Bericht über den Sommersprachkurs an der Universität von Salamanca im Sommer 2007
1. Die Reise
Beim aussteigen aus dem Flugzeug in Madrid, wird man erstmal von einer unglaublichen Hitzewelle überwältigt. Vom Flughafen aus kann man für nur 1 Euro mit 2 Mal umsteigen in die Nähe des Busbahnhofes gelangen. Von dort aus kann man mit dem Bus nach Salamanca fahren für etwa 17 Euro. In Salamanca angekommen, ist die Residencia Oviedo gar nicht mal so weit weg vom Busbahnhof und ist 24 Std. geöffnet. Man kann also auch mitten in der Nacht dort eintreffen und bekommt ein Doppelzimmer zugeteilt.2. Das Wohnheim
Das Wohnheim befindet sich auf dem Campus zwischen der Medizinischen und Juristischen Fakultät. Man hat die Möglichkeit Wäsche zu waschen und zu bügeln. Das Stipendium umfasst ebenfalls Verpflegung. Man kann also in der Kantine Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu sich nehmen. Mit dem Essen allerdings haben viele leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Für Vegetarier reduziert sich die Auswahl oft rasch auf einen Salat. Es gibt die Möglichkeit Post zu empfangen und Anrufe zu tätigen. Außerdem gibt es einen Lernsaal, der mit einer Klimaanlage ausgestattet ist und dank dieser das Lernen auch bei hohen Temperaturen möglich wird. Man kann zu Fuß in etwa 15 Minuten das Zentrum erreichen und in 20 Minuten die Unterrichtsräume, die sich im Herzen der Altstadt befinden.3. Salamanca
Ich weiß nicht genau warum aber Salamanca erinnerte mich immer etwas an Heidelberg. Es ist die älteste Universitätsstadt Spaniens und hat etliche alte Gebäude aus Sandstein, die der Stadt ein angenehmes braunes Leuchten geben. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten und daher auch viel Tourismus. Während man tagsüber sich die Sehenswürdigkeiten anschauen kann, verbringt man den Abend auf der Plaza Mayor mit Freunden oder einfach nur mir einem Eis in der Hand. Oder aber man geht einfach Tapas essen und anschließend geht man aus. Die Universität bietet auch diverse Exkursionen an, beispielsweise nach Madrid, Toledo, El Escorial, Portugal und Andalusien. Außerdem werden Koch-, Gitarren- sowie Tanzkurse angeboten, die den Tag sehr abwechselungsreich gestalten. Ferner findet im August das spanische Sommerkinofest statt, wo man zum günstigen Preis sich spanische Kinoproduktionen des letzten halben Jahres anschauen kann. In kurzer Zeit lernt man viele verschiedene Menschen aus aller Welt kennen und alle verständigen sich durch eine Sprache: Spanisch. Wer hofft, im August spanische Studenten zu treffen, wird enttäuscht werden, da sie alle nach Hause gefahren sind und mit ihren Familien die Semesterferien verbringen. Als letztes möchte ich noch kurz auf das Wetter eingehen. Im August war das Wetter tagsüber überwiegend schön und warm. Es hat wenige Male geregnet. Abends jedoch kam es relativ oft vor, dass es bis zum Morgen sehr frisch wurde. Morgens, als wir zum Unterricht gingen waren es oftmals 11 Grad, die dann im Laufe des Tages auf 30 Grad kletterten. Ein Pullover oder eine Wollstrickjacke wäre also wärmstens zu empfehlen.4. Der Sprachkurs
Am ersten Tag findet eine umfangreiche Einstufungsklausur statt, die den ganzen grammatischen Komplex der spanischen Sprache umfasst. Am folgenden Tag werden die Ergebnisse bekannt gegeben, so dass man weiß, welchem Kurs man zugeteilt wurde. Außerdem werden dabei Unterlagen z.B. ein Arbeitsbuch und ein Unterrichtsblock bereitgestellt. In den ersten Tagen wird gleich der Unterrichtsplan festgelegt, so dass man einen Überblick hat, welche Themengebiete der Grammatik durchgenommen werden. Sollte einem der Kurs zu schwer oder zu leicht fallen, hat man auch die Möglichkeit den Kurs zu wechseln. Insgesamt besteht das Stipendium aus täglich drei Stunden Unterricht. Davon sind 2 Stunden für Grammatik und eine Stunde für eine weitere Veranstaltung nach Wahl vorgesehen.4.1. Der Grammatikkurs
Ich wurde in den Fortgeschrittenenkurs eingeteilt. Die Themen, die wir behandelt haben waren mir alle bekannt und vertraut was aber keineswegs heißen soll, dass man da nichts oder nur wenig lernt. Die Dozenten nehmen sich die Zeit die Themen ausführlich zu behandeln. So hat man die Möglichkeit langsam, aber sehr präzise und im Detail ein komplexes Themengebiet zu erfassen und zu erarbeiten. Abgesehen von den vielen Fotokopien und Übungen, bietet das Arbeitsbuch weitere Übungen und erläutert die Grammatik in einer sehr umfangreichen Ausführlichkeit. Folgende Themen haben wir im A3- Kurs behandelt: 1. Alle Vergangenheitsformen und ihre Anwendungen. 2. Oraciones Temporales. 3. Subjuntivo in fast allen möglichen Formen. 4. Si- Sätze. 5. Ser y Estar. Der Kurs dient zur Perfektionierung dieser Themenbereiche.4.2. Das 2. Fach „Prácticas comunicativas globales”
Das von mir gewählte 2. Fach „Prácticas comunicativas globales“ hat den Anspruch die schriftlichen, sprachlichen und auditiven Fähigkeiten des Stundenten zu trainieren und zu verbessern. Für mich persönlich hat dieser Kurs sehr viel gebracht, da ich meinen Wortschatz ungemein erweitern konnte. Ich lernte Formen im mündlichen Sprachgebrauch, die dem, für mich bisher bekannten Lehrbuchspanisch, einen authentischen Touch verliehen. Im Schriftlichen wurden uns Ratschläge vermittelt, wie man eine Argumentation gestaltet und einen Sachverhalt zusammenhängend darstellt. Als Übungen dienten uns manche Musterklausuren von D.E.L.E. Prüfungen. Beide Kurse schließen jeweils mit Klausuren ab. Durch dauerhafter Mitarbeit, Anwesendheit und Vorbereitung kann man die Klausuren gut bestehen. Auch jetzt zehre ich, sowohl von dem dort erworbenen Wissen, als auch von den Unterlagen, die für mich einen Nachschlagepool bilden und die ich bei Bedarf immer wieder zu Rate ziehe.5. Zusammenfassung
Zusammenfassend kann ich immer wieder betonen, dass der Sprachkurs sich in jeder Hinsicht gelohnt hat. Ich fühle mich beim schreiben als auch beim sprechen viel sicherer und kann nun mein eigenes Sprachniveau viel besser einschätzen. Ich habe Salamanca kennen gelernt, sowie das eine oder das andere der spanischen Kultur gelebt und mich mehr mit der spanischen Geschichte vertraut gemacht. Mit den neu geschlossenen internationalen Freundschaften stehe ich heute noch in Kontakt. Was ausbleibt ist ein längerer Aufenthalt im spanischsprachigen Ausland um den mündlichen Sprachgebrauch zu perfektionieren.
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Letzte Änderung:
16.02.2010