Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis SoSe 2005

Vorlesungen:
 

Einführung in die Kulturgeschichte des Alten Orients [V]

Hartmut Waetzoldt, Claus Ambos, Stefan Jakob,
Jaume Llop, Hanspeter Schaudig, Rita Strauß
Vorlesung, 2 SWS
Di, 16:15 - 17:45, Heu II
Inhalt:
Dies ist der zweite Teil einer Ringvorlesung, deren erster Teil im Wintersemester als "Einführung in die Geschichte des Alten Orients" abgehalten worden war. Die beiden Vorlesungen wechseln sich kontinuierlich im Sommer- und Wintersemester ab. Als fester Bestandteil des Curriculums bilden sie eine Pflichtveranstaltung für alle Studenten der Altorientalistik und vermitteln das Basiswissen, welches der Zwischenprüfung zugrunde liegt.
Empfohlene Literatur:
Literaturlisten zu den jeweiligen Themen werden von den Referenten bereitgestellt.
Die Geschichte des Hethiterreiches [V]
Daniel Schwemer
Vorlesung, 2 SWS
Do, 9:15 - 10:45, SenS, ab 21.4.2005
Inhalt:
Das hethitische Großreich gehört neben Babylonien, Assyrien, Mittani und Ägypten zu jenen politischen Großmächten, die wesentlich die altorientalische Geschichte des 2. Jt. v. Chr. geprägt haben. Zugleich geben die umfangreichen Funde keilschriftlicher Texte in der Hethiterhauptstadt Hattuscha und in anderen hethitischen Städten einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in die politische Geschichte dieses Reiches. Die Vorlesung gibt einen allgemeinen Überblick über die Geschichte des Hethiterreiches von seinen Anfängen im frühen 2. Jt. bis zu seinem Untergang um 1200 v. Chr. Dabei sollen anhand ausgewählter hethitischer und akkadischer Texte, die immer in Übersetzung vorgestellt werden, bestimmte wichtige Problemkomplexe von den Quellen her erarbeitet werden.
Empfohlene Literatur:
H. Klengel, Geschichte des hethitischen Reiches, HdO I/34, Leiden ? Boston ? Köln 1999 T. R. Bryce, The Kingdom of the Hittites, Oxford 1999 Weitere Literatur wird im Verlauf der Vorlesung angegeben.


Seminare und Übungen
 

Die Stadt Assur und ihre Kolonien in Anatolien zu Beginn des 2. Jts. v. Chr.

Peter A. Miglus, Daniel Schwemer
Seminar, 2 SWS, benoteter Schein, archäologisch-philologisches Seminar
Do, 12:00 - 13:30, RI 104
Sumerisch I [Ü]
Hartmut Waetzoldt
Übung, 2 SWS
Mi, 9:15 - 10:45, SandG 010, ab 20.4.2005
Inhalt:
Das Sumerische gehört zu den agglutinierenden Sprachen wie das Hurritische und Urartäische oder heute das Türkische, Ungarische und Baskische. Sumerisch wurde im 3. Jahrtausend v.Chr. im südlichen Mesopotamien gesprochen und starb bereits um 2000 v.Chr. als gesprochene Sprache aus, blieb aber bis zum Ende der Keilschriftkulturen Sprache des Kults und der Religion. Die Sumerer beeinflußten nachhaltig die anderen Kulturen im Vorderen Orient, und in fast allen akkadischen und hethitischen Texten findet man zahlreiche mit Sumerogrammen geschriebene Wörter.
Empfohlene Literatur:
M.-L. Thomsen, The Sumerian Language (Mesopotamia. Copenhagen Studies in Assyriology Vol. 10) 1984; D.O. Edzard, Sumerian Grammar (Handbook of Oriental Studies Vol. 71) 2003; und eigene Unterrichtsmaterialien .


