Franziska Feger

Franziska Feger

​Homepage am Germanistischen Seminar

Akademischer Werdegang

 

Seit April 2015 Akademische Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg (Lehrstuhl Prof. Dr. B. Beßlich)
2013–2015 Promotionsstipendiatin der Landesgraduiertenförderung Heidelberg
2012–2013 Akademische Mitarbeiterin im Marsilius-Kolleg im Projekt: „Narrative der Emotion und Kognition“
Seit 2012 Promotionsprojekt: „Julian Apostata als religionsphilosophische Projektionsfigur in der deutschsprachigen Literatur im 19. Jahrhundert“
2009–2015 Wissenschaftliche Hilfskraft am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg (Lehrstuhl Prof. Dr. B. Beßlich)
2007–2009 Studentische Hilfskraft am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg
2009–2010 Studienaufenthalt und der Université Paris Sorbonne (Paris IV), ERASMUS-Stipendium
2007–2012 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
2006–2012 Magisterstudium der Deutschen Philologie und der Europäischen Kunstgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

 

 

Publikationen

 

Antikerezeption als kulturkritische Präventionsmaßnahme. Julian Apostata im Werk Felix Dahns, in: Agard, Olivier / Beßlich, Barbara (Hrsg.): Kulturkritik zwischen Deutschland und Frankreich (1890–1933). Frankfurt a.M.: Peter Lang 2016 (= Schriften zur politischen Kultur der Weimarer Republik, Bd. 18), S. 245–258.

 

mit Elisabeth Arens und Stephanie Frink: Narrative der Emotion und Kognition, in: Kräusslich, Hans-Georg / Schluchter, Wolfgang: Marsilius-Kolleg 2012/2013. Heidelberg 2013, S. 81–87.

 

 

Kurzexposé

 

Thema: „Julian Apostata als religionsphilosophische Projektionsfigur in der deutschsprachigen Literatur im 19. Jahrhundert“

 

Flavius Claudius Iulianus (331−363 n. Chr.), gen. Apostata („der Abtrünnige“), ging in die Geschichte ein als letzter römischer Kaiser, der versuchte, das Christentum zurückzudrängen und den hellenischen Polytheismus zu restituieren. Seine Biographie provozierte und faszinierte schon seine Zeitgenossen, eine literarische Auseinandersetzung mit Julian lässt sich entsprechend seit der Mitte des vierten Jahrhunderts nachweisen.

Die Autoren des 19. Jahrhunderts konnten auf eine anderthalbtausandjährige Geschichte und eine vorher nie dagewesene Bandbreite an Deutungsmustern zurückgreifen, daraus auswählen, sie neu kombinieren: Die über Jahrhunderte tradierte, legendarisch verzerrte Negativzeichnung der Kirchengeschichtsschreibung stand konkurrierend neben der Idealisierung der Aufklärung. Darüber hinaus ergänzte ein im Zuge der sich herausbildenden Geschichtswissenschaft durch historisch-kritisches Quellenstudium gewonnenes, Wertneutralität anstrebendes Julian-Bild die bekannten Positionen. Folglich diversifizierten sich nicht nur die Möglichkeiten der Perspektivierung des Stoffs, sondern auch die der Semantisierung der literarischen Figur Julian Apostatas.

Ausgehend von der These, dass sich Rezeptionskulturen in ihrem Antike-Bild stets auch selbst artikulieren (Hartmut Böhme), wird die Julian-Literatur weniger als Reflexion der Gesellschaftssituation um 360 n. Chr. denn als kulturelles Selbstportrait auf der Folie der Spätantike aufgefasst. Die Analyse und Interpretation der Texte soll zeigen, welche Problemkreise der eigenen Zeit anhand des antiken Gegenstands verhandelt wurden, welche religionsphilosophischen und politischen Positionen auf Julian projiziert wurden und wie sich das im Laufe des Jahrhunderts wandelte. Dabei soll den Fragen nachgegangen werden, welche Quellen die Autoren heranzogen und in welche Traditionslinien sich ihre Werke stellen lassen.

Seitenbearbeiterin Iris Hoffman: E-Mail
Letzte Änderung: 01.03.2017
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