Centro de Estudos Galegos
Galicien-Zentrum
Lektoratsprogramm
Institutionelle Einrichtungen der galicischen Sprache
Galicien-Zentrum
Ziel des Galicien-Zentrums (CEG) ist die Verbreitung der galicischen Sprache und Kultur an der Universität Heidelberg.
Gründung, Zielsetzung und Wirkungsbereich
Diverse Universitäten in Europa, Amerika, Asien und Ozeanien dienen als Bühne für die galicische Sprache und Kultur jenseits der Grenzen Galiciens. Durch Lehre, Forschung und weitere Formen der Förderung findet das Galicische international Anklang. Das Galicien-Zentrum der Universität Heidelberg geht aus einem Kooperationsabkommen mit der Xunta de Galicia hervor und gestaltet seit 1995 ein umfangreiches Programm in den Bereichen der Forschung, Kultur und Übersetzung.
Kooperation
Das Galicien-Zentrum befindet sich heute unter dem Dach des Iberoamerika-Zentrums, das aus einer Kooperation zwischen Santander Universitäten und der Universität Heidelberg hervorgeht und als Bezugsgröße für einen Dialog zwischen den unterschiedlichen Sprachen und Kulturen der Iberischen Halbinsel und Lateinamerika steht. In diesem Rahmen bietet das CEG ein Programm an, das im Bereich der Förderung der galicischen Sprache und Kultur Buchvorstellungen, Vorträge, thematische Exkursionen und Filmreihen sowie Veranstaltungen rund um das Thema „Jakobsweg“ umfasst.
Bibliothek und Mediathek
Das Galicien-Zentrum verfügt über eine umfassende Bibliothek und Mediathek mit Werken galicischer Autoren und steht Studenten, Dozenten und Mitarbeitern der Universität Heidelberg zur Verfügung. Es gibt didaktische Werke zur galicischen Sprache, Werke galicischer Autoren aller Epochen, sowie Zeitschriften, Enzyklopädien, Musik, Spiel- und Dokumentarfilme.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Bibliothek zu besuchen.
Lektoratsprogramm
Die galicische Sprache und Kultur wird heute an Universitäten in Amerika, Asien, Europa und sogar in Ozeanien gelehrt. Sie hat so grundlegend zur Verbreitung der galicischen Sprache und Kultur außerhalb Galiciens sowie zur linguistischen Forschung aus unterschiedlichen Perspektiven beigetragen. Auch hat das Interesse und die Anerkennung ihrer Sprache außerhalb des Sprachraums zu mehr Ansehen der Sprache unter ihren Sprechern geführt.
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Gesetz 3/1983, vom 15.06, zur Sprach-Normierung für die Verbreitung der Sprache Galiciens außerhalb seines Territoriums. |
Netzwerk der Zentren für Galicien-Studien
Das Galicische ist heute Lehr- und Forschungsgegenstand an mehr als 40 Universitäten. Ein Großteil dieser Galicien-Zentren verfügt über Lektoren, die in der Regel ein Studium der galicischen Philologie oder des Übersetzens und Dolmetschens absolviert haben und die Lehrveranstaltungen zur galicischen Sprache und Kultur anbieten, die sich in den jeweiligen universitären Lehrplan einfügen. Fünf dieser Galicien-Zentren befinden sich an Universitäten in Deutschland: Tübingen, Kiel, Berlin, Leipzig und Heidelberg.
Institutionelle Einrichtungen der galicischen Sprache
Es gibt diverse Institutionen, die die galicische Sprache als offizielle Sprache Galiciens fördern und ihre Verbreitung in den Medien, Institutionen und privaten und öffentlichen Einrichtungen unterstützen. Die spanische Verfassung von 1978 legt in Artikel 3 fest, dass das Galicische offizielle Sprache der autonomen Region Galicien sein soll, und beinhaltet ein Mandat zur Respektierung und zum Schutz der galicischen Sprache. Das Autonomie-Statut versichert ihre Wiedereinführung als kooffizielle Sprache neben dem Spanischen.
Xunta de Galicia
Im Rahmen der spanischen Verfassung von 1978 erkennt das Galicien-Statut von 1981 dieser autonomen Region ihren Stand als historische Nationalität innerhalb Spaniens an. Das Exekutivorgan ihrer Regierung ist die Xunta de Galicia.
Secretaría Xeral de Política Lingüística
Innerhalb der regionalen Regierung ist dies das Organ, das zuständig ist für die Regelung der Lehre und Verbreitung der galicischen Sprache. Es ist verantwortlich für die Koordination, Verwaltung und Planung der Sprachpolitik. Ziel des Ressorts für Sprachpolitik (Secretaría Xeral de Política Lingüística) ist die Entwicklung und Anwendung der Gesetzgebung, die sich aus Artikel 5 des Autonomie-Status Galiciens ableitet. Die Secretaría Xeral de Política Lingüística strebt die Normierung der galicischen Sprache an, neben der Koordination von Aktionen und Maßnahmen zur Sprachpolitik der unterschiedlichen Abteilungen der Xunta de Galicia.
Real Academia Galega
Die Real Academia Galega ist für die Sprachregelung des Galicischen verantwortlich. Vor über einem Jahrhundert haben die Intelektuellen Galiciens, Kinder der galicischen Romantik und des Wiederauflebens des Galicischen, ein Forum erschaffen, um die galicische Sprache zu unterstützen, indem sie eine Grammatik und ein Wörterbuch ausarbeiteten. Am 30. September 1906 wurde die Academia Galega mit 40 Mitgliedern und mit Manuel Murguía als Vorsitzenden gegründet. Von diesem Moment an nimmt die Academia Galega ihre intensive Tätigkeit auf, mit vier aufeinanderfolgenden Präsidenten, bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges 1936. Mit dem Sieg der Franquisten führt sie ihre Arbeit mehr oder weniger im Untergrund weiter. Ihre Situation verbessert sich in den letzten Jahren des Franquismus, und erholt sich mit dem Aufbau der Demokratie und der Einrichtung des Autonomie-Statuts vollständig. Heute schützt diese Einrichtung die galicische Sprache und unterstützt andere Einrichtungen bei der Entfaltung der Sprache.
Instituto da Lingua Galega
Das Instituto da Lingua Galega ist ein Forschungszentrum für Linguistik der Universität Santiago de Compostela. Folgende Bereiche sind dort Forschungsgegenstand: Lexikografie, Sprach-Geografie, Sprachdidaktik, Verwaltungssprache, die Lexik des Mittelalters, Onomastik, Fonetik, Soziolinguistik, Sprachgeschichte und Dialektologie.
Centro Ramón Piñeiro
Aufgabe des Centro Ramón Piñeiro para la Investigación en Humanidades ist die Förderung, Entwicklung und Verbreitung von galicischen Projekten und Programmen in den Geisteswissenschaften, insbesondere in den Bereichen der Linguistik, Literatur, Geschichte und Anthropologie.

