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Sprachen im Kontakt

Sprachkontakt, Kulturkontakt, Diskurstradition
Varia-Idade in Rio de Janeiro
Portuguesismos atlánticos
Laufende Promotionsvorhaben
Ansprechpartnerin

Sprachkontakt, Kulturkontakt, DiskurstraditionLing Lateinam


Im Kontext von Sprach- und Kulturkontakten in Mexiko, Brasilien, Argentinien und Paraguay ist die diskursive Historizität von besonderer
Relevanz. In diesem Sinne werden aus diskurstraditioneller Perspektive konkrete sprachliche Charakteristika wie evidentielle Marker beobachtet. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern Traditionsrelationen bereits im Sprechen (im Gegensatz zur Sprache) für die Auswahl und Entwicklung einzelner Sprachstrukturen relevant sind. Die Untersuchung der spezifischen Funktionen evidentieller Markierung und ihrer Grammatikalisierung erfolgt in Abhängigkeit konkreter Textsorten (Diskurstraditionen) und ist korpusbasiert. Die verwendeten Korpora setzen sich  für die sprachhistorisch ausgerichteten Analysen aus schriftsprachlichen Texten der kolonialen Expansion (insbesondere Briefe, Chroniken, Prozessakten, Missionarsberichte aber auch Sprachbeschreibungen) und für die synchronen Untersuchungen aus einer breiten Auswahl an nähe- und distanzsprachlichen Dokumenten unterschiedlicher Diskurstraditionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert (Transkriptionen spontaner Alltagsgespräche sowie narrativer Interviews und Zeitungstexte) zusammen. Inhaltliche Schwerpunkte sind in diesem Bereich die Transliteralisierung und Digitalisierung von handschriftlichen Dokumenten sowie die Erfassung unterschiedlicher evidentieller Markierungsstrategien in translingualen Kommunikationsräumen.

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Varia-Idade in Rio de Janeiro

Varia-Idade in Rio de Janeiro – Kommunikation und Generation: Sprachliche und  diskursive Strategien im höheren Alter

Projektkoordinatorinnen: Prof. Dr. Sybille Große (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Maria Teresa Tedesco Vilardo Abreu (Universidade do Estado do Rio de Janeiro)

Das Projekt „Varia-Idade“ hat einen multidimensionalen Ansatz und ist primär auf 3 Ebenen zu verorten. Dazu wird von den deutschen und brasilianischen Kooperationspartnern im Rahmen des Projekts zunächst ein Korpus von ca. 50 stadtbiographischen Interviews mit Personen höheren Alters erstellt, welche seit mindestens vier Jahrzehnten in unterschiedlichen Teilen der Stadt Rio de Janeiro leben. Die Erstellung umfasst sowohl die Sprachaufnahmen selbst, als auch deren umfassende Transkription. Die Interviews dienen dann als empirische Basis für linguistische Studien unterschiedlichen Zugriffs zum Kommunikationsverhalten im höheren Alter. Während das kommunikative Verhalten der Generation jüngerer Sprecher in den zurückliegenden Jahrzehnten durchaus im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit linguistischer Studien stand, ist das kommunikative Verhalten von Sprechern höheren Alters weit weniger untersucht bzw. korreliert in den bisherigen Forschungen zumeist mit der Hypothese defizitärer Kommunikation von Sprechern höherer Generationen. Neben der Analyse des kommunikativen Verhaltens und der sprachlichen Variation im Sprechen der älteren Bewohner der Stadt Rio de Janeiros wird zudem der Diskurs der Sprecher höherer Generationen über die Perzeption der Veränderungen im urbanen Alltag und Raum von Rio de Janeiro analysiert; einer Stadt, die in den zurückliegenden 50 Jahren einem umfassenden Wandel unterworfen war und auch weiterhin ist. Der Wandel im urbanen Raum wird dabei oftmals in Form von urbanen Fraktionierungen („fracturesurbaines“) auch auf der metasprachlichen Ebene thematisiert (siehe Studien von Bulot und Große). Zur Analyse des urbanen Diskurses der Sprecher im höheren Alter ist ein interdisziplinärer Analyseansatz von Nöten, der die linguistische bzw. diskursanalytische mit der wissenschaftlichen Perspektive von Stadtgeographen, Soziologen, Historikern, Stadtanthropologen und Kulturwissenschaftlern verbindet.

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Portuguesismos atlánticos

Hauptverantwortliche Wissenschaftler: Prof. Dr. Dolores Corbella und Prof. Dr. Alejandro Fajardo (Universidad de La Laguna)
Projektverantwortliche am IAZ: Prof. Dr. Sybille Große

ILing Iberiam Rahmen dieses Projektes werden Lehnwörter aus dem Portugiesischen und ihre Einbettung in das Spanische untersucht. Nach der Erstellung des Korpus (16. bis 21. Jahrhundert) können die linguistischen Verteilungsgebiete dieser Lehnwörter ermittelt, ihre Herkunft aufgezeigt (Europa oder Brasilien) und eine Untersuchung der Lehnworttypen durchgeführt werden, wie dies bereits mit anderen spanischen Lehnwörtern geschehen ist. Weitere Informationen auf Spanisch.


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Laufende Promotionsvorhaben im Bereich "Sprache und Kontakt"

Ronny Beckert
Romanisches Seminar, Universität Heidelberg

"Portugiesisch-Kapverdischer Sprachkontakt im Großraum Lissabon"

 

Sybille Gro _e

Johannes Funk
Romanisches Seminar an der Universität Heidelberg

"Sprachkritik und Lexikographie - eine vergleichende Untersuchung spanischer und französischer Wörterbücher mit dem Schwerpunkt auf den Akademiewörterbüchern"


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Ansprechpartnerin

Sybille Gro _e
Prof. Dr. Sybille Große

Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft
Romanisches Seminar an der Universität Heidelberg
Homepage Prof. Dr. Sybille Große
Kontakt: sybille.grosse@rose.uni-heidelberg.de

 

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Letzte Änderung: 14.06.2017
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