahresprojekte die beteiligten Gelehrten fast automatisch, ihre Arbeiten im Laufe des Förderjahres voranzutreiben.
  • Der über alle Erwartungen hinausgehende wissenschaftliche Mehrwert, den das Kolleg erzeugt, kommt dadurch zustande, daß das Kolleg – seiner Grundidee folgend – die Kooperation von Wissenschaftlern befördert, deren Forschungen gewöhnlich in getrennten Bahnen verlaufen. Diese Zusammenarbeit führt zwangsläufig dazu, daß die beteiligten Forscher mit ihnen weitgehend fremden Fragestellungen, Methoden, Erkenntnissen und Blickwinkeln konfrontiert werden und so grundsätzlich neue Ideen generieren.
  • Die stete Verpflichtung, eigene Gedanken und Erkenntnisse in verständlicher Form fachfernen Kollegen regelmäßig in Arbeitskreisen, Kolloquien und Symposien vorzutragen, führt zu einem höheren Reflexionsniveau, zur Wahrnehmung eigener »blinder Flecken« und in Publikationen fast notgedrungen zu anschaulicheren Darstellungsformen.
  • Die Evaluation der einzelnen Jahresvorhaben hat gezeigt, daß die Jahresvorhaben des Kollegs insofern zu einer Nachhaltigkeit führen, als aus den Jahresvorhaben in mehreren Fällen weitere fächerübergreifende Forschungsvorhaben und Kooperationen entstehen.
  • Darüber hinaus generiert die Struktur des Kollegs weder nennenswerte administrative Kosten, noch nennenswerte Aufenthaltskosten.

Der Versuch, mit dem Altertumswissenschaftlichen Kolleg Heidelberg den Verbund der Altertumswissenschaften zu stärken und mit anderen Disziplinen zu vernetzen, kann über alle Erwartungen hinaus als gelungen bezeichnet werden:

  • Folgende Altertumswissenschaftliche Disziplinen waren bislang/sind an dem Kolleg beteiligt und dadurch mehr als zuvor in sehr engen Kontakt gekommen:
    • Ur- und Frühgeschichte
    • Theologie/Neues Testament
    • Assyriologie
    • Klassische Archäologie
    • Papyrologie

Es ist gelungen, in Arbeitskreisen, Kolloquien und Symposien nicht nur die Heidelberger Altertumswissenschaftler zusammenzubringen. In allen Jahresvorhaben wurden in diese Veranstaltungen besonders auch Vertreter der anderen großen Universitäten Baden-Württembergs einbezogen.

  • Folgende weiteren Fächer waren /sind an dem Kolleg beteiligt:
    • Soziologie
    • Islamwissenschaften
    • Philosophie
    • Kulturtheorie/Kultursoziologie
    • Mittelalterliche Geschichte
    • Rechtswissenschaften

Die Verpflichtung für jeden der ein Jahresvorhaben ausrichtenden Wissenschaftler, an seiner eigenen Universität einen Arbeitskreis mit Mitgliedern altertumswissenschaftlicher Fächer und Vertretern der eigenen bzw. der weiteren Disziplin und ihrer Nachbarfächer aufzubauen, führt nicht nur dazu, daß ein Jahresvorhaben in zwei Landesuniversitäten fest etabliert wird, sondern bewirkt auch Vernetzungen unterschiedlicher Fächer innerhalb einer Universität.

Das Altertumswissenschaftliche Kolleg Heidelberg hat, seinem Auftrag entsprechend, auch erreicht, alle großen Landesuniversitäten einzubeziehen. An den insgesamt vier Jahresvorhaben waren/sind als ausrichtende Fachwissenschaftler Professoren folgender Universitäten beteiligt:

  • Universität Freiburg (Schwengel, Soziologie)
  • Universität Heidelberg (Maran, Ur- und Frühgeschichte; Theißen, Theologie/Neues Testament; Maul, Assyriologie; Panagiotopoulos, Klassische Archäologie; Hilgert, Altorientalistik/Sumerologie; Jördens, Papyrologie)
  • Universität Konstanz (Reckwitz, Kulturtheorie/Kultursoziologie; Schönberger, Öffentliches Recht)
  • Universität Mannheim (Kehnel, Mittelalterliche Geschichte)
  • Universität Tübingen (Richter Bernburg, Islamwissenschaften)

Darüber hinaus hat auch die vom Kolleg erwünschte Kooperation mit ausländischen (Gast)wissenschaftlern zu nachhaltigen Kontakten geführt.

Insbesondere hat sich bewährt, die mit einer Lehrstuhlvertretung betrauten Kollegen in die Jahresvorhaben des Altertumswissenschaftlichen Kollegs Heidelberg einzubinden. Hierdurch strahlen die Aktivitäten des Kollegs auch weit über den Rahmen des Landes Baden-Württemberg und der Bundesrepublik Deutschland hinaus.

Auch die vom Altertumswissenschaftlichen Kolleg Heidelberg intendierte Nachwuchsförderung darf als gelungen bezeichnet werden:

  • Es wurde darauf geachtet, daß Studenten und Vertreter des wissenschaftlichen Mittelbaus an Arbeitsgruppen, Kolloquien und Symposien beteiligt wurden. In alle Jahresvorhaben wurden Doktoranden und Habilitanden zur Mitarbeit gewonnen. Es entstanden mehrere Dissertationen und eine Habilitationsschrift in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Jahresvorhaben des Kollegs.
Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 05.08.2011
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