Sumerisch III.  Lektüre leichterer sumerischer Texte [Ü]

Hartmut Waetzoldt
Übung, 2 SWS
Di, 9:15 - 10:45, SandG 010, ab 19.4.2005
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Sumerisch II mit Klausur
Inhalt:
Dies ist die Fortsetzung der Übung Sumerisch II vom letzten Semester. Ziel dieser Übung ist einerseits eine Vertiefung der Kenntnisse von Grammatik und Syntax und andererseits das Kennenlernen verschiedener Textgattungen mit ihren Besonderheiten und dem darin vorkommenden Vokabular.
Empfohlene Literatur:
M.-L. Thomsen, The Sumerian Language (Mesopotamia. Copenhagen Studies in Assyriology Vol. 10) 1984. A. Falkenstein, Neusumerische Gerichtsurkunden, Teil 1-3, München 1956-57. D.O. Edzard, Gudea and His Dynasty (= The Royal Inscriptions of Mesopotamia, Early Periods Vol. 3/1), Toronto 1997. E. Sollberger, Business and Administrative Correspondence under the Kings of Ur (= Texts from Cuneiform Sources, Vol. I). Locust Valley 1966; H. Steible, Die Neusumerischen Bau- und Weihinschriften (= Freiburger Altorientalische Studien Bd. 9/1-2) Stuttgart 1991.
Fluch über Agade [S]
Hartmut Waetzoldt
Seminar, 2 SWS
Mo, 15:30 - 17:00, Assyr. R 103, ab 18.4.2005
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Zwischenprüfung in Assyriologie
Inhalt:
Die sumerische Dichtung Fluch über Agade schildert Aufstieg und Fall der Stadt Agade. Aufgrund der Gunst der Götter, besonders Enlils, kann Agade und dessen König Sargon aufsteigen. Inanna bezieht dort ihren Tempel Ulmasch. Ihr Tempel und die Stadt werden reicher und reicher. Enlil und die anderen großen Götter gefällt diese Situation keineswegs. Sie entziehen Agade ihre Gunst. Ohne das Wohlwollen der Götter kann König Naramsîn nichts unternehmen und ist 7 Jahre lang zur Untätigkeit verdammt. Vergeblich versucht er immer wieder, von Enlil ein günstiges Omen zu erlangen. Dies bringt ihn derart in Rage, daß er das Ekur, Enlils Tempel in Nippur, zerstören und ausrauben läßt. Zur Sühne dieser frevelhaften Tat ruft Enlil die Gutäer, ein Fremdvolk unbekannter Herkunft ins Land. Deren Wüten und Mordbrennen verursacht großes Elend. Die überlebenden Menschen klagen und jammern. Die Götter verfluchen Agade und beschließen, daß �dieser Stadt, die das Ekur zerstört hat, dasselbe geschehen solle�. Am Ende wird beschrieben, wie sich dieser Fluch auf Agade auswirkt und alles zerstört wird. In Fluch über Agade werden zwar die historischen Könige Sargon und Naramsîn genannt, doch fehlen die nach Sargon regierenden Könige Rimusch und Manischtusu. Die Gutäer traten nicht unter Naramsîn erstmals auf, sondern erst unter seinem Nachfolger Scharkalischarri. Dies zeigt, daß Fluch über Agade keineswegs ein Werk auf historischer Basis, sondern eher eine antiakkadische Propagandadichtung darstellt.
Empfohlene Literatur:
P. Attinger, Remarques à propos de la «Malédiction d'Accad», Revue d'Assyriologie 78 (1984), 99-121; J.S. Cooper, The Curse of Agade, Baltimore/London, 1983; D.O. Edzard, Das 'Wort im Ekur' oder die Peripetie in 'Fluch über Akkade', in Behrens, H., Loding, D., and Roth, M.T. (eds.), Dumu-e2-dub-ba-a. Studies in Honor of Ake W Sjöberg (Occasional Publications of the Samuel Noah Kramer Fund 11), Philadelphia, 1989, 99-105: Kommentar zu Z. 54-57; A. Falkenstein, Fluch über Akkade, Zeitschrift für Assyriologie 57 (1965), 43-124; Th. Jacobsen, The Harps that Once .... Sumerian Poetry in Translation. New Haven/London, 1987, 359-374.
