LGF-Promotionskolleg "Was ist Tradition?"

Gruppenbild Tradition

Forschungsansatz

Das seit März 2016 aus Mitteln der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg finanzierte literaturwissenschaftliche Promotionskolleg „Was ist Tradition? Zu Genese, Dynamik und Kritik von Überlieferungskonzepten in den westeuropäischen Literaturen“ erforscht Formen der Traditionskonstruktion in literarischer Produktion und Rezeption sowie des affirmierenden wie negierenden Traditionsverhaltens in den westeuropäischen Literaturen. Dabei wird ausgegangen von der Überlegung, dass sich Traditionen im Transfer zwischen Regionen und Nationen ausbilden, dagegen nur ganz selten globale Reichweite besitzen. Traditionen etablieren Individual- und Gruppenidentitäten, sie inkludieren und schließen aus. Die Konzentration auf die Untersuchung von literarischer Tradition in Europa besitzt Modellcharakter für eine differenzierte allgemeine Konzeption von Literaturgeschichtsschreibung. Gleichzeitig fragt das Promotionskolleg nach der historischen Spezifität des Traditionsraums Europa. Es untersucht Überlieferungsprozesse, die sich von der Antike über das Mittelalter bis in die Moderne erstrecken, und ist nicht zuletzt durch diesen makroepochalen Zugriff eng mit dem fakultäten- und hochschulübergreifenden Master-Studiengang für Klassische und Moderne Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg verbunden. Gegenüber einem ideologieanfälligen essentialistischen Begriff von Tradition fragt das Promotionskolleg danach, wie Traditionen zustande kommen, funktionieren und ihre Wirkung entfalten. Untersucht werden die Mechanismen von Traditionsinitiativen, die Wege von Traditionskonjunkturen, die Rhetorik von Traditionsbrüchen und der Evidenzcharakter von Traditionsbehauptungen.

Beteiligte Wissenschaftler

Barbara Beßlich (Neuere deutsche Literatur)
Sylvia Brockstieger (Neuere deutsche Literatur)
Tobias Bulang (Ältere deutsche Philologie)
Robert Folger (Romanistische Literaturwissenschaft)
Joséphine Jacquier (Klassische Philologie)
Fernando Nina (Romanistische Literaturwissenschaft)
Gerhard Poppenberg (Romanistische Literaturwissenschaft)
Jürgen Paul Schwindt (Klassische Philologie)
Dirk Werle (Sprecher des Kollegs, Neuere deutsche Literatur)

Stipendiaten

Karolin Bůžek
Jonas Göhler
Christina Lucas
Philip Reich
Loreen Sommer

Affiliierte Mitglieder

Franziska Feger
Isabella Managò
Christine Roth
Katharina Worms

Veranstaltungen des Promotionskollegs im Wintersemester 2017/18

  • Am Dienstag, den 24.10.2017, spricht Prof. Dr. Daniel Weidner, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin, über "Kette, Strom, Wellenschlag. Zur Metaphorologie der Tradition". Beginn ist um 19:15 Uhr in Raum 038 des Germanistischen Seminars. Im Anschluss an den Vortrag laden wir zur Semesteröffnung des Promotionskollegs und des Masterstudiengangs "Klassische und Moderne Literaturwissenschaft" ein.
    Plakat
  • Am Montag, den 04.12.2017, spricht Prof. Dr. Frieder von Ammon, Universität Leipzig, über "Autopathographisches Erzählen in der Gegenwartsliteratur am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Arbeit und Struktur". Beginn ist um 18:15 Uhr in Raum 137 des Germanistischen Seminars.
  • Das Kolloquium findet im Wintersemester 2017/18 unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Poppenberg und Prof. Dr. Jürgen Paul Schwindt jeweils dienstags von 18:00-20:00 im Seminar für Klassische Philologie (Raumangabe folgt) statt. Beginn ist am 24.10.2017.

Aktuelles

In der Ausgabe 9 (Dezember 2016) des Forschungsmagazins Ruperto Carola erschien ein Artikel von Prof. Dr. Dirk Werle, in welchem er den Traditionsbegriff und die Tätigkeit des Kollegs näher beleuchtet. ​​​​Poetische Schatzkammern: Tradition als Motor

Archiv                                                                                                                                                                                                           

Kontakt

Dr. Martina Engelbrecht
wissenschaftliche Koordination Literaturwissenschaft
engelbrecht@uni-heidelberg.de
06221-54-7545

Seitenbearbeiterin Iris Hoffman: E-Mail
Letzte Änderung: 18.10.2017
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