Christine Roth

Christine Roth

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​Akademischer Werdegang

07/2016–heute

Akademische Mitarbeiterin im HERA-Forschungsprojekt „Sound Memories: The Musical Past in Late-Medieval and Early-Modern Europe“, Musikwissenschaftliches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Promotionsvorhaben: „Traditionsbindungen in der lutherischen Musikkultur des 16. Jahrhunderts: Studien zu Repertoire und Kontexten in Norddeutschland“

04/2014–05/2016

Masterstudium der Musikwissenschaft mit Begleitfach Französische Philologie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

09/2012–12/2012

Studienaufenthalt am King’s College London, Erasmus-Stipendium

09/2010–03/2014

Bachelorstudium der Musikwissenschaft und der Französischen Philologie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

 

Kurzexposé

Thema: „Traditionsbindungen in der lutherischen Musikkultur des 16. Jahrhunderts: Studien zu Repertoire und Kontexten in Norddeutschland“

Das Dissertationsprojekt „Traditionsbindungen in der lutherischen Musikkultur des 16. Jahr­hunderts: Studien zu Repertoire und Kontexten in Norddeutschland“ untersucht die Formierung eines musikalischen Gedächtnisses und dessen Funktion als iden­titäts­stiften­des Element der sich neuformierenden lutherischen Kirche anhand zeitgenössischer musikalischer Manuskripte und Drucke sowie kontextualisierender deskriptiver und präskriptiver Quellen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf dem nord­deut­schen Raum, ins­besondere auf den Städten Rostock, Lübeck, Lüneburg und Stralsund, die sich durch die frühe Durchsetzung der Reformation und eine gute Quellenlage an musikalischen Handschriften auszeichnen. Die fortgesetzte Verwendung musikalischer Gatt­ungen, oder die Kontinuität aufführungstechnischer Gewohnheiten und komposi­to­ri­scher Stile, wie sie etwa Joseph Herl fest­stellt, ist kaum erforscht. Sie stehen im Zentrum dieses Dis­ser­tationsprojektes und werden vor dem Hintergrund der kulturtheoretischen Forschungen zu Brauch, Tradition, Gedächtnis, Geschichte, kulturellem Gedächtnis betrachtet. Die Erforschung und Kontextualisierung der bisher nicht oder nur marginal untersuchten Musik­handschriften und –drucke aus liturgischen und pädagogischen Kontexten wird einen Einblick in die mus­ikalische und liturgische Praxis des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland geben und mittels der ver­gleichenden Betrachtung verschiedener Fallbeispiele eine Bewertung des musikalischen Vergangen­heits­bewusstseins in der lutherischen Musikkultur ermöglichen. Die Untersuchung der Ausbildung eines kul­turellen, musikalischen Gedächtnisses schon vor dem 18. Jahrhundert wird ein um­fassenderes Verständnis kultureller Erinnerungskultur und Identitätsbildung im 16. Jahrhundert so­wie musikalischer Traditionsbindung und Kanonbildung insgesamt erlauben. Dieses Dissertationsvorhaben ist Teil des HERA-Projektes „Sound Memories: The Musical Past in Late-Medieval and Early-Modern Europe“, das die Ausbildung eines musikalischen Ge­dächtnisses vom Spätmittelalter bis zur frühen Neuzeit erforscht und mit dem ein enger methodischer und inhaltlicher Austausch besteht.

 

Publikationen

Artikel

„Atys“ (Jean-Baptiste Lully). In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs „Europäische Traumkulturen“, 2017; http://traumkulturen.uni-saarland.de/Lexikon-Traumkultur/index.php/%22Atys%22_(Jean-Baptiste_Lully).

Unveröffentlichte wissenschaftliche Vorträge

„Ein musikalisches Stammbuch als Dokument lutherischen Traditionsverhaltens“. Winterschool „Luther und die Künste“, Tübingen, 05.10.2017.

„Constructing authority and identity through tradition and change: The manuscript Luneburg KN 150“. Medieval and Renaissance Music Conference, Prag, 08.07.2017.

„Retrospektiv oder innovativ? Überlegungen zu Repertoire und Musikverständnis im norddeutschen Luthertum“. Gemeinsames Forschungskolloquium „Musik vor 1600“ der Institute für Musikwissenschaft Weimar-Jena und Mainz, Weimar, 12.05.2017.

„Materialität und Tradition: Autoritätsstiftende Strategien in lutherischen Kantionalien des 16. Jahrhunderts“. Interdisziplinärer Workshop „The Authority of Materiality“ der Projekte „Sound Memories: The Musical Past in Late-Medieval and Early Modern Europe“ (HERA) und „Materiale Formierungen musiktheoretischer Konzepte“ (B11, SFB 933), Heidelberg, 02.12.2016.

„‚Lutheri cantilenae‘ und ‚odae ecclesiasticae‘: Traditionsdeutungen bei David Chytraeus und Franz Eler“. Das Musikalische Erbe der Reformation. Internationale Tagung, Augsburg, 16.06.2017.

Seitenbearbeiterin Iris Hoffman: E-Mail
Letzte Änderung: 24.10.2017
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