Neuer Text: B. Alster, ASJ 15, 1993, 7 Nr. 1 (Ur III).
Tempel im 3. Jahrtausend : Gebäude, Felder, Inventar,
Priesterschaft und sonstiges Personal [S]
Hartmut Waetzoldt
Seminar, 2 SWS
Di, 11:15 - 12:45, Assyr. R 103, ab 19.4.2005
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Zwischenprüfung in Assyriologie
Inhalt:
Tempel sind in Mesopotamien sehr komplex zusammengesetzte Einheiten. Neben dem eigentlichen Tempel mit dessen Priestern und Funktionsträgern, gab es eine umfangreiche Landwirtschaft, mit einer eigenen Verwaltung und zahlreichen Arbeitskräften und Handwerkern. Manche Tempel bewirtschafteten riesige Flächen von 20 bis über 50 qkm. In diesem Seminar soll aufgrund der Quellen aus dem 3. Jahrtausend geklärt werden, wie ein solcher Tempel funktionierte. Allerdings erfahren wir aus den Texten kaum etwas über die Priester und ihre kultische Tätigkeiten. Dafür besitzen wir detaillierte Angaben über Opfer und den großen profanen Bereich mit oft über 500 Arbeitskräften
Empfohlene Literatur:
E. van Donzel et al. (Hrg.), Le Temple et le Culte, Compte-Rendu de la 20ème Rencontre Assyriologique Internationale (Leiden 3.-7. Juillet 1972), Leiden/Istanbul 1975; W. Sallaberger, Der kultische Kalender der Ur III-Zeit, Teil 1 + 2, Berlin/ NewYork 1993; M Such, Beiträge zum Pantheon von Nippur im 3. Jahrtausend, Teil I + II, Materiali per il Vocabolario Sumerico 9/I und 9/II, Rom 2003; Register Assyriologie und Bibliographie Mesopotamien in AfO 48/49, 2001/2002, S. 409f.
Beschwörungen aus dem 3. Jahrtausend [S]
Hartmut Waetzoldt
Seminar, 2 SWS
Mi, 11:15 - 12:45, Assyr. R 103, ab 20.4.2005
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Zwischenprüfung in Sumerisch
Inhalt:
Beschwörungen gehören zu der ältesten Literatur aus Mesopotamien. Man findet sie bereits um 2600 v.Chr. unter den Texten aus Fara. Schon rund 200 Jahre später gibt es gleichlautende Beschwörungen auch in Syrien in den Archiven der Stadt Ebla. In Ebla verfaßte man allerdings auch Beschwörungen in der eigenen Sprache, dem Eblaitischen. Beschwörungen dienen z.B. zur Abwehr eines befürchteten Ereignisses oder zur Beseitigung einer bereits eingetretenen Erkrankung. Erkrankungen wurden in der Regel als Wirken von Dämonen verstanden. Der Beschwörer versuchte meist durch Anrufung von Asarluchi oder in älteren Beschwörungen von Enlil und durch magische Praktiken, den Dämon zu vertreiben. Es gibt z.B. Beschwörungen gegen Schlangen, Skorpione, Kindbettfieber oder Augenkrankheit, aber auch gegen das Kopfweh von König Amar-Suen oder gegen die Krankheit des König Schulgi. Dessen Krankheit war sowohl von dem Asag-Dämon, als auch durch Verletzungen durch Schlange und Skorpion verursacht. Die Kultmittelbeschwörungen dienen dazu, im Kult verwendete Gegenstände oder Wasser von allem anhaftenden Übel zu befreien und für den Kult geeignet zu machen, z.B. Fackeln, Räucherbecken oder Weihwasser.
