Languages of Reform in Eighteenth Century Europe

Das übergreifende Format des seit Dezember 2014 bestehenden Projektes Languages of Reform in Eighteenth Century Europe ist die gemeinsame, intensive Diskussion internationaler Historikerinnen und Historiker verschiedener Karrierestufen über zentrale Forschungsphasen hinweg, an dessen Ende fundierte gemeinsame Ergebnisse zu europäischen Reformsprachen des 18. Jahrhunderts stehen sollen und ein internationales Netzwerk renommierter sowie vielversprechender Nachwuchsforscher besteht.

Ziel des Projektes ist es, argumentative Strategien und „Sprachspiele“ (Wittgenstein) auszuloten und vergleichend zu analysieren, mit denen im 18. Jahrhundert Reformforderungen vorgebracht und platziert, konkrete Reformmaßnahmen legitimiert und propagiert wurden. Der intensivierte Austausch mit anderen Hochkulturen und die historische Bibelkritik führten im 18. Jahrhundert dazu, dass der heilsgeschichtliche Rahmen für die Anfänge und das Ende der Menschheitsgeschichte zusehends an Plausibilität verlor. An die Stelle des Jüngsten Gerichts, das über das Heil im Jenseits entschied, trat eine ungewisse, aber vom Menschen gestaltbare Zukunft im Diesseits. Damit erhielt „Reform“ einen neuen Charakter und neue Verwendungszusammenhänge. Immer weniger bedeutete sie im Wortsinn die Wiederherstellung eines früheren, besseren Zustands, sondern die planvolle, systematische Überwindung von Missständen, die zwar althergebracht, deswegen aber nicht länger gerechtfertigt waren. Vor diesem Hintergrund musste neue Argumente und Argumentationsketten entwickeln, wer Rückhalt für seine Pläne und Handlungen suchte. Die beschleunigten Veränderungen erforderten Anpassungen von Argumentationsstrategien,  Begründungsmustern und Wortverwendungen, was dieses Forschungsprojekt unter dem heuristischen Begriff der „Reformsprachen“ erfassen will.

Weitere Informationen unter: https://reform.hypotheses.org/

 

Kontakt:

PD Dr. Susan Richter
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Historisches Seminar
Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
Tel.: +49 6221 54 2269
Email: susan.richter@zegk.uni-heidelberg.de


Prof. Dr. Thomas Maissen
Deutsches Historisches Institut Paris/ Universität Heidelberg, Historisches Seminar
Hôtel Duret-de-Chevry
8 rue Parc Royal
75003 Paris
Tel.: +33 1 44 54 23 80
Email: tmaissen@dhi-paris.fr
 

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Letzte Änderung: 13.10.2015
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