Kontrolle und Eskalation in der Romania: Politik und Steuerung durch Sprache

Politische Kommunikation wird einerseits von kontrollierten Handlungen, andererseits immer wieder auch von Eskalationen und den hierauf notwendigen Reaktionen bestimmt. Unter Kontrolle mittels sprachlicher Mittel wird in diesem Zusammenhang die bewusste Steuerung der politischen Agenda und eines Themenfelds durch politische Akteure verstanden. Im Falle politischer Eskalationen folgen die öffentliche Kommunikation und hieraus resultierende Handlungen jedoch zumeist eher kurzfristigen Impulsen. Als Beispiel für eine sorgfältig kontrollierte politische Kommunikation könnte die Verteidigung der exception culturelle in Frankreich angeführt werden, während die politische Kommunikation der spanischen Zentralregierung an die Öffentlichkeit nach den terroristischen Anschlägen im Jahr 2004 in Madrid vom Druck notwendiger rascher Reaktionen geprägt ist und im Verlauf heftige Kritik erfährt.

Auffällig ist, dass im Kontext von politischer Kontrolle und Eskalation häufig diskursive Impulse entstehen, die nicht nur die politische Diskussion an sich prägen, sondern diese zugleich steuern und politische Entscheidungen bedingen. Bei der Betrachtung dieser spezifischen Art politischer Kommunikation stellt sich darum die Frage, welche diskursiven Muster und linguistischen Phänomene sich im Kontext in den romanischen Sprachen herausgebildet haben bzw. herausbilden. Was sagen Analysen auf den Ebenen der Grammatik, Lexik und Syntax über die jeweiligen Diskurse aus?

Ziel der Tagung ist es, diskurslinguistische und politolinguistische Analysen und Modelle politischer Kommunikation vorzustellen und zu diskutieren.

Insbesondere soll die Frage nach linguistischen Schwierigkeiten beantwortet werden, die sich bei der Kategorisierung diskursspezifischer Phänomene ergeben. Welches können Kategorien der Bewertung von politischen Diskursen sein, die über die rein lexikalisch-semantische Analyse hinausgehen? Welche linguistischen Charakteristika etwa sind in einem Diskurs zum Thema Terrorismus rekurrent? Fallbeispiele sollen dazu dienen, innovative Ansätze und Methoden zu exemplifizieren.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Sybille Große
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Romanisches Seminar
Seminarstr. 3
68117 Heidelberg
Tel.: +91 (0)6221 54 3569
Email: sybille.grosse@rose.uni-heidelberg.de

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Letzte Änderung: 03.03.2017
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