Empfohlene Literatur:
A. Falkenstein, Die Haupttypen der sumerischen Beschwörung (= Leipziger Semitistische Studien. Neue Folge 1) 1931; M. Krebernik, Die Beschwörungen aus Fara und Ebla, 1984; J. van Dijk, Vorderasiatische Schriftendenkmäler 17 (1971) Nr. 1-3, 10-19, 21-22, 24-25, 27-34; ders.: Texts from the Iraq Museum 9 (1976) Nr. 62-64, 68, 70, 74, 76; J. van Dijk/M.I. Hussey, Yale Oriental Series ? Babylonian Texts 11 (1985); J. van Dijk/M. Geller, Ur III Incantations (= Texte und Materialien der Frau Prof. Hilprecht Collecton 6) 2003; G. Cunningham, Deliver Me from Evil. Mesopotamian Incantations 2500-1500 BC (= Studia Pohl. Series Maior 17) 1997.
Akkadisch II: Babylonisch-Assyrisch [Ü]
Daniel Schwemer
Übung, 2 SWS
Fr, 16:15 - 17:45, SandG 010, ab 22.4.2005
Inhalt:
Die Übung setzt die Einführung ins Akkadische vom vergangenen Semester fort. Im Zentrum des Kurses steht die Lektüre der Gesetze des Hammurapi (§§ 127ff., nach Borger, BAL). Im letzten Semesterdrittel werden einzelne andere altbabylonische Texte gelesen. Teilnahme-voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an Akkadisch I (Klausur in der ersten Sitzung dieses Semesters).
Unveröffentlichte Ritualtexte aus Ninive und Assur [S]
Daniel Schwemer
Seminar, 2 SWS
Mi, 16:15 - 17:45, Assyr. R 105
Inhalt:
Die Übung, die sich in erster Linie an fortgeschrittene Studierende richtet (alle Hf-S nach ZP, interessierte Nf-S willkommen), widmet sich der Lektüre unveröffentlichter Ritualtexte vor allem aus Bibliotheken Ninives und Assurs. Die Lektürebasis sind noch unveröffentlichte Kopien einschlägiger Texte. Die Arbeit im Seminar dient auch als Hinführung zum eigenständigen editorischen Arbeiten mit Keilschrifttexten. Die ersten Texte werden bei der Vorbesprechung der Assyriologie ausgegeben.
Altassyrische Briefe und Rechtsurkunden [S]
Daniel Schwemer
Seminar, 2 SWS
Fr, 10:15 - 11:45, Assyr. R 105
Inhalt:
Das Seminar gibt eine Einführung in den altassyrischen Dialekt des Akkadischen und möchte zugleich anhand der Lektüre vor allem von Briefen der altassyrischen Händler, die im anatolischen Kültepe gefunden wurden, einen Einblick in das Wirtschaftsleben und die politischen Institutionen dieser Epoche geben. Teilnahmevoraussetzung: Akk. I-II. Die genaue Lektürefolge wird in der Vorbesprechung der Assyriologie bekanntgegeben.
Empfohlene Literatur:
Larsen, M. T., The Old Assyrian City-State and Its Colonies (Mes. 4), Copenhagen 1976. - Veenhof, K. R., Kanesh: An Assyrian Colony in Anatolia, CANE 2 (1995) 859-871. - Veenhof, K. R., Archives of Old Assyrian Traders, in: Ancient Archives and Archival Traditions, ed. M. Brosius, Oxford 2004, 78-123. - Michel, C., Correspondance des marchands de Kanish, LAPO 19, Paris 2001, 9ff. - Hecker, K., Grammatik der Kültepe-Texte, AnOr 44, Roma 1968.
