Termine

16.12.2011 Abschlusssymposium des Marsilius-Projekts "Menschenbild und Menschenwürde"

16.00 Uhr

Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstraße 4
69117 Heidelberg

 
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EURAT - Ethische und Rechtliche Aspekte der Totalsequenzierung des menschlichen Genoms

Im Jahr 2007 gelang erstmals die Sequenzierung von Genomen individueller Personen. Das hat neue Möglichkeiten für die Diagnose und Therapie von Krankheiten eröffnet. Mit diesen Möglichkeiten entstanden aber auch neue Problemfelder und Fragen: Sind die „klassischen“ Modelle von Patientenautonomie und „informierter Zustimmung“ noch tragfähig? Wie läßt sich in großen internationalen Forschungsverbünden und im Rahmen von großen Gewebe- und Datenbanken die Vertraulichkeit im Umgang mit patientenbezogenen Daten schützen? Wie trennscharf ist die Unterscheidung von „gesund“ und „krank“ bei Menschen, die zwar eine genetische Veranlagung zu einer Erkrankung in sich tragen, bei denen aber die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist? Wie kann man Diskriminierung aufgrund genetischer Veranlagung wirkungsvoll vermeiden? Welche neuen Kosten entstehen durch die neuen Diagnosemöglichkeiten, und wie sind sie zu bewerten im Hinblick auf den erwarteten Ertrag?

Zu Klärung der Chancen und Probleme arbeiten in dem Marsilius-Projekt „Ethische und rechtliche Aspekte der Totalsequenzierung des menschlichen Genoms“ (EURAT) Bioinformatiker, Humangenetiker, Molekularbiologen, Onkologen, Pathologen, Juristen und Theologen aus der Universität Heidelberg, dem Heidelberger Uniklinikum, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und dem Max-Planck-Institut (MPI) für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht zusammen. 

EURAT verfolgt drei Ziele:

  1. Politikberatung und Erarbeitung von Stellungnahmen, die in Gesetzgebungsverfahren in Deutschland sowie in die internationalen Diskussionen um die Definitionen von Standards und Regelungen für die Arbeitsfelder eingebracht werden sollen;
  2. Qualifizierung der Diskussion in der breiteren Öffentlichkeit um Chancen und Risiken dieser Forschung;
  3. Aufbau einer national und international sichtbaren Plattform in Heidelberg, auf der kontinuierlich und fächerübergreifend die betroffenen Wissenschaften an den normativen Fragen arbeiten, die durch die Forschung aufgeworfen werden.

Die Projektarbeit hat im März begonnen. Ausführliche Informationen zu EURAT finden Sie unter: http://www.uni-heidelberg.de/totalsequenzierung

Moritz Menacher: E-Mail
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