Babylonisch-assyrische Chroniken des 1.Jt. v.Chr. [S]
Hanspeter Schaudig
Seminar, 2 SWS
Mo, 9:30 - 11:00, Assyr. Keller
Inhalt:
Die mesopotamischen (assyrisch-babylonischen) Chroniken sind meist knappe, chronologisch nach Herrscherjahren geordnete Geschichtsdarstellungen. Sie stammen fast ausschließlich aus dem ersten Jahrtausend v.Chr. Neben im heutigen Sinne objektiv wirkenden Zusammenstellungen, die anscheinend relativ nüchtern politisch wichtige Ereignisse auflisten, finden sich auch thematisch geordnete Abhandlungen, in denen man oft sicher zur Recht tendeziöse Geschichtsschreibung erkennen kann. In dieser Veranstaltung sollen die verschiedenen Typen herausgearbeitet werden.
Empfohlene Literatur:
D.O. Edzard und A.K. Grayson, �Königslisten und Chroniken�, in: RlA 6, 77-135. ? A.K. Grayson, Assyrian and Babylonian Chronicles. Texts from Cuneiform Sources 5 (Locust Valley, New York 1975).
Die Sumerische Königsliste [S]
Hanspeter Schaudig
Seminar, 2 SWS
Do, 9:00 - 10:30, Assyr. Keller
Inhalt:
Die Sumerische Königsliste (SKL) ist ein Stück Legitimations-Literatur, in welchem dargestellt wird, wie das ? unterstellt eine, gottgeschaffene und daher rechtmäßige ? Königtum im Lauf der erinnerten Geschichte seinen Weg durch verschiedene Dynastien mesopotamischer Stadtstaaten genommen hat. Das Ergebnis ist eine Geschichtsprojektion, die immer von der jeweils regierenden Dynastie fortgeschrieben wurde. In dieser Veranstaltung werden Entstehung, Tradition, literarischer Aufbau und das Verhältnis der SKL zur unabhängig von ihr rekonstruierbaren Geschichte untersucht.
Empfohlene Literatur:
Th. Jacobsen, The Sumerian King List, AS 11 (Chicago 1939). ? P. Steinkeller, An Ur III Manuscript of the Sumerian King List, in: W. Sallaberger / K. Volk / A. Zgoll (Hrsg.), Literatur, Politik und Recht in Mesopotamien. Festschrift für Claus Wilcke, Orientalia Biblica et Christiana 14 (Wiesbaden 2003) S. 267-292. ? C. Wilcke, Genealogical and Geographical Thought in the Sumerian King List, in: H. Behrens / D. Loding / M. T. Roth (Hrsg.), DUMUE2-DUB-BA-A. Studies in Honor of Ake W. Sjöberg (Philadelphia 1989) S. 557-571. ? C. Wilcke, Vom göttlichen Wesen des Königtums und seinem Ursprung im Himmel, in: F.-R. Erkens (Hrsg.), Sakralität von Herrschaft: Herrschaftslegitimierung im Wechsel der Zeiten und Räume (Berlin 2002) S. 62-83. ? E. Sollberger, �The Rulers of Lagash�, in JCS 21, 1967, 279-291. ? D.O. Edzard und A.K. Grayson, �Königslisten und Chroniken�, in: RlA 6, 77-135.
Die Inschriften der Achämeniden [S]
Claus Ambos
Seminar, 2 SWS
Zeit n.V., Assyr. Keller
Inhalt:
Die persischen Herrscher aus der Dynastie der Achämeniden (539-330 v. Chr.) hinterließen uns zahlreiche Inschriften, bei denen es sich überwiegend um Trilinguen in babylonischer, elamischer und altpersischer Sprache handelt. Der Kurs soll einerseits der Lektüre der babylonischen Textfassungen dienen, kann aber andererseits bei Interesse der Teilnehmer auch mit einer Einführung in das Keilschrift-Altpersische verbunden werden.
Empfohlene Literatur:
R.G. Kent, Old Persian: Grammar, Texts, Lexicon. AOS 33. New Haven 1950; H. Schaudig, Die Inschriften Nabonids von Babylon und Kyros� des Großen samt den in ihrem Umfeld entstandenen Tendenzschriften. Textausgabe und Grammatik. AOAT 256. Münster 2001; R. Schmitt, The Bisutun Inscriptions of Darius the Great: Old Persian Text. Corpus Inscriptionum Iranicarum Part I, Vol. I Texts I. London 1991; F.H. Weissbach, Die Keilinschriften der Achämeniden. Vorderasiatische Bibliothek 3. Leipzig 1911.
Sargons 8. Feldzug: Die Kampagne gegen Urartu [S]
Jeanette C. Fincke
Seminar, 2 SWS
Di, 13:15 - 14:45, Schulgasse 2, 2.OG
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung.
Inhalt:
Der Bericht des assyrischen Königs Sargon über seinen 8. Feldzug ist nicht nur aufgrund der ausführlichen Beschreibung seiner Kampagne gegen das nördlich gelegene Urartu bedeutend, sondern auch aufgrund seiner Formulierung als "Gottesbrief". Der in Assur gefundene Text ist unmittelbar nach Abschluß der militärischen Operation für den Reichsgott Assur und die anderen Götter der Stadt Assur geschrieben worden und stellt eine Art "erste Meldung" über die gerade abgeschlossene Unternehmung dar. In dem Seminar soll dieses berühmte Werk vom Keilschrifttext gelesen und diskutiert werden. Zunächst stehen dabei natürlich die militärischen Taten des Strategen Sargons im Mittelpunkt unseres Interesses. Aufgrund des detaillierten Berichtes können wir auch die politischen Verhältnisse und geographischen Gegebenheiten des Schauplatzes dieser Kampagne, dem Gebiet zwischen Assyrien und dem Urmia-See, zu ermitteln. Abschließend soll versucht werden, den Grund für die Formulierung dieses Berichtes als "Gottesbrief" herauszuarbeiten.
Empfohlene Literatur:
Igor M. Diakonoff - S. M. Kashkai, Geographical Names according to Urartian Texts, RGTC 9, Wiesbaden 1981; Andreas Fuchs, Die Inschriften Sargons II. aus Khorsabad, Göttingen 1994; Walter Mayer, "Die Finanzierung einer Kampagne (TCL 3, 346-410)", UF 11 (1979) 571-595; Walter Mayer, "Sargons Feldzug gegen Urartu - 714 v. Chr. Eine militärhistorische Würdigung", MDOG 112, Berlin 1980, 13-33; Walter Mayer, "Sargons Feldzug gegen Urartu - 714 v. Chr. Text und Übersetzung", MDOG 115, Berlin 1983, 65-132; Khaled Nashef, Die Orts- und Gewässernamen der mittelbabylonischen und mittelassyrischen Zeit, RGTC 5, Wiesbaden 1982; Karen Radner (Hrsg.) - Heather D. Baker (Hrsg.), The Prosopography of the Neo-Assyrian Empire, Helsinki 1998ff.; Otto Schroeder, Keilschrifttexte aus Assur historischen Inhaltes Zweites Heft (KAH 2), Leipzig 1922, Nr. 141; François Thureau-Dangin, Une Relation de la huitième campagne de Sargon, TCL 3, Paris 1912; Ernst F. Weidner, "Neue Bruchstücke des Berichtes über Sargons achten Feldzug", AfO 12 (1937-38) 144-148. Tf. XI.
Die Paläographie der Keilschrift des 1. Jt. v.Chr., 2. Teil [Ü]
Jeanette C. Fincke
Übung, 2 SWS
Mi, 14:15 - 15:45, Assyr. Keller
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Teilnahmevoraussetzungen: Akkadisch II.
Inhalt:
Im letzten Semester haben wir eine Paläographie der assyrischen Keilschrift des 1. Jt. v. Chr. erstellt. In diesem Semester soll nun die babylonische Keilschrift im Zentrum der Betrachtung stehen. Zunächst werden wir untersuchen, inwiefern sich die Keilschriftzeichen der babylonischen Texte aus Ninive von den etwa zeitgleichen Texten aus Babylonien unterscheiden. In einem zweiten Schritt soll geprüft werden, ob sich bei den Texten der bekannten babylonischen Schreiberzentren des 1. Jt. v. Chr. (z.B. Babylon, Borsippa, Sippar) auch die Verwendung eines abweichenden Schriftduktus erkennen läßt. Im Anschluß hieran sollen Kriterien erarbeitet werden, anhand derer man die spätbabylonischen Texte datieren und dem möglichen Ort ihrer Niederschrift zuordnen kann. Das Seminar richtet sich an alle Studenten der Assyriologie, die sich für die Zeichenformen der babylonischen Keilschrift interessieren und etwas mehr darüber erfahren wollen, was der verwendete Duktus eines Keilschrifttextes über Herkunft und Datierung aussagt. Ziel des Seminars ist die Erstellung einer Paläographie der babylonischen Keilschriftzeichen des 1. Jt. v. Chr. Weil es Derartiges bislang nur ansatzweise gibt (vgl. die paläographischen Übersichten in den Zeichenlisten), werden alle Seminarteilnehmer Pionierarbeit auf diesem Gebiet der "Keilschriftkunde" leisten.
Briefe an den König von Mari [S]
Stefan Jakob
Seminar, 2 SWS
Mi, 14:15 - 15:45, Schulgasse 2, 2.OG
Inhalt:
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Briefe aus dem Archiv von Mari (Tell Hariri) aus altbabylonischer Zeit. Die Texte umspannen die Zeit von der Regentschaft des Jasmah-Addu, der von seinem Vater Shamshi-Addu in Mari als Gouverneur eingesetzt wurde, bis zur Ära seines Nachfolgers Zimrilim. In den Schreiben befasst man sich mit politischen, militärischen und wirtschaftlichen Fragen, teilweise in sehr persönlicher Weise. Ein weiteres zentrales Thema ist die mitunter schwierige Beziehung zwischen Sesshaften und Nomaden.
Empfohlene Literatur:
G. Dossin, Correspondance de Shamshi-Addu I. Archives Royales de Mari I (Paris 1950) & Correspondance de Shamshi-Addu II. Archives Royales de Mari IV (Paris 1951); Heimpel, W., Letters to the King of Mari. Winona Lake 2003.
Humoristische Literatur aus Mesopotamien [S]
Karin Stella Schmidt
Seminar, 2 SWS
Mi, 11:15 - 12:45, Assyr. Keller
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Teilnahmevoraussetzungen: Akkadisch II, Kenntnisse des Sumerischen erwünscht, aber nicht zwingend.
Inhalt:
In diesem Seminar werden Texte erarbeitet und betrachtet, die nicht nur Einblick in das Alltagsleben der Bewohner Mesopotamiens geben, sondern zugleich auch die Gelehrsamkeit der Verfasser dieser Werke beleuchten. Die Betrachtung des Textmaterials soll den Seminarteilnehmern Witz, Humor und Satire in der mesopotamischen Literatur näher bringen und die Einsatzmöglichkeiten humoristischer Elemente in literarischen Werken vermitteln. Im Zentrum steht die Lektüre des akkadisch überlieferten Originaltextes "Der arme Mann von Nippur". Anhand einer Analyse dieser Komposition soll der Literaturbegriff für Texte aus Mesopotamien überdacht werden und der humoristische und sozialkritische Aspekt des Textes zur Sprache kommen. Ferner soll versucht werden, den sog. "Sitz im Leben" dieses Textes zu bestimmen. Zu weiteren Texten, die während des Semesters gelesen, besprochen oder zumindest vorgestellt werden sollen, zählen z.B. der sog. "Dog bite" (akkadisch, sumerisch), Teile der Edubba�a-Literatur (sumerisch), die sog. "Szene einer Wäscherei" (akkadisch), ggf. eine Passage aus "Gilgamesch und Huwawa" (sumerisch), ggf. Ausschnitte aus neuassyrischen Königsinschriften, sowie ausgewählte sumerische und akkadische Sprichwörter.
Empfohlene Literatur:
a. Thematik B. R. Foster, Humor and Cuneiform Literature, JANES 6 (1974), 69-85. - E. Frahm, Humor in assyrischen Königsinschriften, in: Intellectual Life of the Ancient Near East, 43. RAI/Prag 1996, J. Prosecky (ed.), Prag 1998, 147-162. - A. R. George, Ninurta-Paqidat�s Dog-Bite, and Notes on Other Comic Tales, Iraq 55 (1993), 63-75.
b. Textlektüre "Der Arme Mann von Nippur" Keilschrifttexte und Kollationen: A. R. George, Iraq 55 (1993), 75; O. R. Gurney, STT I, Nr. 38; STT I, Nr. 39; ders., STT II, Nr. 116; STT II, S. 23; O. R. Gurney, AnSt 6 (1956), 148; ders., AnSt 7 (1975), 135-136; ders., AnSt 8 (1958), 245; M. de Jong Ellis, JCS 26 (1974), 89; E. Leichty, in: Gedenkschr. J. J. Finkelstein 1977, 145-146. Bearbeitungen und Übersetzungen: z.B. B. R. Foster, Before the Muses, Bd. 2, Bethesda 1993, 829-834; O. R. Gurney, AnSt 6 (1956), 149-164; W. von Soden, Der arme Mann von Nippur, TUAT III/1, 174-180. Eine ausführlichere Literaturliste mit weiteren Bearbeitungen und Sekundärliteratur zum Text "Der Arme Mann von Nippur" sowie Angaben zu weiteren Texten, die während des Semesters gelesen und/oder besprochen werden sollen, erhalten die Seminarteilnehmer in der ersten Unterrichtsstunde.
Hethitische Mythen und Epen (Hethitisch II) [Ü]
Rita Strauß
Übung, 2 SWS
Di, 14:15 - 15:45, Assyr. Keller
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Teilnahmevoraussetzung: Hethitisch I.
Inhalt:
Aus den Archiven Hattuschas ist ein umfangreiches Korpus an Mythen, Legenden, Erzählungen u.ä. literarischen Texten in hethitischer Sprache überliefert. Diese Literatur läßt sich unterschiedlichen Traditionen zuweisen: Themen, Motive und Stil lassen neben einer einheimisch-anatolischen Schicht hurritischen, syrischen und mesopotamischen Ursprung erkennen. Eine exponierte Stellung unter den anatolischen Mythen nimmt der "Mythos vom verschwundenen Gott" ein. Mit einer Fassung vom Gott Telipinu (CTH 324) wollen wir den Lektürekurs beginnen. Im Laufe des Semesters werden verschiedene Texte unterschiedlichen Ursprungs auszugsweise gelesen und besprochen. So sollen sich die Studenten einen Überblick über die aus Hattuscha überlieferten literarischen Texte erarbeiten und zugleich ihre im Hethitisch I-Kurs erworbenen Kenntnisse der Grammatik und Keilschrift festigen und vertiefen.
Empfohlene Literatur:
H.G. Güterbock, Hethitische Literatur, in: W. Röllig u.a., Altorientalische Literaturen, 1978, 211-253; H.A. Hoffner, Jr., Hittite Myths, 1990; E. Laroche, Catalogue des textes hittites, 1971, bes. Nr. 321-370; A. Ünal, Hethitisch-anatolische Mythen, Legenden, Epen und Märchen aus dem Staatsarchiv von Hattuscha, TUAT III, 802-865. Die Keilschrifttexte und weitere Sekundärliteratur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.


Tutorium zu Akkadisch II [Ü]

Jaume Llop
Übung, 2 SWS
Di, 9:00 - 11:00, Assyr. Keller
Tutorium zu Sumerisch (I) [Ü]
Oliver Kalkbrenner
Übung, 2 SWS
Di, 18:15 - 19:45, Assyr. Keller
Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 02.03.2008
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